
Verleihung des Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Žarko Radić
+++ Foto: Dennis Yenmez/Stadt Bochum +++
Große Ehre im Bochumer Rathaus: Der über 90-jährige Künstler Žarko Radić erhält das Bundesverdienstkreuz für sein jahrzehntelanges Engagement an einer Förderschule.
Der Bochumer Künstler Žarko Radić ist für sein außergewöhnliches und langjähriges soziales Engagement mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh dem über 90-Jährigen die renommierte Auszeichnung für seinen unermüdlichen Einsatz an einer Förderschule für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung. Die feierliche Überreichung übernahm Oberbürgermeister Jörg Lukat am Mittwoch, 3. Juni, im historischen Rathaus der Stadt. Radić, der unter dem Künstlernamen „Zara“ bekannt ist, setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, Kunst für alle Menschen zugänglich und erlebbar zu machen. Das Stadtoberhaupt würdigte in einer feierlichen Ansprache die Energie und die tiefe Hingabe des passionierten Kulturschaffenden.
Ehrenamtlicher Einsatz an der Hilda-Heinemann-Schule
Das Herzensprojekt des Künstlers ist seit langer Zeit die Hilda-Heinemann-Schule in Bochum. An dieser Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung initiiert Radić regelmäßig kreative Projekte, um die Schülerinnen und Schüler aktiv zu fördern. Er organisiert professionelle Kunstausstellungen, lässt Postkarten sowie Kalender drucken und versteigert immer wieder eigene Werke, um die Erlöse vollständig an den Förderverein der Schule zu spenden. Durch sein weitreichendes Netzwerk gelingt es ihm zudem, prominente Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur für Lesungen an der Bildungseinrichtung zu gewinnen.
Oberbürgermeister Jörg Lukat fand während der Ordensverleihung lobende Worte für das Lebenswerk des Bochumers. Das Leben des Künstlers sei von der Überzeugung geprägt, dass Kunst nicht nur für wenige da sei, betonte Lukat in seiner Rede. Dies sei auch der innere Antrieb, jungen Menschen mit Beeinträchtigungen seit Jahrzehnten Kunst nahe zu bringen. Dass Radić mit über 90 Jahren noch immer mit einer solchen Energie und Hingabe aktiv für andere da sei, verdiene laut dem Oberbürgermeister ganz besonderen Respekt.
Von den großen Theaterbühnen in die Kunststadt Bochum
Die kreative Laufbahn von Žarko Radić begann mit einer fundierten künstlerischen Ausbildung in Novi Sad und an der renommierten Universität der Künste in Belgrad. In den Jahren 1964 bis 1979 war er am Staatstheater Stuttgart als Theatermaler tätig und arbeitete dort an der Seite von Legenden wie John Cranko, Jiří Kylián und Claus Peymann. Als Peymann im Jahr 1979 die Intendanz am Schauspielhaus Bochum übernahm, folgte Radić dessen Ruf im Ruhrgebiet und fand im Revier eine neue Heimat. Mit dem Projekt „Bochum, ich komm aus dir…“ gelang es ihm später, auch die Förderschüler erfolgreich in das Licht der breiten Öffentlichkeit zu rücken.
„Ihr Leben ist von der Kunst geprägt und von der Überzeugung, dass Kunst nicht nur für wenige da ist.“ — Oberbürgermeister Jörg Lukat
Seit der Jahrtausendwende arbeitet der Geehrte als freischaffender Künstler unter dem Pseudonym „Zara“. Seine ausdrucksstarken Werke sind heute in zahlreichen öffentlichen Sammlungen und Institutionen in Deutschland und Europa zu finden, darunter im Museum Bochum, im Landgericht der Stadt sowie in Galerien in Tschechien, Dänemark und Liechtenstein. Die Stadt Bochum und insbesondere die Kinder und Jugendlichen der Förderschule verlieren auch im hohen Alter ihres Förderers nicht dessen leidenschaftliche Unterstützung, mit der er die lokale Kulturlandschaft nachhaltig bereichert.
