Beitrag: Arbeitslosigkeit in Bochum steigt im August auf 9,6 Prozent
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Agentur für Arbeit

Auf dem Bochumer Arbeitsmarkt hat sich der saisonübliche Anstieg der Erwerbslosigkeit im Spätsommer bemerkbar gemacht. Wie die Agentur für Arbeit Bochum in ihrem aktuellen Monatsbericht für August 2026 mitteilt, waren zum Stichtag 19.395 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet.

Das entspricht einem Zuwachs von 417 Personen oder 2,2 Prozent gegenüber dem Juli. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fiel der Anstieg mit 833 Personen beziehungsweise 4,5 Prozent noch deutlicher aus. Die offizielle Arbeitslosenquote kletterte folglich um 0,2 Prozentpunkte zum Vormonat und liegt nun bei 9,6 Prozent, nach 9,3 Prozent im August des Vorjahres.

Für den saisonalen Anstieg sind vor allem zwei Faktoren ausschlaggebend: Zum einen die Ferienzeit, in der statistisch weniger Fördermaßnahmen laufen, zum anderen der Übergang vieler junger Menschen von der Schule in Ausbildung oder Studium. Entsprechend verzeichnete die Arbeitsagentur bei den unter 25-Jährigen den prozentual stärksten Zuwachs. Aktuell sind 1.625 Jugendliche arbeitslos gemeldet, was einem Plus von 160 Personen oder 10,9 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht. Bei den über 50-Jährigen sank die Zahl hingegen leicht um 45 auf 6.555 Personen. Unterdessen sind 7.630 Menschen in Bochum langzeitarbeitslos, wovon 92 Prozent in der Grundsicherung (SGB II) betreut werden. Insgesamt entfallen 13.773 aller Arbeitslosen auf den SGB-II-Bereich und 5.622 auf die Arbeitslosenversicherung nach SGB III. Die sogenannte Unterbeschäftigung, die auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen abbildet, stieg auf 23.147 Betroffene.

Sommerpause und Zurückhaltung der Betriebe

Trotz der gedämpften Gesamtstimmung bleibt der Markt aufnahmefähig. Der Arbeitgeberservice registrierte im August 583 neu gemeldete Stellenangebote, was einem leichten Zuwachs gegenüber dem Vormonat und einem Plus von 103 Offerten im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Gesamtbestand an offenen Stellen im Stadtgebiet verharrt stabil bei 2.892 Angeboten. Auf dem Ausbildungsmarkt meldeten sich seit vergangenem Oktober 2.145 Bewerberinnen und Bewerber bei 2.198 gemeldeten Ausbildungsstellen. Ende August waren rechnerisch noch 498 Jugendliche unversorgt, während 714 Lehrstellen vakant blieben.

Christopher Meier, Leiter der Agentur für Arbeit Bochum, ordnet die Entwicklung als stabil, aber anhaltend herausfordernd ein und warnt die heimische Wirtschaft vor vorschneller Zurückhaltung. Trotz der spürbaren Verunsicherung in den Chefetagen und der kritischen Bewertung von Neueinstellungen dürfe die Transformation der Arbeitswelt nicht aus dem Blick geraten. Meier mahnt, dass der akute Fachkräftebedarf in den kommenden Jahren weiter zunehmen werde, weshalb Investitionen in Aus- und Weiterbildung jetzt unverzichtbar seien. Sowohl unversorgte Jugendliche als auch Betriebe mit offenen Lehrstellen sollten die Vermittlungs- und Fördermöglichkeiten der Berufsberatung weiterhin aktiv nutzen, da ein Einstieg in die Ausbildung auch nach dem offiziellen Starttermin im Spätsommer jederzeit möglich ist.

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