
Talkrunde zum „Jahrhundertspiel“ vor 50 Jahren im Ruhrstadion
(c) Sebastian Sendlak
VfL Bochum zelebrierte des „Jahrhundertspiel“-Jubiläum im Ruhrstadion
Mit vielen Legenden des VfL Bochum wurde heute Abend das 50. Jubiläum des „Jahrhundertspiels“ vom 18. September 1976 (Endstand 5:6 für Bayern nach 4:0 – Führung von Bochum) gefeiert. Auch wenn das Spiel in dem – damals wie heute im Umbau befindlichen – Ruhrstadion mit einer Niederlage für den VfL endete, ist dieses „epische Ereignis“ (Ilja Kaenzig) in die Bundesliga-Geschichte eingegangen. Denn weder vorher noch nachher hat es einen solchen Spielverlauf in der Fußball-Bundesliga gegeben und das Spiel hat sich somit in die Geschichte des Vereins und des Stadions „eingebrannt“.
Anlässlich des 50‑jährigen Jubiläums des von VfL – Fans zum „Jahrhundertspiel“ gewählten Spiels hatte der VfL Bochum Mitwirkende und Zeitzeugen in der Stadtwerke Bochum-Lounge des Ruhrstadions eingeladen. 3.600 blau-weiße Fans hatten im Vorfeld Interesse an der Teilnahme gehabt. Die dann 300 ausgelosten Teilnehmenden erlebten einen in wahrsten Sinne des Wortes „legendären Abend“. Nicht nur durch die vielen VfL‑Legenden, sondern auch durch die via Video-Botschaften eingeblendeten Bayern München – Legenden wie Sepp Maier, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge.
„Unvergessliches Spiel“
Zu Beginn des Abends wurde eine lange verschollene Radiosendung des WDR abgespielt, in dem das „unvergessliche Spiel“, in dem der VfL Bochum zur Halbzeit 3:0 führte und am Ende 5:6 verlor, abgespielt. 45 Minuten lang hatte der Fußballzwerg den Riesen vorgeführt, der mit Legenden wie Sepp Maier im Tor sowie Anschlusstorschütze Karl-Heinz Rummenigge und Siegtorschütze Uli Hoeneß bestückt war. Trotz der Niederlage verbindet den VfL Bochum eine „außergewöhnlich gute Beziehung zum Primus der Niederlage und eine Fanfreundschaft, die wir noch weiter ausbauen wollen“, sagte VfL – Geschäftsführer Ilja Kaenzig heute Abend im Ruhrstadion.
Damals wie heute war das Stadion an der Castroper Straße im Umbau. Vor 50 Jahren konnten damals nur 17.000 Zuschauerinnen und Zuschauer am „Jahrhundertspiel“ teilnehmen, zu dem es lange Zeit keine Bewegtbilder gab. Bis 2011. Damals meldete sich nach einer Veranstaltung im Stadtarchiv der Bochumer Werner David zu Wort. Dieser hatte das Spiel mit seiner Super-8-Kamera von der Zuschauertribüne gefilmt und damit (fast) alle Bochumer Tore für die Nachwelt festgehalten.
Hoeneß: „eines der legendärsten Spiele der Bundesliga“
Höhepunkt eines ganz besonderen VfL‑Abends war die Talkrunde mit Ata Lameck, Hermann Gerland, Jupp Tenhagen und Doppeltorschütze Jupp Kaczor, die durch Video-Einblendungen von Bayern München – Legenden angereichert wurden. Der Ehrenpräsident von Bayern München e.V. und Mitglied des Aufsichtsrates bezeichnete das Spiel im Ruhrstadion als „eines der legendärsten Spiele der Bundesliga“ und ergänzte: „Schön, dass ihr auch eine Niederlage feiert.“. Auch Karl-Heinz Rummenigge gehörte zu den prominenten Gratulanten: „Dieses Spiel hätte keiner verlieren sollen und wenn, hätte der VfL Bochum gewinnen sollen. Stattdessen haben die Bayern Spieler damals eine Extra – Prämie erhalten (was damals noch eine Seltenheit war). Das letzte Wort gehörte aber dem ersten Nationalspieler des VfL Bochum Jupp Tenhagen: „Es war ein grandioses Spiel, das niemals in Vergessenheit geraten wird“ und sich für immer ins Gedächtnis der VfL-Fans eingebrannt hat. Auch heute kann man nach einer 4:0 – Führung im Ruhrstadion immer noch: „Das kann noch eng werden“. Der 18. September 1976 wirkt auch 50 Jahre später noch nach.
