
Gesundheitsamt
Das Gesundheitsamt in Bochum, 06.05.2019. +++ Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum
Nach Berichten über Infektionsfälle auf einem Kreuzfahrtschiff und einer ausgerufenen WHO-Gesundheitsnotlage verzeichnet das städtische Amt vermehrt Anfragen. Die Experten betonen: Das Risiko für die Bochumer Bevölkerung ist sehr gering.
Das Gesundheitsamt der Stadt Bochum verzeichnet in den vergangenen Tagen ein erhöhtes Aufkommen an Bürgeranfragen zu aktuellen internationalen Infektionsgeschehen. Auslöser sind zum einen Berichte über Fälle des südamerikanischen Andes-Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff sowie die Ausrufung einer internationalen Gesundheitsnotlage wegen Ebola-Ausbrüchen in Zentralafrika durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die städtischen Mediziner betonen, dass für die Bevölkerung in Bochum aktuell keine akute Gefährdung besteht, und bitten um eine sachliche Einordnung der Meldungen.
Der Fall der Kreuzfahrt: Fakten zum Andes-Hantavirus
Im Fokus der Anfragen steht eine Kreuzfahrt, die im April 2026 in Südargentinien gestartet ist. Bei mehreren Passagieren dieses Schiffes wurde das spezifische Andes-Hantavirus nachgewiesen, welches in Südamerika heimisch ist und dort primär von der Reisratte übertragen wird.
Hantaviren kommen prinzipiell weltweit vor. Während in Deutschland vor allem die Rötel- und Brandmaus als Virusträger relevant sind, scheiden alle infizierten Nagetiere den Erreger über Speichel, Urin und Kot aus. Der Mensch infiziert sich meist durch das unbewusste Einatmen von aufgewirbeltem, kontaminiertem Staub oder durch Bisse. Die Verläufe in Deutschland sind meist harmlos oder äußern sich in unspezifischen Grippesymptomen wie Fieber sowie Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen.
Eine biologische Besonderheit des südamerikanischen Andes-Typs liegt darin, dass in sehr seltenen Fällen und bei extrem engem Kontakt mit Körperflüssigkeiten auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich ist. Das Gesundheitsamt gibt jedoch Entwarnung: Durch eine strikte Isolierung und die engmaschige Überwachung aller Kontaktpersonen der betroffenen Kreuzfahrtteilnehmer wurde eine Weiterverbreitung wirksam unterbunden. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) stuft das Risiko für die Allgemeinbevölkerung daher als extrem gering ein.
Ebola-Ausbrüche in Zentralafrika: WHO ruft Notlage aus
Das zweite Thema betrifft die aktuelle Lage in Zentralafrika, insbesondere in Uganda und der Demokratischen Republik Kongo. Aufgrund dortiger Ausbrüche des Ebolavirus hat die WHO eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen, um globale Ressourcen und die internationale Kooperation zu bündeln.
Ebola zählt zu den seltenen, aber sehr schwerwiegenden hämorrhagischen Fiebererkrankungen, die zu schweren inneren Blutungen führen können. Eine Übertragung erfolgt jedoch fast ausschließlich über den direkten Kontakt mit den Körperflüssigkeiten infizierter Menschen oder Tiere. Für die breite Bevölkerung in Deutschland besteht auch hier keinerlei akute Bedrohung.
Die Stadt Bochum überwacht die internationale Infektionslage im engen Austausch mit nationalen Institutionen fortlaufend. Für Bürgerinnen und Bürger, die spezifische Rückfragen an die Behörde haben, wurde eine zentrale Kontaktadresse eingerichtet. Anfragen können per E-Mail direkt an Anliegen-Gesundheitsamt@bochum.de gerichtet werden.
