
VfL Bochum vs. Hertha BSC
(c) Sebastian Sendlak
VfL kämpfte mit Leidenschaft, konnte aber auch im zehnten Anlauf den Saisonauftakt nicht gewinnen.
Trotz Einsatz und Chancenplus musste das Team von Chefcoach Uwe Rösler beim gestrigen Flutlichtspiel im Ruhrstadion eine bittere Auftaktniederlage hinnehmen. Den Gästen aus Berlin reichte ein Treffer durch Grönning in der 1. Halbzeit, eine gute Abwehrleistung und etwas Glück in der 2. Halbzeit, um die drei Punkte mit in die Hauptstadt zu nehmen. Trainer und Spieler des VfL sahen trotz der zehnten Saison-Auftaktniederlage in Folge „viele gute Ansätze“ und „keinen Grund, um in Panik zu verfallen“ (Timo Horn).
Der VfL versuchte von Beginn an, sowohl körperlich als auch spielerisch, Akzente zu setzen. VfL – Coach Uwe Rösler dirigierte seine Mannschaft energisch an der Seitenlinie und forderte ein frühes Pressing, das den Gästen aus Berlin nur wenig Raum ließ, außer für einen Fernschuss (Sessa, 08. Minute). Wie in der gestrigen Prematch – Pressekonferenz von Uwe Rösler vorausgesagt, entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten, ebenso wenig wie die Fans auf den Rängen bei ihrem Gesangsduell. Dabei fielen die Gästefans allerdings nicht nur positiv auf. Es kam zu einer Spielunterbrechung, weil ein Transparent der Hertha Fans ein Fluchttor blockierte. Schiedsrichter Wolfgangs Hasselberger unterbrach das Spiel, bis die Fans das Transparent entfernt hatten (23. Minute).
Nach Wiederanpfiff blieb Myoshi bei seiner Chance vor dem Hertha – Tor in der 26. Minute hängen und in der 29. Minute bekam Hofmann nicht genug Druck hinter seinen Kopfball. Auf der anderen Seite kam Herthas zu einer Chance durch Gouram (31. Minute). Und es wurde noch bitterer für den VfL: Denn die Gäste gingen durch Grönning mit 0:1 in Führung. Nur eine Minute später verpasste Bochum den direkten Ausgleich, als Taz nur wenige Zentimeter am Tor vorbeiköpfte.
Insgesamt zeigten die Hausherren in Durchgang eins Probleme im Zweikampfverhalten, bei der Spielkontrolle und auch die Abwehr „wackelte“ an der ein oder anderen Stelle. Dennoch hat sich das neu zusammengewürfelte Team (fünf Neuzugänge in der Startelf) nach dem Rückstand nicht aufgegeben und hätte – mit etwas Glück – den Ausgleich erzielen können. Dies zeigt, dass die Moral und der Glaube an sich im VfL-Team intakt sind.
Rückstand und Doppelwechsel zur Halbzeit
VfL – Chefcoach Uwe Rösler wechselte zur Halbzeit doppelt: Mets und Pannewig kamen für Karademir und Mbom neu ins Spiel. Allerdings blieben zu Beginn weiterhin die Gäste aus Berlin am Drücker. Hofmann setzte ein Lebenszeichen (56. Minute) für den VfL, der in der zweiten Halbzeit bisher keinen richtigen Zugang zum Spiel gefunden hatte. Aber Hofmanns Chance rüttelte Bochum auf und auch die Fans in der Ostkurve wurden wieder laut. In der 60. Minute kam Holtmann für den Startelf – Debütanten Crimaldi beim VfL ins Spiel und hatte kurz danach die erste Chance (63. Minute), die aber ebenso ungenutzt blieb, wie der Versuch von Taz (64. Minute). Aber Bochum hatte jetzt wieder etwas Aufwind, allerdings fehlten die wirklich zwingenden Chancen. Und die Chancen, die der VfL hatte, konnte er nicht nutzen (Holtmann, 71, Minute). Rösler wechselte in der 75. Minute erneut (Rasmussen für Myoshi). Bochum kämpfte, allerdings lief den Hausherren jetzt die Zeit davon, die Gäste verteidigten „mit Maus und Mann“. Kurz vor Schluss kam noch Hanslik für Cokay beim VfL (85. Minute), aber Herthas Torwart Gersbeck hielt auch den letzten – insgesamt sechsten – VfL-Versuch von Holtmann (89. Minute).
Bochum scheiterte am Ende ein Stück weit auch an sich selbst, da die Mannschaft von Uwe Rösler nur in der zweiten Halbzeit ihr – junges – Potenzial zeigte. Und muss jetzt am zweiten Spieltag auswärts bei Eintracht Braunschweig antreten (14. August, 18:30 Uhr).
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Horn: „Haben viele gute Ansätze gezeigt“
In der Mix-Zone betonte der neue VfL – Kapitän Timo Horn: „Wir stehen leider mit leeren Händen da, haben trotzdem viele gute Ansätze gezeigt.“ Der Torhüter zeigte sich zuversichtlich, dass sich der Erfolg bald einstellen wird, und betonte im Hinblick auf die Auftaktniederlage: „Ich werde nicht in Panik verfallen.“
Wittek: „Uns hat etwas der Mut gefehlt“
„Wir haben heute einen Fehler gemacht, der das Spiel entschieden hat. Wir hatten eigene Chancen, waren aber etwas zu ineffizient und die Durchschlagskraft hat uns gefehlt. (…) In der ersten Halbzeit hat uns etwas der Mut gefehlt, aber in der zweiten Halbzeit waren wir deutlich besser und haben insgesamt kein schlechtes Spiel gezeigt. (…)
Wir stehen mit leeren Händen da, können aber trotzdem darauf aufbauen.“
Rösler: „1:1 wäre verdient gewesen“
In der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte VfL – Chefcoach Uwe Rösler:
„1:1 wäre mehr als gerecht gewesen, da wir in der 2. Halbzeit ein Chancenplus hatten. (…) Wir müssen aus den Chancen mindestens einen Treffer erzielen. Die Einstellung war da, wir waren griffig und wir haben alles auf dem Platz gelassen. Daher mache ich der Mannschaft keine Vorwürfe. (…) Die Zuschauer waren natürlich enttäuscht, haben uns aber am Ende trotzdem applaudiert. Solche Fans in so einem Stadion gibt es nicht oft.“
