
Eröffnung des Harpener Dorffestes 2025
(c) Christian Schnaubelt
Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt künftig unter bestimmten Voraussetzungen die Musikgebühren für ehrenamtliche Veranstaltungen und investiert dafür Millionen.
Für die rund 33.500 Vereine und Ehrenamtlichen in Nordrhein-Westfalen gibt es pünktlich zur aktuellen Sommerfest-Saison eine spürbare finanzielle Erleichterung. Mit einem neuen GEMA-Pauschalvertrag sorgt das Land NRW für eine konkrete Entlastung des Ehrenamts. Das erklärte Ziel der Landesregierung ist es, die Kosten für die Musiknutzung bei traditionellen Festen und Jubiläen unter bestimmten Voraussetzungen vollständig zu übernehmen. Für die Finanzierung dieser Maßnahme stellt das zuständige Ministerium bis einschließlich 2027 ein Budget von insgesamt drei Millionen Euro zur Verfügung. Damit wird ein bürokratischer und finanzieller Stolperstein aus dem Weg geräumt, der viele kleinere Vereine in der Vergangenheit oft stark belastet hat.
Bürokratieabbau für Sommerfeste, Dorffeste und Jubiläen
Die zuständige Ministerin Ina Scharrenbach fand zur Vorstellung der Initiative deutliche Worte und prägte das prägnante Motto für die Zukunft: „Music on, Gebühren off.“ Egal ob Sommerfest, Dorffest, Gemeindefest oder das klassische Vereinsjubiläum – überall dort, wo das Ehrenamt Gemeinschaft schafft, sollen Hürden konsequent abgebaut werden. Bislang bedeutete die Anmeldung von Live-Musik oder DJ-Sets bei der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) für die meist ehrenamtlichen Vorstände nicht nur einen erheblichen finanziellen Aufwand, sondern auch einen großen bürokratischen Akt. Durch den neuen Pauschalvertrag mit dem Land wird dieser Prozess für die Vereine nun massiv vereinfacht.
Bereits im vergangenen Winter zeichnete sich diese richtungsweisende Entscheidung im Hintergrund ab. Schon während der intensiven Karnevals-Session zeigten sich viele Traditionsvereine und Brauchtumsveranstalter hocherfreut über den politischen Vorstoß aus Düsseldorf. Für die Vereine bedeutet die Übernahme der GEMA-Kosten zumindest eine spürbare Teilentlastung in Zeiten, in denen das Feiern in der Öffentlichkeit generell immer teurer wird. Insbesondere die stetig steigenden Auflagen und Kosten für Sicherheitsdienste, Absperrungen und Sanitätspräsenzen haben viele Budgets im Kulturbereich zuletzt stark strapaziert.
Finanzierung gesichert: Drei Millionen Euro für das Brauchtum
Die drei Millionen Euro aus dem Landeshaushalt sind als direkte Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das reiche Kulturleben zwischen Rhein und Weser zu verstehen. Das Förderprogramm stellt sicher, dass die lokale Identität im Ruhrgebiet und den angrenzenden Regionen lebendig bleibt. Vereine können die Übernahme der Gebühren über ein einfaches Verfahren beantragen, sofern die Veranstaltungen einen klaren gemeinnützigen und ehrenamtlichen Charakter aufweisen und bestimmte Größenordnungen nicht überschreiten.
„Ob Sommerfest, Dorffest oder Vereinsjubiläum: Wo Ehrenamt Gemeinschaft schafft, werden wir Hürden abbauen.“ — Ministerin Ina Scharrenbach
Das Ministerium betont, dass die ländlichen Regionen sowie die urbanen Quartiere im Revier gleichermaßen von dem Pauschalvertrag profitieren werden. Für die anstehenden Wochenenden, an denen im gesamten Bundesland Tausende Schützenfeste, Sportfeste und Quartierspartys anstehen, liefert die Entscheidung die nötige Planungssicherheit. Die Landesregierung hat angekündigt, das Verfahren fortlaufend zu evaluieren, um den bürokratischen Aufwand für die Antragsteller auch über das Jahr 2026 hinaus auf einem absoluten Minimum zu halten.
