
Auf dem Foto v. l. n. r.: Jens Fritsch, Karsten Herlitz, Jens Koch
(c) CDU Bochum
Politischer Dialog über Pflege, Haushaltslage und Zusammenhalt – ein Netzwerkabend im historischen Ambiente
Ein vollbesetzter Festsaal, gelebte Traditionen und tiefgehende Debatten über die Zukunft des Sozialsektors: Die CDU-Ratsfraktion Bochum hat am Montagabend zur 21. Auflage der traditionellen „Bochumer Begegnung“ eingeladen. In der historischen Scheune von Haus Kemnade versammelten sich zahlreiche Gäste aus der Kommunalpolitik, Wirtschaft, den Kirchen, Sport- und Kulturverbänden sowie dem Sozialwesen zu einem facettenreichen Gedankenaustausch – und auch das Bochum Journal war in diesem Jahr erstmals mit vor Ort. Kulinarisch blieb die Zusammenkunft ihren bewährten Wurzeln treu: Die Anwesenden stärkten sich mit traditionellem westfälischem Pfefferpotthast, ehe der obligatorische Eiswagen für den süßen Schlusspunkt sorgte.
CDU-Fraktionsvorsitzender Karsten Herlitz ging in seiner Grundsatzrede auf die veränderten Vorzeichen in Kommunal- und Landespolitik ein. Mit Blick auf bundesweite Stimmungsbilder betonte er, dass auch Bochum vor anspruchsvollen Herausforderungen stehe: Während die finanziellen Spielräume enger werden, verrohe der Umgangston zusehends. Im Stadtrat erlebe man unerträgliches Geschrei von Rechts- und Linksaußen. Umso bedeutsamer sei es, dass die demokratischen Kräfte der politischen Mitte geschlossen zusammenrücken und verlässliche Gemeinsamkeiten für das Wohl der Stadt erarbeiten.
Diakonie Ruhr: Pflege braucht Zuwanderung und politische Verlässlichkeit
Den inhaltlichen Schwerpunkt bildete die angespannte Situation in der sozialen Arbeit und Pflege. Unter dem Motto „Helfende Hände 2.0“ berichteten zwei Führungskräfte der Diakonie Ruhr – Geschäftsführer Jens Koch und der Geschäftsführer der Pflegesparte Jens Fritsch – aus der täglichen Praxis. Sie skizzierten ein von hohem Reformdruck geprägtes Bild: Einschnitte in der Krankenhauslandschaft treffen auf klamme Kommunalhaushalte, sinkende Kirchensteuereinnahmen und einen rasant steigenden Bedarf an altersgerechtem Wohnraum. Zwar eröffne künstliche Intelligenz wichtige Potenziale zur Entlastung, den gravierenden Personalmangel könne Technik allein jedoch nicht ausgleichen.
Jens Fritsch sprach sich unmissverständlich für gezielte Fachkräftegewinnung aus: Die anstehenden Aufgaben in der Pflege seien ohne Zuwanderung nicht zu bewältigen; man brauche Menschen, die den Weg nach Deutschland finden. Diakonie-Geschäftsführer Jens Koch verwies ergänzend auf die Notwendigkeit stabiler politischer Leitplanken. Um Planungssicherheit für freie Träger zu garantieren, brauche es handlungsstarke Parteien im Zentrum der Demokratie.
