Beitrag: Wende im Wattenscheider August-Bebel-Streit
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Nach dem klaren Votum der Bezirksvertretung gegen die Autofreiheit drängt die Union auf einen Kurswechsel. Ein neuer Ratsantrag sieht Tempo 20, Rasengleise und Event-Sitzstufen im Zentrum der Hellwegstadt vor.

Das hitzigste Wattenscheider Lokalthema der vergangenen Monate steht vor einer entscheidenden politischen Wende. Nachdem sich die Bezirksvertretung Wattenscheid erneut und mit einer deutlichen Mehrheit gegen einen komplett autofreien August-Bebel-Platz ausgesprochen hat, sieht die CDU-Ratsfraktion das Vorhaben einer vollständigen Sperrung endgültig als gescheitert an.

Mit einem umfassenden Antrag geht die Union nun in die morgige Sitzung des Ausschusses für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur (Mittwoch, 15:00 Uhr im Technischen Rathaus), um gemeinsam mit der SPD und den weiteren Gremien eine neue, realistische Marschrichtung für das Herzstück der Wattenscheider Innenstadt einzuschlagen.

Abschied von der reinen Autofreiheit: Fokus auf Tempo 20

„Nach dem erneuten und mehr als deutlichen Votum der Wattenscheider Bezirksvertretung gegen einen autofreien August-Bebel-Platz ist das Thema durch. Man kann die Autofreiheit jetzt unmöglich weiter durch die Gremien peitschen“, findet Dr. Stefan Jox, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion, klare Worte. Die CDU fordert die Stadtverwaltung in ihrem Antrag daher formal auf, eine neue Planung vorzulegen, die den fließenden, motorisierten Individualverkehr (MIV) auf dem Platz explizit beibehält.

Statt einer Vollsperrung, deren verkehrliche Verdrängungseffekte auf die umliegenden Wohnstraßen laut CDU unvorhersehbar wären, setzt die Fraktion auf ein alternatives Beruhigungskonzept. Die Verkehrsführung soll neu geordnet werden, um Fußgängern, Radfahrern und den Nutzern des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) deutlich mehr Sicherheit und Raum zu bieten. Kernstück dieser Verkehrsberuhigung soll eine drastische Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 20 im gesamten Platzbereich sein.

Der Brunnen als neuer „Star des Platzes“

Dass der Platz durch den verbleibenden Autoverkehr auch auf absehbare Zeit zweigeteilt bleibt, verbucht die CDU nicht als Nachteil, sondern als planerische Realität, die man städtebaulich klug lösen müsse. „Zuletzt wurde viel darüber diskutiert, ob Änderungen am Bebel-Platz überhaupt noch erwünscht sind. Aus Sicht der CDU kann ich nur sagen: Mehr denn je!“, bekräftigt CDU-Ratsfraktionschef Karsten Herlitz.

Die Union bringt dafür ein ganz neues Ideenbündel ein, welches das historische Erbe Wattenscheids betont:

  • Wahrzeichen im Fokus: Der zentrale Brunnen soll als echtes Wattenscheider Symbol – vergleichbar mit dem Hollandturm – zum architektonischen Mittelpunkt des Platzes aufgewertet werden.

  • Sitzstufen & Illumination: Rund um das Wasserspiel sollen großzügige Sitzstufen entstehen, die zum Verweilen einladen. Ein innovatives Beleuchtungskonzept soll den Brunnen in den Abendstunden als „Star des Platzes“ illuminieren.

  • Kultur am Freitagabend: Herlitz schweben bereits konkrete Bilder von lauen Sommerabenden vor: Freitags sollen auf den Stufen regelmäßige Kulturevents stattfinden, bei denen sich die lokale Kunst- und Musikszene den Bürgern präsentieren kann.

                 [ DIE NEUEN EVALUIERUNGSPUNKTE FÜR DEN „BEBEL“ ]
                 
   • Beibehaltung der Durchfahrt  ──► Verkehrsberuhigung auf Tempo 20
   • Aufwertung des Brunnens      ──► Einbau von Sitzstufen & Illumination
   • Mehr urbane Ökologie         ──► Rasengleise & begrünte Haltestellen
   • Schutz von Freiflächen       ──► Verzicht auf geplanten Parkplatz-Neubau

Rasengleise, Wasserspielplatz und Bau-Stopp

Um dem August-Bebel-Platz trotz der unvermeidbaren Straßenschneise ein optisch einheitliches Gesicht zu geben, schlägt die Politik die Prüfung von durchgängigen Bodenmustern vor. Zudem soll der Grünanteil im Kernbereich massiv hochgefahren werden. Neben einer intensiven Bepflanzung rund um die ÖPNV-Haltestellen fordert die CDU ausdrücklich den Einbau von Rasengleisen im Gleisbett der Straßenbahn.

Abschließend greift der Antrag zwei zentrale Forderungen aus der Wattenscheider Bürgerschaft auf, die im Bündnis mit den anderen Fraktionen getragen werden: Für Familien mit Kindern soll im Zuge der Umgestaltung ein neuer Wasserspielplatz geprüft werden. Zudem erteilt die Politik den ursprünglichen Plänen für einen massiven Hochbau-Neubau auf der Fläche des jetzigen Parkplatzes eine endgültige Absage. Diese Freifläche soll für die städtische Nutzung und den Parkraum erhalten bleiben.

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