Beitrag: Bildungsprotest am 19. September
Neues Gymnasium / Schule

(c) Sebastian Sendlak

Strukturelle Krise im Klassenzimmer: 25 Jahre nach dem PISA-Schock schlägt die Schülerschaft in Bochum Alarm und schließt sich dem bundesweiten Aktionstag des Bündnisses Bildungswende JETZT! an, um mehr Personal, moderne Schulgebäude und faire Bildungschancen einzufordern.

Ein Vierteljahrhundert nach den ersten verheerenden PISA-Ergebnissen sehen Lernende und pädagogisches Fachpersonal das Bildungssystem an einem kritischen Tiefpunkt. Die jüngst veröffentlichte PISA-Erhebung verdeutlicht, dass viele grundlegende Reformen ausgeblieben sind und die Leistungs- sowie Förderdaten schlechter ausfallen als im Jahr 2001. Vor diesem Hintergrund formiert sich breiter Widerstand an der Basis: Für Samstag, 19. September 2026, ruft das Aktionsbündnis Bildungswende JETZT! unter dem Leitspruch „25 Jahre PISA: Schluss mit Ausreden. Bildungswende JETZT!“ zu einem zentralen Protesttag auf.

Bochumer Schülerschaft schließt sich den Forderungen an

In Bochum stellt sich die Bezirksschülervertretung (BSV) geschlossen hinter die Initiative und mobilisiert die lokale Schülerschaft. Nach Ansicht der Schülervertretung braucht gute Bildung endlich den politischen Stellenwert, der ihr zusteht. Konkret verlangt die Bochumer Jugend spürbare Investitionen in die städtische Schullandschaft, die bauliche Modernisierung der Lernorte und eine tatsächliche Chancengleichheit, die nicht länger von der sozialen Herkunft oder dem elterlichen Einkommen abhängt.

Die Belastungen im Schulalltag zeigen sich auch vor Ort drastisch. Neben akutem Lehrkräftemangel arbeiten Schulsozialarbeitende, Erziehende und Integrationskräfte unter dauerhaften Krisenbedingungen am Limit. Hinzu kommt ein wachsender Leistungs- und Notendruck, der gepaart mit gesellschaftlichen Zukunftsängsten die psychische Gesundheit vieler junger Menschen belastet, während gleichzeitig stützende Angebote und Fachkräfte fehlen.

Landesweite Mobilisierung zur Großkundgebung

Rückendeckung erhält die Bewegung von der Bildungsgewerkschaft GEW NRW. Deren Landesvorsitzende Ayla Çelik warnt eindringlich davor, die Chancen einer ganzen Generation zu verspielen, wenn Schülerinnen und Schüler weiterhin elementare Basiskompetenzen verfehlen oder Schulen ohne Abschluss verlassen müssen. Um den Forderungen nach einem grundlegenden Kurswechsel Nachdruck zu verleihen, organisieren Schulinitiativen aus ganz Nordrhein-Westfalen die gemeinsame Anreise zu den Protesten. Für Aktive und Schülergruppen aus Bochum bildet die zentrale Landes- und Bundeskundgebung auf dem Heumarkt in Köln den Hauptanlaufpunkt des Protestsamstags.

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