
Friederikaschule: Kreuzungsbereich Knepperstraße/Friederikastraße, hin zum Eingang der Friederikaschule
(c) Jens Matheuszik
Einbahnstraße oder Schulstraße? Die SPD Bochum-Ehrenfeld fordert gemeinsam mit den zwei Grundschulen vor Ort neue Verkehrslösungen und nutzt dafür das reformierte Straßenverkehrsrecht.
Die Sicherheit von Kindern auf ihrem täglichen Weg zur Schule steht im Bochumer Ehrenfeld seit jeher ganz oben auf der politischen Tagesordnung. Seit vielen Jahren setzt sich die lokale SPD intensiv für eine Entschärfung der Verkehrssituation rund um die Friederikastraße ein. Der stark frequentierte Abschnitt zwischen der Königsallee und der Universitätsstraße birgt täglich Gefahrenpotenzial, da hier mit der Don-Bosco-Schule und der Friederikaschule gleich zwei Grundschulen als direkte beziehungsweise indirekte Anrainer liegen. Nun soll mithilfe neuer gesetzlicher Spielräume und kreativer Ideen der Schulen selbst der nächste große Schritt zu einem sicheren Schulumfeld gelingen.
Erste Etappensiege: Sicherheitsgitter und Herabstufung der Straße
Die Hartnäckigkeit der Ehrenfelder Sozialdemokraten hat in der Vergangenheit bereits zu spürbaren, konkreten Verbesserungen vor Ort geführt. Auf direkte Initiative der örtlichen SPD-Mandatsträger hin wurden in einem ersten Schritt die maroden Sicherheitsgitter an der dortigen Fußgängerampel komplett erneuert, um unbedachtes Überqueren der Fahrbahn im dichten Hol- und Bringverkehr zu verhindern.
Ein weitaus größerer bürokratischer Coup gelang dem Team jedoch bei der Einstufung des Verkehrsweges: Dieser spezifische Teilabschnitt der Friederikastraße wurde offiziell aus dem sogenannten „Vorbehaltsstraßennetz“ der Stadt Bochum herausgenommen. Was technisch klingt, hat massive praktische Auswirkungen: Durch diese Herabstufung wurden die rechtlichen Hürden drastisch gesenkt. Die Stadt Bochum ist dadurch künftig in der Lage, verkehrssichernde Maßnahmen und bauliche Veränderungen weit weniger bürokratisch und deutlich schneller zu realisieren als auf Hauptverkehrsstraßen.
Schulen fordern Einbahnstraßenregelung oder Schulstraße nach Wattenscheider Vorbild
Um eine passgenaue Lösung für das Ehrenfeld zu finden, stehen die Politiker in kontinuierlichem Austausch mit den Schulleitungen. Dabei lenkte die SPD den Blick auf ein erfolgreiches Bochumer Pilotprojekt: den Schulstraßen-Versuch an der Rudolf-Steiner-Schule in Wattenscheid. Bei diesem Konzept wird die Straße unmittelbar vor dem Schulgebäude zu den Stoßzeiten am Morgen und Nachmittag für den motorisierten Individualverkehr komplett gesperrt, um das gefährliche Phänomen der „Elterntaxis“ einzudämmen. Eine solche Maßnahme setzt eine enge Kooperation mit den Schulen voraus.
Die Rückmeldung der Don-Bosco- und der Friederikaschule fiel mehr als eindeutig aus: Beide Einrichtungen befürworten den Ansatz ausdrücklich und brachten direkt eigene, weiterführende Vorschläge in die Debatte ein.
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Die diskutierten Lösungsansätze im Überblick:
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Schulstraße an der Knepperstraße: Eine temporäre Sperrung für den Autoverkehr während der Bring- und Abholzeiten.
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Einbahnstraßenregelung: Ein Vorschlag direkt aus den Schulen, um den Begegnungsverkehr zu beruhigen und die unübersichtliche Parksituation neu zu ordnen.
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„Das habe ich sehr gerne an die verantwortlichen Stellen in der Verwaltung weitergegeben“, erklärt Jens Matheuszik für die SPD Bochum-Ehrenfeld. Das beste Vorgehen sei es nun, wenn sich die Stadtverwaltung zeitnah mit den Schulen sowie der ebenfalls betroffenen Hochschule Bochum an einen Tisch setzt. So ließe sich eine für alle Seiten optimale und sichere Lösung erarbeiten.
Neues Straßenverkehrsrecht bietet Rückenwind
Besonderen Optimismus zieht die Ehrenfelder SPD aus der aktuellen bundesweiten Rechtslage. Das unlängst reformierte und geänderte Straßenverkehrsrecht räumt den Kommunen explizit mehr Befugnisse ein, wenn es um den Schutz von schwächeren Verkehrsteilnehmern und insbesondere um die Erhöhung der Schulwegsicherheit geht.
Laut Jens Matheuszik wird dieses neue Recht an anderen Stellen im Bochumer Stadtgebiet bereits erfolgreich angewandt, um Tempo-30-Zonen oder Durchfahrtsverbote vor sozialen Einrichtungen zu begründen. „Hier an der Friederikastraße und den beiden Grundschulen wäre das jetzt auch dringend wichtig!“, fordert Matheuszik abschließend. Die SPD wird das Thema bei den kommenden Sitzungen der Bezirksvertretung Bochum-Mitte auf die Tagesordnung setzen, um den Druck auf die Planungsbehörden aufrechtzuerhalten.
