Beitrag: Solarstrom für den Campus in Bochum
Ina Brandes (Wissenschaftsministerin Nordrhein-Westfalen) und Markus Hinsenkamp (Kanzler der Hochschule Bochum) mit dem Check zur Förderung einer PV-Anlage auf den Dächern der Hochschulgebäude.

Foto: Jenny Musall

Die Hochschule Bochum macht einen großen Sprung Richtung Energiewende. Mit einer Landesförderung über 300.000 Euro wird die elektrische Infrastruktur auf dem Zentralcampus grundlegend modernisiert.

Wissenschaftsministerin Ina Brandes überreichte die Finanzierungszusage persönlich an Kanzler Markus Hinsenkamp und den Leiter des Dezernats Gebäude- und Liegenschaftsmanagement, Phillip Nachtigal von der Hochschule Bochum. Die Gelder fließen direkt aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur in ein zukunftsweisendes Photovoltaik-Projekt. Konkret werden auf dem Campus neue Erdkabel und eine Trafostation verlegt, um künftig selbst produzierten Solarstrom optimal zu nutzen. Das Programm setzt gezielt auf nachhaltige Transformation und Klimaschutz an den Hochschulen des Landes.

Solarpotenzial und neue Dächer

Für die Realisierung des Projekts wurde das gesamte bauliche Potenzial der Hochschule genau unter die Lupe genommen. Bei einer vollständigen Belegung aller geeigneten Dächer rechnet das Team mit einer Leistung von rund 300 bis 340 Kilowatt-Peak. Da die Gebäude vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb betreut werden, konzentrieren sich die ersten Schritte naturgemäß auf ohnehin anstehende Dachsanierungen. So erhielten das betroffene Gebäude am langen Flur sowie das Hörzentrum bereits neue, begrünte Dächer. Diese Kombination aus Dachbegrünung und Solartechnik fördert gleichzeitig die Biodiversität auf dem Campus.

Die neu verlegten Erdkabel führen den erzeugten Strom zu einem zentralen Punkt zusammen, an dem zukünftig auch Batteriespeicher integriert werden können. Kanzler Markus Hinsenkamp betonte bei dem Termin, dass Nachhaltigkeit bereits seit über einem Jahrzehnt ein zentrales Profilelement der Hochschule Bochum ist. Die aktuelle Finanzspritze hilft der Bildungseinrichtung dabei, diesen Weg nun deutlich schneller und konsequenter weiterzugehen. Neben den reinen PV-Flächen laufen bereits weitere Planungen, um den Campus noch unabhängiger aufzustellen.

Geothermie und der Blick nach vorn

Ein besonders spannender Ausblick betrifft die Nutzung von Erdwärme aus dem alten Bergbau unter dem Gelände. Dabei soll ein ausgemusterter Forschungsbehälter des benachbarten Fraunhofer-Instituts als innovativer Wärmetauscher dienen. Solarkollektoren erwärmen dabei Wasser, das in rund 30 bis 40 Meter Tiefe in den alten Schacht geleitet und im Winter als umweltfreundlicher Ersatz für Fernwärme genutzt werden kann. Auch für dieses Projekt existieren bereits konkrete Planungen, die den Campus energetisch weiter voranbringen sollen.

Ministerin Ina Brandes lobte die Bochumer Hochschule ausdrücklich für ihre vorbildliche und stets akribische Vorbereitung. Während bei vielen anderen Institutionen lange überlegt werden müsse, liefere die Hochschule Bochum regelmäßig fertige Konzepte. Mit den Investitionen aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz zeigt sich einmal mehr, wie wissenschaftliche Exzellenz und praktischer Umweltschutz Hand in Hand gehen können. Für die Zukunft bleibt das Ziel klar, den CO₂‑Ausstoß weiter massiv zu senken und den Campus als echten Vorreiter zu etablieren.

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