Beitrag: Debatte um Böllerverbot in Bochum flammt erneut auf
Pyrotechnik – Böller

Die Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt kritisiert den Umweltausschuss der Stadt Bochum. Anlass ist ein abgelehnter Antrag zum Böllerverbot an Silvester.

Die Diskussion um ein mögliches Böllerverbot in Bochum ist erneut Thema im politischen Raum. Im Umweltausschuss wurde ein entsprechender Antrag der Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt nicht weiterverfolgt. Die Antragstellerin spricht von fehlendem Gestaltungswillen auf kommunaler Ebene. Die Stadt verweist auf rechtliche Zuständigkeiten. Die Positionen bleiben gegensätzlich.

Am 15. Januar 2025 brachte Nadja Zein-Draeger, Ratsmitglied der Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt, einen Antrag in den Umweltausschuss ein. Ziel war ein weitreichendes Verbot von Knallkörpern mit reiner Geräuschwirkung zu Silvester im Bochumer Stadtgebiet. Neben dem Antrag aus der Politik lagen dem Ausschuss nach Angaben der Ratsgruppe auch mehrere Eingaben aus der Bürgerschaft vor.

Kritik an Verweis auf Bundesebene

Zein-Draeger kritisierte, der Ausschuss habe die Verantwortung an den Bund weitergereicht. Aus Sicht der Ratsgruppe verfüge die Stadt Bochum bereits heute über rechtliche Möglichkeiten, das Abbrennen bestimmter Feuerwerkskörper in dicht besiedelten Gebieten einzuschränken. Als Grundlage wird die Sprengstoffverordnung genannt. Ein sogenannter Flickenteppich an Regelungen sei aus ihrer Sicht nicht zu erwarten.

Als weiteres Argument führt die Ratsgruppe die Einsatzlage in der Silvesternacht an. Die Zahl der Einsätze sei erneut hoch gewesen. In der Notaufnahme des Bergmannsheils seien in der Silvesternacht und am Neujahrstag mehrere Schwerverletzte behandelt worden, darunter auch Kinder mit schweren Verletzungen. Die Einsatzbelastung sei daher kein Ausnahmefall, sondern seit Jahren auf hohem Niveau.

Auch die Abfallmenge durch Silvesterfeuerwerk wurde erneut thematisiert. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden zum Jahreswechsel 2023/2024 allein in Innenstadtbereichen rund 4,9 Tonnen Straßenkehricht eingesammelt. Der überwiegende Teil sei dem Silvesterfeuerwerk zuzuordnen gewesen. Die Ratsgruppe sieht darin ein dauerhaft ungelöstes Umweltproblem.

Alternative Konzepte ohne Beschluss

Als Alternative zu privatem Feuerwerk brachte STADTGESTALTER/Volt erneut zentral organisierte Drohnen- oder Lasershows ins Spiel. Solche Formate werden in anderen Städten erprobt. Im Umweltausschuss fand auch dieser Vorschlag keine Mehrheit. Kritiker verweisen in diesem Zusammenhang auf deutlich höhere Kosten im Vergleich zu klassischen Feuerwerken.

Die Stadt Bochum hält an ihrer bisherigen Linie fest und sieht eine bundeseinheitliche Regelung als vorzugswürdig an. Die Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt kündigte an, das Thema weiter politisch zu begleiten. Eine kurzfristige Änderung der Praxis ist derzeit nicht absehbar.

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