Beitrag: „Klangbrücken“ in der Synagoge Bochum
Dr. Manfred Keller

(c) Evangelische Stadtakademie Bochum

Musik der liberalen Synagoge verbindet das Ruhrgebiet mit Philadelphia

Das 6. Festival „Musik & Kultur der Synagoge“ lädt an Fronleichnam zu einem Konzertnachmittag mit Werken vertriebener Komponisten ein. Neben hochkarätiger Live-Musik erwarten die Besucher spannende biografische Vorträge.

Das renommierte Kulturfestival „Musik & Kultur der Synagoge“ geht in die nächste Runde. Am kommenden Donnerstag (Fronleichnam), 4. Juni 2026, wird die Veranstaltungsreihe mit einem feierlichen und tiefgründigen Konzertnachmittag in der Synagoge Bochum fortgesetzt. Das diesjährige Treffen steht unter dem Leitgedanken „Klangbrücken: Musik der liberalen Synagoge zwischen Bochum und Philadelphia“. Die Veranstaltung beginnt um 16:00 Uhr.

Das Erbe von Erich Mendel im Fokus

Nach dem erfolgreichen und sehr gut besuchten Festival-Auftakt mit dem Leipziger Synagogalchor widmet sich dieser Nachmittag einem besonderen historischen Bezugspunkt. Im Mittelpunkt stehen die Werke und das Leben des jüdischen Kantors Erich Mendel (1902–1988), der im Jahr 1939 von den Nationalsozialisten aus seiner Bochumer Heimat vertrieben wurde und später in den USA als Eric Mandell wirkte.

Das Programm schlägt eine sensible Brücke zwischen Europa und Amerika. Die Besucher dürfen sich auf eine anspruchsvolle Mischung aus Kunst und Wissenschaft freuen:

  • Musikalische Darbietungen: Es erklingen Werke für Gesang und Klavier von Erich Mendel, Arno Nadel, Hugo Chaim Adler und Samuel Adler.

  • Biografische Vorträge: Zwei wissenschaftliche Kurzvorträge beleuchten das bewegte Leben des deutsch-amerikanischen Kantors sowie das Schicksal seiner engsten Freunde und Weggefährten.

Die künstlerische Ausgestaltung übernehmen die renommierte Sängerin Tehila Nini Goldstein (Gesang) und der profilierte Pianist Jascha Nemtsov (Klavier). Die Moderation des Nachmittags liegt in den Händen von Festival-Leiter Dr. Manfred Keller.

Starke Partner für die Erinnerungskultur

Das jüdische Kulturfestival wird von der Evangelischen Stadtakademie Bochum in enger Zusammenarbeit mit einem breiten Netzwerk regionaler Partner auf die Beine gestellt. Ermöglicht wird die anspruchsvolle Reihe durch eine Vielzahl öffentlicher und kirchlicher Förderer.

Hierzu gehören unter anderem die Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur, der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe, der Förderverein Synagoge Bochum-Herne-Hattingen, das Kulturbüro der Stadt Bochum sowie die Evangelische Kirche von Westfalen.

Hinweise zu Eintritt und Spenden

Der Eintritt zu diesem hochkarätigen Konzertnachmittag ist für alle Besucher vollkommen kostenfrei. Da die Veranstalter jedoch mit spürbar steigenden Produktionskosten und gleichzeitig rückläufigen öffentlichen Fördermitteln konfrontiert sind, wird vor Ort herzlich um einen freiwilligen finanziellen Beitrag zur Unterstützung des Festivals gebeten. Das vollständige und detaillierte Gesamtprogramm des Festivals kann jederzeit auf der offiziellen Internetseite unter www.stadtakademie.de abgerufen werden.

WICHTIGER ABSAGE-HINWEIS FÜR DIE KOCHUM-WOCHE

Wie die Evangelische Stadtakademie Bochum mitteilt, muss der eigentlich für den kommenden Dienstag, 2. Juni 2026, angekündigte Musikvortrag „Kinder, Küche, Kirche – und dann noch Klavier?“ mit der Pädagogin Marielen Laufenberg-Simmler leider kurzfristig und ersatzlos ausfallen. Ein neuer Nachholtermin für den Vortrag über die bürgerliche Klaviermusik des 19. Jahrhunderts steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest.

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