
Lohrheidestadion
In der Bochumer Lokalpolitik stehen im Spätsommer zwei gegensätzliche Themen im Fokus: Die CDU-Fraktion bringt eine Initiative zur moderneren Baumüberwachung mittels Drohnentechnik und Künstlicher Intelligenz ein, während die Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt offene Kosten- und Infrastrukturfragen rund um die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Lohrheidestadion aufwirft.
CDU fordert Pilotprojekt: Drohnen und KI für Bochums Bäume
Die Bochumer CDU-Fraktion möchte die städtische Baumkontrolle digitalisieren. Nach dem Vorbild eines einstimmig gefassten Beschlusses im Oberhausener Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt fordert der CDU-Ratsherr Dr. Benedikt Gräfingholt ein entsprechendes Pilotprojekt für Bochum. Ein Antrag dazu wird in die kommende Sitzung des Ausschusses für Sicherheit, Umwelt und Nachhaltigkeit eingebracht.
Darin soll die Verwaltung beauftragt werden, einen Testbetrieb mit Drohnen zu starten sowie die Unterstützung durch Künstliche Intelligenz (KI) bei der Bildauswertung zu prüfen. Laut dem umweltpolitischen Sprecher Dr. Daniel Obitz bieten Drohnen einen deutlichen Vorteil bei der Inspektion von Baumkronen, da sie Schäden an großen, klimarelevanten Bäumen wesentlich schneller und einfacher identifizieren können als manuelle Kontrollen per Leiter. Zudem soll die Stadt prüfen, ob Förderprogramme von Bund, Land oder EU für die Anschaffung der Drohnentechnik genutzt werden können.
Der Umwelt- und Nachhaltigkeitsausschuss befasst sich am 15. September 2026 im Technischen Rathaus mit der Beschlussvorlage.
STADTGESTALTER/Volt hinterfragen Kosten für DLM-Verkehrskonzept
Die Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt richtet den Blick auf die erst kürzlich ausgerichteten Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften (DLM) im neu sanierten Lohrheidestadion in Wattenscheid. Zwar verliefen die Wettkämpfe sportlich erfolgreich, das dafür umgesetzte Verkehrskonzept wirft aus Sicht von Nikolas Lange (verkehrspolitischer Sprecher) und Raphael Braune (sportpolitischer Sprecher) jedoch finanzielle und rechtliche Fragen auf.
Mit einer parlamentarischen Anfrage fordert die Ratsgruppe Aufklärung über die genaue Verteilung der entstandenen Kosten. Im Fokus stehen dabei unter anderem mobile Sperranlagen mit Sicherheitspersonal zum Schutz der Anwohnerschaft, kostenfreie Busshuttles der BOGESTRA sowie die gebührenfreie Bereitstellung des städtischen Parkhauses am Stadionring. Die Politiker bezweifeln, ob die von der Stadt bezifferten 36.000 Euro sämtliche Dienstleistungen abdecken, und verweisen darauf, dass solche Sicherheits- und Verkehrsmaßnahmen eigentlich vom Veranstalter, dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), zu tragen seien. Eine städtische Kostenübernahme – analog zu Ratsbeschlüssen für traditionelle Brauchtumsveranstaltungen – hätte nach Auffassung der Fraktion eines expliziten Gremienbeschlusses bedurft.
Abschließend üben STADTGESTALTER/Volt scharfe Kritik an der aus ihrer Sicht versäumten Infrastrukturplanung. Bereits 2022 und in den Vorjahren wurden Anträge für eine verbesserte ÖPNV-Anbindung sowie Machbarkeitsstudien für eine direkte Schienenverbindung (Regio-Tram) von der Ratsmehrheit abgelehnt. Das Stadion befinde sich zwar auf dem Niveau Deutscher Meisterschaften, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr verharre jedoch auf dem Level von Bundesjugendspielen.
