
Eröffnung des Hundehauses im Tierheim Bochum
(c) Sebastian Sendlak
Am Dienstag, den 4. August 2026, feierte der Tierschutzverein Bochum, Hattingen und Umgebung e. V. um 15:00 Uhr die feierliche Eröffnung des neu errichteten Hundehauses 4.
Rund drei Jahre nach dem Abriss des alten, maroden Gebäudes im Mai 2023 und der Grundsteinlegung im September 2023 entstand auf dem Gelände an der Kleinherberger Straße eine moderne, zweigeschossige Einrichtung auf über 500 Quadratmetern. Das Neubauprojekt setzt bundesweit Maßstäbe für zukunftsorientierte Tierschutzarbeit, wobei der speziell eingerichtete Resozialisierungsraum das Herzstück der Anlage bildet.
Ganzheitliches Konzept und gezielte Vermittlung
Viele Tierheimbewohner kennen kein häusliches Umfeld oder bringen Verhaltensauffälligkeiten mit, die in Standardzwingern kaum zu beurteilen oder zu korrigieren sind. Der neue Resozialisierungsraum bietet Pflegerinnen, Pflegern und Ehrenamtlichen die Möglichkeit, Alltagssituationen wie Küchengeräusche oder das Verhalten auf Möbeln unter realistischen Bedingungen in einer nachgebildeten Wohnung samt Küche zu trainieren. Das Kernanliegen des Tierschutzvereins ist es, Hunde gezielt und im trainierten Zustand zu vermitteln. Vor der Abgabe nehmen auch die zukünftigen Besitzerinnen und Besitzer am gemeinsamen Training teil. Dadurch lässt sich vorab genau überprüfen, ob Mensch und Tier harmonieren, was Fehlvermittlungen vorbeugt und den Hunden einen reibungslosen Start in ihr neues Leben ermöglicht.
Moderne Gruppenhaltung und multifunktionale Räume
Das neue Hundehaus 4 überzeugt durch eine durchdachte Architektur, die den veränderten Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung gerecht wird. An jeden der sechs hellen Gruppenräume schließt sich ein eigener großer Wiesenauslauf an, sodass die Hunde selbstständig zwischen Drinnen und Draußen wechseln können. Bei Bedarf lassen sich jeweils zwei Räume verbinden, um größeren Hundegruppen Platz zu bieten oder speziellen Tierschutzfällen flexibel gerecht zu werden. Im Obergeschoss stehen eigene Räumlichkeiten für die vereinseigene Hundeschule sowie die Jugendgruppe zur Verfügung. Zudem bieten moderne Büros ideale Bedingungen für die Verwaltung, Vermittlung und Spendenbetreuung. Die eingeplanten Lagerräume wurden vorausschauend so konzipiert, dass sie bei künftigem Bedarf ohne großen Umbauaufwand direkt in Tierhaltungsräume umgestaltet werden können.
Prominente Unterstützung und ehrenamtliches Engagement
Zur Eröffnung begrüßte der erste Vereinsvorsitzende Julian Beermann zahlreiche Prominente und Vertreter aus Politik, Tierschutz und Verwaltung. Als Schirmherr eröffnete der bekannte Schauspieler und Tierfreund Armin Rohde das Gebäude gemeinsam mit den Anwesenden. Zu den Ehrengästen zählten unter anderem Judith Schönenstein als Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Präsidentin des Landestierschutzverbandes NRW, die Landestierschutzbeauftragte Dr. Gerlinde von Dehn, Bochums Bürgermeister Dr. Sascha Dewender sowie Bezirksbürgermeister Dr. Dirk Meyer. Als Eröffnungsgeschenk überreichte der Deutsche Tierschutzbund eine Spende in Höhe von 5.000 Euro für die Errichtung von Sichtschutzelementen an den Außenausläufen.
Gesicherte Finanzierung und Blick in die Zukunft
Trotz Verzögerungen im Bauablauf konnte der 2023 gesetzte Finanzrahmen exakt eingehalten werden. Das Großprojekt wurde aus angesparten Eigenmitteln, Nachlässen wie einer Einzelspende von über einer halben Million Euro sowie Fördermitteln des Landesamtes für Verbraucherschutz und Ernährung NRW in Höhe von 100.000 Euro finanziert. Auch die Stadt Bochum stärkt dem Verein den Rücken und hat den jährlichen Zuschuss für die Versorgung von Fund- und Sicherstellungstieren für 2026 von ca. 640.000 Euro auf über 1,3 Millionen Euro angehoben. Für das nächste geplante Bauvorhaben ab Anfang 2027, eine neue Hunde- und Katzenquarantäne, stellt die Stadt bereits weitere 350.000 Euro bereit.
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