
Lena und Max Köhler feiern das zweijährige Bestehen ihrer Kö Keramik.
Foto: Jenny Musall
Was als Wochenendbeschäftigung gedacht war, hat sich längst zu einem zweiten Standbein entwickelt und hat nun zweijähriges Bestehen gefeiert. In der Kö Keramik hat am vergangenen Samstag ein Tag der offenen Tür stattgefunden. Mit dabei sind neben den Betreibern Lena und Max Köhler auch Gäste und Freunde des Kreamik-Ateliers gewesen.
„Eigentlich ist das nur als Wochenendbeschäftigung gedacht gewesen. Wir hatten uns etwas Ton gekauft und dann zuhause angefangen, zu töpfern“, erinnert sich Lena Köhler, die gemeinsam mit ihrem Mann die Kö Keramik betreibt. Inzwischen hat das Paar sein eigenes Atelier in der Schattbachstraße 77 und bietet nicht nur selbsthergestellte Töpfe, Vasen oder Tassen an, sondern auch Kurse für Interessierte. „Es hat sich so entwickelt und dann haben wir diesen Ort hier gefunden“, erinnert sich die 27-Jährige. Geplant ist es nicht gewesen, sich mit einer eigenen Töpferei selbstständig zu machen.
Lena Köhler: „Ich wollte etwas Praktisches machen“
Schon während ihres Studiums der Kognitions- und Medienwissenschaften hat Köhler gemerkt, dass sie lieber etwas Praktisches machen möchte. „Ich habe irgendwie doch relativ schnell gemerkt, dass ich ein Typ bin, der doch mit den Händen schafft und nicht so gerne denkt“, so Köhler weiter. Bei ihrem Ehemann Max Köhler sieht das anders aus. Dieser ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhruniversität Bochum und hat vor kurzem promoviert. „Er ist eher der von uns beiden, der gerne denkt. Genau, und so ergänzen wir uns da aber auch irgendwie ganz gut“, erklärt Köhler.
Dennoch ist am Anfang nicht alles glatt gelaufen. Die ersten Versuche an der Scheibe waren ernüchternd. „Da muss man ganz viel Frustration aushalten. Töpfern erfordert einen hohen Toleranzwert für sich selbst und auch für das eigene Scheitern.“ Genau das wird den Anfängern und auch Fortgeschrittenen in den eigenen Töpferkursen in den Abendstunden vermittelt. So hat jede Tonart ihre Eigenheiten. „Je nachdem, wo der herkommt, hat der unterschiedliche Zusammensetzungen. Er kann sich dann eben unterschiedlich verhalten. Er ist für unterschiedliche Brenntemperaturen geeignet.“ Daher ist es nicht so leicht gewesen, Tonkörper zu finden, die die hohen Temperaturen des eigenen Gas- oder Holzofens aushalten.
Lokale Lieferanten und durchhalten, durchhalten
Das Problem hat sich allerdings sehr leicht beheben lassen, da es im Umkreis mit dem BSZ Keramikbedarf aus Essen einen Lieferanten gibt, der alles rund um Ton und Töpfern anbietet. Dazu gibt es im Westerwald auch entsprechende Zulieferer, von denen das Paar seine Materialien bezieht. „Man findet über die Zeit seine Materialien mit denen man gerne arbeitet“, so Köhler weiter.
So hat das Töpfern sie eines gelehrt: „Dran bleiben, auch wenn es manchmal schwerfällt“, sagt Köhler abschließend über ihren Weg in die Selbständigkeit. Denn nicht jeder erste Versuch klappt gleich und es erfordert eine Menge Geschick und Durchhaltevermögen, sich eine Selbständigkeit aufzubauen. „Aber es lohnt sich, wenn man mit dem Herzen dabei ist und für die Sache brennt, die man tut. Das merken die Leute.“
