Beitrag: Arbeitslosigkeit in Bochum klettert im Juli auf 9,4 Prozent
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Agentur für Arbeit

Der Bochumer Arbeitsmarkt verzeichnet im Juli 2026 eine spürbare Zunahme der Erwerbslosigkeit. Zum Monatsende stieg die Gesamtzahl der arbeitslos gemeldeten Personen auf 18.978. Das entspricht einem Zuwachs von 668 Personen oder 3,6 Prozent gegenüber dem Vormonat Juni sowie einem Plus von 598 Personen beziehungsweise 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote verharrt auf einem vergleichsweise hohen Niveau und kletterte auf 9,4 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 9,2 Prozent.

Neben den für die Jahreszeit typischen Effekten wie dem Ausbildungsende junger Menschen und nicht verlängerten Verträgen wirken sich der anhaltende technologische Wandel und eine verhaltene Konjunktur belastend auf den Arbeitsmarkt aus.

Saisoneffekte treffen auf tiefgreifende Transformation

Ein Anstieg der Erwerbslosigkeit in den Sommermonaten ist auf dem Arbeitsmarkt nicht ungewöhnlich. Dennoch machen die aktuellen Daten deutlich, dass die Entwicklung über rein saisonale Effekte hinausgeht. Franziska Meyer, die neue operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Bochum, betont, dass die Zunahme der Zahlen Anzeichen eines tiefgreifenden Wandels im Arbeitsumfeld sind. Ganz Berufsfelder verändern sich, während das verarbeitende Gewerbe seit Jahren kontinuierlich Stellen abbaut.

Aufgrund der unsicheren Gesamtlage wägen viele Unternehmen Neu-Einstellungen von Arbeitskräften derzeit sehr vorsichtig ab. Das Suchen und Finden von qualifizierten Fachkräften gestalte sich zunehmend komplexer, da geänderte Anforderungsprofile spezifische Qualifikationen verlangen.

Entwicklung in den Rechtskreisen, bei Älteren und Jugendlichen

Der sommerliche Zuwachs der Arbeitslosigkeit zieht sich durch nahezu alle Personen- und Rechtskreise:

  • Arbeitslosenversicherung (SGB III): Im Bereich der Arbeitslosenversicherung sind aktuell 5.579 Personen registriert. Dies bedeutet einen Anstieg um 300 Personen (plus 5,7 Prozent) im Vergleich zum Juni und ein Plus von 419 Personen (plus 8,1 Prozent) im Vorjahresvergleich.

  • Grundsicherung (SGB II): Das Jobcenter zählt im Juli insgesamt 13.399 arbeitslose Bürgerinnen und Bürger. Das entspricht 70,6 Prozent aller Arbeitslosen in Bochum. Zum Vormonat stieg die Zahl um 368 Personen (plus 2,8 Prozent), im Vergleich zum Vorjahr um 179 Personen (plus 1,4 Prozent).

  • Jugendarbeitslosigkeit: Unter den Personen unter 25 Jahren sind derzeit 1.465 Jugendliche arbeitslos gemeldet. Bedingt durch den Abschluss von Schul- und Ausbildungsjahrgängen stieg die Zahl um 116 Personen (plus 8,6 Prozent) gegenüber Juni. Im Vorjahr waren es 29 junge Menschen weniger.

  • Ältere Arbeitssuchende: Bei den über 50-Jährigen verzeichnet die Statistik 6.600 Arbeitslose. Das sind 205 Personen (plus 3,2 Prozent) mehr als im Vormonat und 115 Personen (plus 1,8 Prozent) mehr als im Juli des Vorjahres.

  • Langzeitarbeitslosigkeit: Insgesamt 7.516 Personen sind länger als ein Jahr ohne sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Davon befinden sich 6.909 Personen (91,9 Prozent) im Bereich der Grundsicherung. Im Monatsvergleich stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 186 Personen, im Jahresvergleich um 212 Personen.

  • Unterbeschäftigung: In der Unterbeschäftigung, die auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder Sonderstati erfasst, sind im Juli 22.937 Menschen registriert – ein Plus von 334 Personen zum Vormonat und 425 Personen mehr als vor einem Jahr.

Dynamik bei den Stellenangeboten und Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

Trotz der verhaltenen Grundstimmung zeigen sich bei den neu gemeldeten Arbeitsstellen positive Impulse. Im Juli wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Bochum 548 neue Stellenangebote gemeldet. Das sind 49 Stellen mehr als im Juni und 85 mehr als im Vorjahresmonat. Der Gesamtbestand an offenen Stellen verringerte sich hingegen leicht auf 2.892 Angebote.

Auf dem Ausbildungsmarkt richtet die Arbeitsagentur einen dringenden Appell an Unternehmen sowie Jugendliche. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich 2.052 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle (minus 1 Prozent zum Vorjahr). Auf der Arbeitgeberseite wurden im selben Zeitraum 2.098 Ausbildungsstellen gemeldet (plus 4 Prozent). Ende Juli standen 660 noch unversorgte Jugendliche insgesamt 847 unbesetzten Ausbildungsstellen gegenüber.

Die Agentur für Arbeit betont, dass Aus- und Weiterbildung trotz aller wirtschaftlichen Hürden der entscheidende Schlüssel für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe bleiben. Nach wie vor gebe es gute Chancen für Unversorgte, noch für den Herbst einen passenden Ausbildungsplatz in Bochum zu finden.

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