
A43 vor dem Brückeneinschub in Hiltrop
(c) Sebastian Sendlak
Der sechsspurige Ausbau der Autobahn erreicht nun auch Bochumer Stadtgebiet und sorgt für eine großräumige Verkehrsbehinderung zwischen Riemke und Gerthe.
Während die Anwohnerinnen und Anwohner in Herne bereits seit vielen Monaten unter dem massiven Stress und den wiederkehrenden Sperrungen durch den Ausbau der Bundesautobahn 43 (A43) leiden, rücken die baulichen Vorbereitungen nun auch unaufhaltsam näher an Bochum heran. Die Großbaustelle im Nachbarstadtteil hat ohnehin längst spürbare Auswirkungen auf den gesamten Verkehrsfluss im mittleren Ruhrgebiet. Am kommenden Wochenende steht den Autofahrern nun eine echte Geduldsprobe bevor: Die Autobahn Westfalen muss die wichtige Pendlerstrecke für mehrere Tage in beiden Fahrtrichtungen komplett für den Verkehr sperren. Grund für die Maßnahme ist ein logistischer Kraftakt am Heizkraftwerk in Bochum-Hiltrop, bei dem eine tonnenschwere neue Rohrleitungsbrücke an ihre endgültige Position über der Fahrbahn manövriert wird. Die Vollsperrung beginnt am Freitag, 12. Juni, ab 21 Uhr und wird planmäßig bis Montag, 15. Juni 2026, um 5 Uhr morgens andauern.
Stadt und Stadtwerke finanzieren die neue Brücke selbst
Das anstehende Bauprojekt weist eine finanzielle und politische Besonderheit auf, da es sich hierbei ausdrücklich nicht um eine Maßnahme der staatlichen Autobahn GmbH handelt. Die Bundesbehörde erachtete das Bauwerk im Zuge der Modernisierungsplanungen intern als „nicht notwendig“ für den reinen Autobahnbetrieb und weigerte sich, die anfallenden Kosten zu übernehmen. Aus diesem Grund mussten die Stadt Bochum und der lokale Energieversorger – in diesem Fall die Stadtwerke Bochum – gemeinschaftlich in die Bresche springen und die Finanzierung eigenständig stemmen. Auch die Initiative der engagierten Anwohnerinnen und Anwohner vor Ort trug maßgeblich dazu bei, die Brücke dauerhaft für den Stadtteil zu erhalten. Das Bauwerk erfüllt künftig eine wichtige Doppelfunktion, indem es nicht nur die essenziellen Fernwärmeleitungen der Stadtwerke über die Trasse führt, sondern gleichzeitig als barrierefreier Fuß- und Radweg genutzt werden kann.
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Die bestehende alte Brücke der historischen Zechenbahn Lothringen ist für den geplanten, sechsstreifigen Ausbau der A43 schlichtweg zu schmal dimensioniert und wird im Nachgang des Wochenendes vollständig abgerissen. Die Rohrleitungsbrücke ist damit das allererste Bauwerk in dem stark frequentierten Abschnitt zwischen Bochum-Riemke und dem Autobahnkreuz Bochum, das für die zukünftige Fahrbahnverbreiterung weichen muss. Für den anstehenden Brückeneinschub kommt modernste Schwerlasttechnik zum Einsatz: Die Brückenkonstruktion wird mithilfe von vielrädrigen, ferngesteuerten Schwertransport-Spezialfahrzeugen (sogenannten SPMT) zentimetergenau verschoben. Diese tonnenschweren Transporter werden von den Ingenieuren derzeit in der gesperrten Anschlussstelle Bochum-Gerthe akribisch auf ihren spektakulären Einsatz vorbereitet.
Großräumige Umleitungen über die Hauptverkehrsadern
Aufgrund der zentralen Bedeutung der A43 für das Ruhrgebiet hat die Verkehrsbehörde ein weiträumiges Umleitungskonzept ausgearbeitet, um den erwarteten Stau im Berufs- und Wochenendverkehr abzufangen. Der überregionale Fernverkehr wird während der dreitägigen Sperrung großräumig über die Autobahnen A40, A45 und die A2 umgeleitet. Für den lokalen Verkehr innerhalb des Bochumer Stadtgebiets erfolgt die Verkehrsführung über die A40 und die stark frequentierte Herner Straße, weshalb auch dort mit erheblichen Verzögerungen zu rechnen ist. Die Verantwortlichen der Stadtwerke und der Verwaltung bitten alle Verkehrsteilnehmer, den betroffenen Bereich nach Möglichkeit weiträumig zu umfahren oder auf alternative Routen auszuweichen.
„Die Brücke wird mit vielrädrigen Schwertransport-Fahrzeugen verschoben, die derzeit in der Anschlussstelle Gerthe vorbereitet werden.“ — Technische Projektleitung
Die erfolgreiche Montage der neuen Rohrleitungsbrücke Zechenbahn Lothringen gilt als wichtiger Meilenstein für die zukunftssichere Infrastruktur der Bochumer Fernwärmeversorgung. Nach dem Abschluss der Arbeiten am Montagmorgen soll der Verkehr pünktlich zum Einsetzen des morgendlichen Berufsverkehrs wieder ungehindert über die A43 rollen können. Dennoch markiert dieses Wochenende erst den Auftakt einer Reihe von langjährigen Baumaßnahmen, die den Bochumer Norden im Zuge des sechsspurigen Autobahnausbaus noch weit über das Jahr 2026 hinaus begleiten werden. Die Stadtverwaltung kündigte an, die Bürgerinnen und Bürger über weitere anstehende Teilprojekte und Sperrungen weiterhin frühzeitig zu informieren.
