Beitrag: Rückenschmerzen in Bochum: Fehltage bleiben auf hohem Niveau
In Bochum sind fast ein Drittel der Bevölkerung wegen Rückenschmerzen in ärztlicher Behandlung.

Foto: AOK/Colourbox/hfr

Eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest zeigt die erheblichen Auswirkungen von Rückenbeschwerden auf die Arbeitswelt und die Lebensqualität in der Stadt.

Rückenbeschwerden zählen weiterhin zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit in Bochum. Laut einer Analyse der AOK NordWest verursachten Rückenschmerzen im Jahr 2025 allein bei den Versicherten dieser Krankenkasse insgesamt 128.222 Fehltage. Jörg Kock, Serviceregionsleiter der AOK, betont anlässlich des bundesweiten Tages der Rückengesundheit am 15. März, dass diese Beschwerden die Lebensqualität vieler Menschen massiv einschränken. Um Schmerzen vorzubeugen, sei regelmäßige körperliche Aktivität nachweislich das effektivste Mittel. Die Daten verdeutlichen, dass Rückenleiden kein Randphänomen sind, sondern eine breite Schicht der Bevölkerung betreffen und Unternehmen vor personelle Herausforderungen stellen.

Fast ein Drittel der Bochumer Bevölkerung in Behandlung

Die statistischen Zahlen zeichnen ein deutliches Bild der gesundheitlichen Lage: Etwa 116.900 Menschen in Bochum befinden sich aufgrund von Rückenschmerzen in ärztlicher Behandlung. Dies entspricht einem Anteil von 31,9 Prozent und damit fast einem Drittel der Stadtbevölkerung. In Westfalen-Lippe ist dabei zu beobachten, dass die Krankheitshäufigkeit mit zunehmendem Alter signifikant ansteigt. Ein weiteres Merkmal der Auswertung ist das Geschlechterverhältnis: In fast allen Altersgruppen weisen Frauen eine höhere Betroffenheit auf als Männer.

Neben dem Alter spielen verschiedene Risikofaktoren eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Kreuzschmerzen. Die „Nationale VersorgungsLeitlinie“ nennt hierbei nicht nur körperliche Auslöser, sondern auch psychosoziale Faktoren wie Stress, Depressionen oder ein ausgeprägtes Schonverhalten. Auch die Bedingungen am Arbeitsplatz, etwa einseitige Körperhaltungen, schwere körperliche Belastungen oder psychische Belastungen wie Mobbing und Unzufriedenheit, tragen zur Chronifizierung bei. Lifestyle-Faktoren wie Rauchen, Übergewicht und mangelnde körperliche Kondition begünstigen die Beschwerden zusätzlich.

Bewegung als Schlüssel gegen den Schmerzkreislauf

Ein häufiger Fehler im Umgang mit Rückenleiden ist die körperliche Schonung. Jörg Kock erklärt, dass viele Betroffene bei Schmerzen instinktiv zur Bettruhe neigen. Diese Inaktivität schwäche die Muskulatur jedoch weiter und führe oft in einen Teufelskreis aus Verspannung, Schmerz und einer daraus resultierenden Schonhaltung. Experten raten daher dazu, trotz Beschwerden so weit wie möglich in Bewegung zu bleiben. Regelmäßige Aktivität gilt als die beste Präventionsmaßnahme, um der Entstehung von chronischen Schmerzen entgegenzuwirken und die stützende Muskulatur zu kräftigen.

Besonders langes Sitzen in starrer Position belaste den Rücken massiv. Hier gelte es, den Arbeitsalltag dynamischer zu gestalten und gezielte Ausgleichsbewegungen zu integrieren. Die moderne Arbeitswelt fordert den Stützapparat des Körpers einseitig, weshalb ein bewusster Fokus auf die Rückengesundheit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen an Bedeutung gewinnt. Die Vermeidung von Fehlbelastungen und die Förderung einer starken Rumpfmuskulatur stehen dabei im Zentrum der medizinischen Empfehlungen.

Kostenfreie Trainingsangebote für alle Bürger

Um den Einstieg in ein rückengerechtes Leben zu erleichtern, bietet die AOK NordWest im Rahmen ihrer Kampagne „Gesunder Rücken – stark fürs Leben“ digitale Unterstützung an. Der sogenannte „AOK-Rückentrainer“ umfasst ein sechswöchiges Videoprogramm, das Übungen zeigt, die ohne Hilfsmittel in den Alltag integriert werden können. Das Besondere: Dieses Angebot steht auch Nicht-Versicherten kostenlos unter aok.de/rueckentrainer zur Verfügung. Ziel ist es, ein niedrigschwelliges Training zu ermöglichen, das den Teufelskreis aus Inaktivität und Schmerz durchbricht.

Zusätzlich bietet die Krankenkasse ihren Versicherten individuelle Bewegungsberatungen sowie Gesundheitskurse in Präsenz oder online an. Diese Maßnahmen sollen helfen, die hohe Zahl der Fehltage in Bochum langfristig zu senken und das Bewusstsein für die eigene körperliche Verfassung zu schärfen. Informationen zu diesen Angeboten sind unter aok.de/pk/gesundheitskurse abrufbar. Angesichts der aktuellen Zahlen bleibt die Rückengesundheit ein zentrales Thema der kommunalen Gesundheitsvorsorge.

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