
Dachbegrünung
Dachbegrünung in Bochum, aufgenommen am 21.08.2020. +++ Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum
Neues kommunales Förderprogramm unterstützt Dach-, Fassaden- und Gartenbegrünungen, um Hitze und Starkregen im urbanen Raum entgegenzuwirken.
Die Stadt Bochum setzt auch in diesem Jahr ein deutliches Zeichen für den Klimaschutz und die Anpassung an die sich verändernden Umweltbedingungen im urbanen Raum. Mit dem kommunalen Förderprogramm „Bochums Dächer, Fassaden und Gärten – ökologisch und klimaangepasst“ stellt die Stadtverwaltung ein Gesamtbudget von insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung. Das erklärte Ziel der Initiative ist es, der zunehmenden Überhitzung von Wohnquartieren, dem Rückgang der biologischen Vielfalt sowie den Gefahren durch Starkregenereignisse aktiv entgegenzuwirken. Immobilieneigentümer und Vereine erhalten ab sofort finanzielle Zuschüsse, wenn sie graue Betonflächen oder kahle Wände in lebendige, grüne Oasen verwandeln.
Bis zu 25.000 Euro Zuschuss für Fassaden und Entsiegelung
Das Förderprogramm greift Hauseigentümern und Institutionen finanziell spürbar unter die Arme. Bezuschusst werden bis zu 50 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten einer Maßnahme. Der maximale Förderbetrag ist auf beachtliche 25.000 Euro pro Antrag und Jahr festgesetzt. Das Spektrum der unterstützten Projekte ist dabei bewusst breit gefächert:
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Dach- und Fassadenbegrünungen: Bepflanzungen von Flachdächern, Garagen oder Hauswänden.
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Flächenentsiegelung: Die Umwandlung von asphaltierten, betonierten oder gepflasterten Flächen in Gärten zurück in natürliche, bepflanzte Bodenflächen.
Antragsberechtigt sind private Eigentümerinnen und Eigentümer, Erbbauberechtigte sowie gemeinnützige Vereine und Stiftungen. Die einzige Grundvoraussetzung ist, dass sich das zu begrünende Grundstück im Eigentum der Antragsteller befindet oder sich grundsätzlich in privatem Besitz befindet. Um den bürokratischen Prozess zu erleichtern und handwerkliche Fehler zu vermeiden, stellt die Stadt Bochum den Bürgern einen kostenlosen Fachberater zur Seite. Die Experten der „Bönte Garten- und Landschaftsbau GmbH“ begleiten Interessierte von der ersten Idee bis zur Antragstellung. Eine Kontaktaufnahme ist unkompliziert per E-Mail (beratung@boente-garten.de) oder telefonisch unter 02330 / 70149 möglich.
Grüne Architektur als Schutzschild gegen Hitze und Starkregen
Die Notwendigkeit solcher kommunaler Investitionen wird durch den fortschreitenden Klimawandels immer deutlicher, da dessen Folgen insbesondere in dicht besiedelten Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet spürbar sind. Durch einen historisch hohen Versiegelungsgrad von Straßen und Höfen sowie langanhaltende Hitzeperioden im Sommer heizen sich die städtischen Quartiere zunehmend auf und speichern die Wärme bis tief in die Nacht. Gleichzeitig führen plötzliche Starkregenereignisse die städtische Kanalisation an ihre Grenzen, während der Lebensraum für Insekten und Vögel dramatisch schrumpft, was zu einem kontinuierlichen Rückgang der Artenvielfalt führt.
„Durch die Entsiegelung und Begrünung im urbanen Raum wird das lokale Klima spürbar verbessert. Davon profitieren Flora, Fauna und vor allem die Menschen.“ — Begründung des Umweltamtes
Flächenentsiegelungen sowie gezielte Bepflanzungen an Gebäuden leisten hier einen unverzichtbaren Beitrag zur Minderung dieser Klimafolgen und stärken die urbane Biodiversität. Neben dem optischen Gewinn und dem neuen Lebensraum für die Tierwelt hat die Begrünung ganz handfeste Vorteile für die Hausbewohner selbst: Eine bewachsene Fassade wirkt wie ein natürliches Schutzschild. Sie schützt das Mauerwerk vor direkter Sonneneinstrahlung, trägt effektiv zur Temperaturregulierung bei und verbessert so die Lebensqualität und das Raumklima im Inneren der Gebäude spürbar. Alle Richtlinien, Antragsformulare und detaillierte Hinweise zum Ablauf des Verfahrens hat das Umwelt- und Grünflächenamt auf der städtischen Webseite unter www.bochum.de/begruenung zusammengefasst.
