
Feuerwehr Wattenscheid
(c) Sebastian Sendlak
Nächtlicher Großeinsatz an der Sommerdellenstraße: Die Feuerwehr rückt mit 26 Kräften aus, um ein Übergreifen der Flammen auf einen Supermarkt zu verhindern.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 11. Juni 2026, ist die Bochumer Feuerwehr zu einem folgenschweren Fahrzeugbrand im Stadtteil Wattenscheid alarmiert worden. Gegen 23.40 Uhr gingen bei der Leitstelle mehrere Notrufe von Augenzeugen ein, die dichte Rauchwolken und meterhohe Flammen im Bereich der Hansastraße meldeten. Aufgrund der ersten Meldungen, dass mehrere Fahrzeuge in unmittelbarer Nähe eines dortigen Supermarktes brannten, entsandte die Führungsschiff-Zentrale umgehend ein Großaufgebot an Einsatzkräften zum Schadensort. Bei der ersten Erkundung vor Ort stellte sich jedoch schnell heraus, dass sich der eigentliche Brandherd nicht auf dem Parkplatz an der Hansastraße, sondern auf der direkt angrenzenden Sommerdellenstraße befand. Dort standen zwei geparkte Transporter bereits im Vollbrand und drohten das nahegelegene Geschäftsgebäude zu beschädigen.
Massiver Löscheinsatz verhindert Gebäudeschaden
Angesichts der akuten Wärmestrahlung und der extremen räumlichen Nähe zum Gebäude des Supermarktes leiteten die Retter unverzüglich eine Riegelstellung und umfangreiche Löschmaßnahmen ein. Um die Brandausbreitung zu stoppen, setzten die Wehrleute zeitgleich insgesamt vier C-Strahlrohre im Außenangriff ein. Im weiteren Verlauf des intensiven Einsatzes brachten die Trupps zusätzlich zwei Schaummittelpistolen zum Einsatz, um die brennenden Wracks dauerhaft zu ersticken. Durch diese kombinierte Taktik aus Wasser- und Schaumeinsatz konnte das verheerende Feuer zügig unter Kontrolle gebracht und eine Katastrophe für den Markt verhindert werden. Der Einsatz, bei dem die Feuer- und Rettungswache Wattenscheid, die Ausbildungseinheit TOJ sowie die Löscheinheit Heide der Freiwilligen Feuerwehr mit 26 Kräften vor Ort waren, endete gegen 1.02 Uhr.
Unter der persönlichen Mithilfe des alarmierten Supermarktleiters verschafften sich die Einsatzkräfte im Anschluss einen gewaltfreien Zugang zum Inneren des Verkaufsraumes. Mit speziellen Messgeräten und Wärmebildkameras kontrollierten die Feuerwehrleute das gesamte Gebäude umfassend auf einen möglichen gefährlichen Raucheintritt oder versteckte Glutnester in der Fassade. Diese Kontrollmaßnahmen verliefen glücklicherweise negativ, sodass an der Bausubstanz des Marktes nach ersten Erkenntnissen keine Schäden verzeichnet werden mussten. Während des gesamten, rund anderthalbstündigen Großeinsatzes kamen keine Personen zu Schaden. Der entstandene Sachschaden an den beiden völlig zerstörten Nutzfahrzeugen wird von den Behörden als erheblich eingestuft.
Kriminalpolizei übernimmt Ermittlungen wegen Brandstiftung
Noch während der laufenden Nachlöscharbeiten der Feuerwehr nahmen Beamte der Bochumer Polizei vor Ort die ersten Ermittlungen zur bislang völlig unklaren Brandursache auf. Da zwei unabhängig voneinander abgestellte Transporter nahezu zeitgleich in Flammen aufgingen, kann ein technischer Defekt als Ursache zum aktuellen Zeitpunkt nicht zweifelsfrei bestätigt werden. Die Spezialisten des zuständigen Kriminalkommissariats haben die Brandstelle beschlagnahmt und sichern am Donnerstagmorgen am Tatort weitere Spuren für das eingeleitete Verfahren. Die Ermittler prüfen in diesem Zusammenhang auch, ob eventuell vorhandene Überwachungskameras des angrenzenden Einzelhandelsbetriebs verwertbares Bildmaterial vom Entstehen des Feuers aufgezeichnet haben könnten.
„Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Das Kriminalkommissariat bittet Zeugen dringend um sachdienliche Hinweise aus der Nacht.“ — Offizieller Sprecher der Polizei Bochum
Das federführende Kriminalkommissariat bittet die Bevölkerung in Wattenscheid nun dringend um Mithilfe bei der Aufklärung des nächtlichen Vorfalls. Zeugen, die am späten Mittwochabend verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Sommerdellenstraße oder der Hansastraße beobachtet haben, werden gebeten, sich zu melden. Sachdienliche Hinweise werden unter der zentralen Rufnummer 0234 909-4106 entgegengenommen. Für Mitteilungen außerhalb der regulären Bürodienstzeiten steht die Kriminalwache der Polizei Bochum unter der Telefonnummer 0234 909-4441 rund um die Uhr zur Verfügung. Die Ermittler erhoffen sich durch Zeugenaussagen Aufschluss darüber, ob es sich um eine vorsätzliche Tat gehandelt hat.
