Beitrag: Premiere bei Bochum Total: Kirchen bieten erstmals Festival-Seelsorge an
(c) Evangelische Kirche in Bochum

Bei der anstehenden 40. Jubiläumsausgabe des Kult-Festivals sind evangelische und katholische Seelsorger mit einem eigenen Team und auffälligen Westen für die Besuchenden vor Ort.

Das überregional bekannte Innenstadt-Festival „Bochum Total“ feiert in diesem Jahr seine 40. Auflage – und hält für die zehntausenden Besucherinnen und Besucher neben dem Musikprogramm eine echte Premiere bereit. Wenn am morgigen Donnerstag das viertägige Event im Bermuda3Eck startet, werden zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals ökumenische Seelsorgerinnen und Seelsorger der evangelischen und katholischen Kirche direkt auf dem Gelände präsent sein. Das Angebot richtet sich an alle, die in einer akuten Krise stecken, Probleme wälzen oder im Festivaltrubel einfach mal für einen Moment tief durchatmen und reden möchten.

Das Konzept: Zwei-Schicht-System und hohe Sichtbarkeit

Obwohl die sogenannte Festival-Seelsorge bundesweit (etwa bei großen Rockfestivals) kein gänzlich neues Konzept ist, schließt sie in diesem Jahr eine Lücke im Herzen von Bochum. Die Initiative für das Projekt ging von Pfarrer Constantin Decker und Pastoralreferent Michael Diek aus. Die beiden Geistlichen haben im Vorfeld alle nötigen organisatorischen Absprachen mit den Festival-Verantwortlichen getroffen und ein ehrenamtliches Team zusammengestellt.

Um eine lückenlose Erreichbarkeit während der langen Festivaltage zu garantieren, arbeiten die Seelsorgenden in einem strukturierten Zwei-Schicht-System. Das Team besetzt eine feste Anlaufstelle:

  • Das Seelsorge-Zelt: Zentral platziert direkt vor dem Anneliese Brost Musikforum Ruhr.

Zusätzlich sind mobile Zweier-Teams direkt im dichten Gedränge des Festivalgeländes unterwegs. Für die Besucherinnen und Besucher sind die Seelsorger unkompliziert und schnell zu erkennen: Sie tragen während ihrer Schichten speziell angefertigte, farblich auffällige Westen.

Ein offenes Ohr ohne Barrieren

Das Angebot versteht sich als niederschwellige Ergänzung zu den klassischen Rettungs- und Sicherheitsdiensten vor Ort. Während Sanitäter sich um körperliche Blessuren kümmern, widmet sich das Kirchteam den seelischen Belastungen. Egal ob Beziehungsstress, Überforderung durch die Menschenmassen, persönliche Sorgen oder einfach das Bedürfnis nach einem empathischen Zuhörer – die Seelsorger unterliegen der Schweigepflicht und sind für alle Anliegen offen.

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