
Da Rotaviren hoch ansteckend und leicht übertragbar sind, sind nicht nur Kinder gefährdet. Auch Erwachsene können sich damit infizieren.
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Die Zahl der Magen-Darm-Infektionen durch Rotaviren hat sich in Bochum mehr als verdoppelt. Nach aktuellen Erhebungen des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden im Jahr 2025 insgesamt 253 nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Rotavirus-Fälle im Stadtgebiet registriert, nachdem im Vorjahr 2024 lediglich 122 Erkrankungen gemeldet worden waren.
Angesichts dieser Entwicklung warnt die AOK NordWest vor den Gefahren für den Nachwuchs und appelliert an Eltern, ihre Neugeborenen frühzeitig immunisieren zu lassen.
Rotaviren zählen weltweit zu den Haupterregern für heftige Durchfallerkrankungen, Erbrechen und massive Bauchschmerzen. Während ältere Menschen die Infektion mitunter milder überstehen, verläuft der Magen-Darm-Infekt bei Säuglingen und Kleinkindern häufig besonders schwerwiegend, da das kindliche Immunsystem erst im Laufe der ersten Lebensjahre eine Abwehr gegen die Viren aufbaut. Der rasche und hohe Verlust von Flüssigkeit und lebenswichtigen Salzen stellt für die kleinen Patientinnen und Patienten eine erhebliche Belastung dar; gelingt es nicht, diesen Mangel rechtzeitig auszugleichen, kann die Dehydrierung schnell lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.
Schluckimpfung schützt Säuglinge – Krankenkassen übernehmen Kosten
Da es keine gezielten antiviralen Arzneimittel zur Bekämpfung des Erregers gibt und eine Therapie sich auf das Lindern von Symptomen beschränken muss, kommt der Vorbeugung entscheidende Bedeutung zu. Jörg Kock, Serviceregionsleiter der AOK, weist auf die offizielle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) hin: Vorgesehen ist eine gut verträgliche Schluckimpfung im Säuglingsalter, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig getragen werden. Abhängig vom gewählten Präparat umfasst die Grundimmunisierung zwei oder drei Dosen, die im zeitlichen Mindestabstand von vier Wochen verabreicht werden.
Hohe Ansteckungsgefahr: Strikte Hygiene im Alltag erforderlich
Rotaviren weisen eine extrem hohe Infektiosität auf und verbreiten sich primär im Wege der klassischen Schmierinfektion. Kleinste Spuren von Stuhlresten an den Händen reichen aus, um die Viren über den Mund- und Verdauungstrakt weiterzugeben. Ebenso lauert die Ansteckung an kontaminierten Gegenständen wie Türgriffen, Toilettensitzen, Wasserhähnen oder verunreinigten Lebensmitteln. Neben Kleinkindern gelten auch ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem als besonders gefährdet.
Zur Vorbeugung rät die Krankenkasse zu konsequenter Alltagshygiene. Neben regelmäßigem und gründlichem Händewaschen mit Seife sollten bei der Händedesinfektion ausschließlich Mittel genutzt werden, die vom RKI als „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“ zertifiziert sind, da herkömmliche Desinfektionsmittel die widerstandsfähigen Erreger oft nicht zuverlässig inaktivieren. Weiterführende Ratschläge zur Immunisierung und Säuglingsgesundheit stellt die AOK über ihr Onlineportal bereit.
