Beitrag: „Kinder, Küche, Kirche – und dann noch Klavier?“
Christuskirche, links die Evangl. Stadtakademie

Ein musikalischer Streifzug durch die bürgerlichen Salons des 19. Jahrhunderts: Die Bochumer Pädagogin Marielen Laufenberg-Simmler beleuchtet die Rolle der Frau am Klavier und die Entstehung einer neuen Musikpraxis.

Das Klavier als Herzstück der bürgerlichen Kultur: Die Evangelische Stadtakademie Bochum widmet sich am kommenden Dienstag, 2. Juni 2026, einem faszinierenden Kapitel der Musikgeschichte. Unter dem vielsagenden Titel „Kinder, Küche, Kirche – und dann noch Klavier?“ lädt die Institution zu einem klingenden Musikvortrag über die „Romantische Klaviermusik im Bürgertum des 19. Jahrhunderts“ ein. Die Veranstaltung beginnt um 18:30 Uhr in der Pauluskirche an der Grabenstraße.

Der Aufstieg des Bürgertums und die Musik in den Salons

Der Vortrag beleuchtet einen tiefgreifenden gesellschaftlichen und kulturellen Wandel. Während im 18. Jahrhundert im Wesentlichen noch der Adel der Hauptträger des öffentlichen Musiklebens war, öffnete sich die Musikwelt im darauffolgenden 19. Jahrhundert zunehmend dem mittleren und gehobenen Bürgertum.

Im Zuge dieser Entwicklung verlagerte sich das gemeinschaftliche Musizieren verstärkt in den halböffentlichen und privaten Raum – insbesondere in die damals florierenden Salons. Im absoluten Zentrum dieser geselligen und künstlerischen Zusammenkünfte stand unangefochten das Klavier.

Romantische Klangbeispiele und die Rolle der Frau

Als Referentin des Abends konnte die Bochumer Pädagogin Marielen Laufenberg-Simmler gewonnen werden. Die Expertin hat Musik mit dem Hauptfach Klavier sowie Germanistik studiert und war bis zu ihrer Pensionierung als Lehrerin an der traditionsreichen Schillerschule in Bochum tätig.

Anhand von ausgewählten, live dargebotenen Beispielen romantischer Klaviermusik – unter anderem aus den Federn von Robert Schumann, Frédéric Chopin und Fanny Hensel – führt sie die Zuhörer in die verschiedenen Facetten der bürgerlichen Musikpraxis ein. Ein besonderer inhaltlicher Schwerpunkt liegt dabei auf der differenzierten Betrachtung der damaligen Rolle der Frau als ausübende Pianistin im Spannungsfeld gesellschaftlicher Erwartungen.

Eintrittspreise im Überblick

Der Einlass zur Veranstaltung erfolgt direkt vor Ort in der Pauluskirche. Die Teilnahmegebühr beträgt regulär 5 Euro und ermäßigt 3 Euro. Um allen Bevölkerungsschichten eine kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, gilt eine soziale Sonderregelung: Für alle Personen, die aktuell studieren oder Leistungen der staatlichen Grundsicherung beziehen, ist der Eintritt vollkommen kostenfrei.

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