
Kyra Malinowski (Cheftrainerin der VfL Frauen)
(c) Sebastian Sendlak
Ein spätes Drama in Meppen trübt das Saisonfinale der Bochumerinnen. Doch der Blick richtet sich schon jetzt auf das packende Ruhrgebietsduell in der kommenden Spielzeit.
Zum vorerst letzten Mal traten die SGS Essen und die Frauen des VfL Bochum am vergangenen Wochenende in zwei unterschiedlichen Ligen auf den Rasen. In der kommenden Saison werden die beiden Ruhrgebiets-Klubs nach drastischen Entwicklungen in der 2. Bundesliga aufeinandertreffen. Am jeweils 26. Spieltag verabschiedete sich zumindest ein Team mit einer ansprechenden Leistung aus der Spielzeit 2025/2026. Bei den Gästen aus der Nachbarstadt schwang am Ende allerdings eine gehörige Portion Trauer mit. Nach 22 Jahren im deutschen Oberhaus musste der einzige verbliebene reine Frauenfußball-Verein den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten.
SGS Essen steigt ab und fordert den VfL Bochum im Ruhrgebiet heraus
Die Minimal-Chance auf den Klassenerhalt war vor dem Anpfiff gegen den SC Freiburg rechnerisch zwar noch vorhanden, aber das magere 1:1-Unentschieden reichte am Ende bei weitem nicht aus. Dass die treuen Fans ihre Mannschaft trotz der sportlichen Misere nicht im Stich ließen, zeigte allein die beeindruckende Kulisse im Stadion. Sensationelle 5700 Zuschauer hatten den Weg an die traditionsreiche Hafenstraße gefunden, um ihre Mannschaft im Abstiegskampf noch einmal nach vorne zu peitschen. Das können die Anhänger erfreulicherweise auch in der kommenden Saison tun, denn die Spielstätte bleibt die feste Heimat der SGS Essen. Zum Sportlichen hielten die Essenerinnen gegen Freiburg das Spiel über weite Strecken komplett offen, und hochkarätige Chancen auf die Führung gab es auf beiden Seiten.
Nach der zehnten Ecke für die SGS war es schließlich soweit, als Beke Sterner den Ball reaktionsschnell im gegnerischen Tor einnetzte. Die Essener Fans konnten im Stadion somit doch noch einmal lautstark über einen eigenen Treffer jubeln. Allerdings versetzte Svenja Fölmli mit ihrem späten Ausgleichstreffer in der 86. Minute der Abschiedsstimmung an der Hafenstraße einen empfindlichen Dämpfer. Zuvor waren die verdienten Spielerinnen Jacqueline Meißner, Ramona Maier und Lena Ostermeier unter dem großen Applaus der Ränge ausgewechselt worden. Diese emotionalen Abschiede deuteten sich im Umfeld des Vereins schon seit einigen Wochen an.
Enttäuschendes Saisonfinale für die Bochumer Fußballfrauen in Meppen
Der VfL Bochum hatte im Gegensatz zum kommenden Gegner glücklicherweise nicht mehr mit akuten Abstiegssorgen im Tabellenkeller zu kämpfen. Aber nach zuletzt sechs Spielen in Serie ohne einen einzigen dreifachen Punktgewinn sollte zum Saisonabschluss beim SV Meppen unbedingt wieder ein Erfolgserlebnis her. Das gelang der Mannschaft aus der anne Castroper trotz eines engagierten Auftritts in der Fremde am Ende wieder nicht. Dank eines Treffers von Alina Angerer in der 43. Minute hatte die Mannschaft von Trainerin Kyra Malinowski lange Zeit mit 1:0 geführt. Kurz vor dem Abpfiff glich Meppen jedoch in der 91. Minute aus und drehte das Spiel in der 93. Minute sogar noch komplett um.
