Beitrag: Bebauungsplan für ehemaliges „JaKe“-Gelände liegt aus
Rathaus und BVZ

(c) Sebastian Sendlak

Auf dem rund 2,5 Hektar großen Areal der früheren Firma Jahnel Kestermann entsteht ein hochwertiges Wohngebiet inklusive Kita und hohem geförderten Anteil. Bürgerinnen und Bürger können die Pläne ab dem 30. Juni einsehen und mitgestalten.

Ein bedeutendes städtebauliches Großprojekt im Bochumer Süden biegt in die nächste entscheidende Phase ein. In Bochum-Wiemelhausen wird der Bebauungsplan Nr. 987 – Hunscheidtstraße / Waldring offiziell aufgestellt. Wo früher auf dem Betriebsgelände der Firma Jahnel Kestermann schwere Getriebe gefertigt wurden, entsteht in naher Zukunft auf einer Fläche von rund 2,5 Hektar ein modernes, hochwertiges Wohnquartier. Neben dringend benötigtem Wohnraum verankert die Stadt Bochum in den Plänen auch eine soziale Infrastruktur sowie ambitionierte ökologische Standards.

Fokus auf bezahlbaren Wohnraum und grüne Architektur

Das städtebauliche Konzept für das neue Viertel setzt auf eine ausgewogene Mischung aus urbaner Dichte, architektonischer Qualität und sozialer Verantwortung. Ein zentraler Eckpfeiler des Projekts: 40 Prozent der entstehenden Wohnflächen werden im geförderten Mietwohnungsbau realisiert. Damit steuert die Stadt dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum in gefragter Lage aktiv entgegen. Zudem wird im Quartier eine mindestens viergruppige Kindertagesstätte (Kita) integriert.

Die baulichen Details im Überblick:

  • Gebäudehöhen: Entlang der Hunscheidtstraße sind überwiegend bis zu viergeschossige Gebäude geplant. Nach Norden und Westen hin – zur bestehenden Nachbarbebauung – stuft sich die Architektur schonend auf drei bis vier Vollgeschosse ab.

  • Zentraler Baublock: Im Herzen des Plangebiets wird ein kompakter Baublock platziert, der sich in Lage und Dimension an der gegenüberliegenden Bebauung der Hunscheidtstraße orientiert. Erschlossen wird dieser Bereich über eine u-förmige Planstraße.

  • Klimaschutz auf dem Dach: Für die modernen Baukörper sind vorwiegend Flachdächer vorgeschrieben, die zwingend mit einer Dachbegrünung sowie Photovoltaikanlagen zur nachhaltigen Energiegewinnung kombiniert werden.

  • Schwammstadt-Prinzip: Zwischen den Gebäuden sorgen Vorgärten und ausgedehnte Grünbereiche für Lebensqualität. Zudem sind spezielle Mulden zur oberirdischen Regenwasserableitung geplant, um das Mikroklima zu fördern.

Autofreie Achsen und Ertüchtigung des Waldrings

Ein besonderes Augenmerk des Bebauungsplans liegt auf einer zukunftsweisenden Verkehrsführung, die den Fuß- und Radverkehr stärkt. Eine direkte Durchfahrt für Autos zwischen der Hunscheidtstraße und der Mozartstraße wird es nicht geben – diese Verbindung bleibt ausschließlich Fußgängern und Fahrradfahrern vorbehalten. Vom Waldring aus wird zudem ein separater Fuß- und Radweg direkt in das neue Baugebiet hineingeführt.

Im nördlichen Bereich wird der Waldring für den Fuß- und Radverkehr sowie zur Sicherung der bestehenden Anwohner-Erschließung umfassend ertüchtigt. Die Straße erhält in diesem Zuge mit einer neuen Wendeanlage, einer Stellplatzanlage und einer teilweise veränderten Wegeführung ein komplett neues Gesicht.

Planauslage: So können Bürger sich beteiligen

Die Stadt Bochum setzt auf eine transparente Bürgerbeteiligung. Die kompletten Planungsunterlagen liegen im Sommer für knapp sechs Wochen öffentlich aus. Im Zeitraum vom 30. Juni bis zum 7. August 2026 haben alle interessierten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, die Entwürfe einzusehen und offizielle Stellungnahmen abzugeben.

Die Unterlagen sind auf zwei Wegen zugänglich:

  • Online: Rund um die Uhr auf der städtischen Beteiligungsplattform bochum-mitgestalten.de. Hier können Einwände und Anregungen direkt digital eingereicht werden.

  • Vor Ort: Im Technischen Rathaus der Stadt Bochum, Hans-Böckler-Straße 19, Zimmer Nr. 1.0.210 (Planauslage).

Öffnungszeiten der Planauslage: Montag, Dienstag und Freitag: 08:00 bis 13:00 Uhr Mittwoch: 08:00 bis 16:00 Uhr Donnerstag: 08:00 bis 18:00 Uhr

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