Beitrag: 25 Jahre zeitgeist ensemble ruhr: Benefizkonzert „Unvergessen“ in Bochum
Das Zeitgest Ensemble Ruhr hat ein Konzert in der Bochumer Synagoge gegeben

Foto: Jenny Musall

Ein Vierteljahrhundert Musik mit Haltung im Ruhrgebiet. Das „zeitgeist ensemble ruhr“ lädt in Bochum zu einem bewegenden Konzert ein. Auf dem Programm haben Lieder gegen Hass und Gewalt gestanden.

Am Sonntag, den 17. Mai 2026, verwandelte sich der Paul-Spiegel-Saal der Jüdischen Gemeinde in Bochum ab 11 Uhr in eine Stätte des Gedenkens, des Nachdenkens und der musikalischen Vielfalt. Der Eintritt zu dieser hochkarätigen Kulturveranstaltung am Erich-Mendel-Platz 1 ist frei gewesen.

Ein anspruchsvolles Programm von Bertolt Brecht bis Bella Ciao

Das Ensemble hat für diesen Vormittag eine tiefgründige Programmabfolge zusammengestellt, die historische Ereignisse, Widerstand und die Sehnsucht nach Frieden musikalisch beleuchtet. Vor der Pause dürfen sich die Besucher auf ergreifende Stücke freuen, die den Bogen von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs bis hin zum Widerstand im Nationalsozialismus spannen.

Den Auftakt macht das weltbekannte Stück In Flanders fields (Text: John McCrae, 1915 / Musik: John Jacobson & Roger Emerson, 1998), gefolgt von Der alte Muhs aus dem März 1920. Mit Wer zettelt immer die Kriege an (Text: Johannes Leschinsky, um 1930) und dem eindringlichen Kälbermarsch von Bertolt Brecht (Musik: Hanns Eisler, USA 1943 im Exil) setzt das Ensemble frühe Akzente gegen den Krieg. Besonders emotional wird es bei Mein Vater wird gesucht (1935 im Exil) sowie dem berühmten Das Moorsoldaten-Lied, das 1933 im KZ Börgermoor entstand. Abgerundet wird der erste Teil durch die Theater-Songtexte Wir haben die Zeichen gesehen und Seht her! aus dem Stück „Ab heute heißt du Sara“ (Volker Ludwig / Detlef Michel / Hansgeorg Koch, 1989).

Hoffnung, Widerstand und jiddische Lieder im Paul-Spiegel-Saal

Nach einer kurzen Pause setzt das „zeitgeist ensemble ruhr“ sein Programm mit Klassikern der Musikgeschichte fort. Mit Irgendwo auf der Welt (Filmmusik von Werner Richard Heymann, 1932) erklingen Töne der Hoffnung, bevor mit Bella Ciao das weltberühmte italienische Partisanenlied aus dem Zweiten Weltkrieg für Gänsehaut im Saal sorgt.

Auf das Stück Humorlos aus dem Jahr 2001 folgt ein tief bewegender Programmpunkt: Mir lebn eybik (Wir leben ewig). Das jiddische Lied wurde 1943 von Lejb Rozenthal im Ghetto Wilna geschrieben und wird in der deutschen Textversion von Wolf Biermann präsentiert. Den würdevollen Abschluss des Benefizkonzerts bildet die zeitlose britische Hymne We’ll meet again von Ross Parker und Hugie Charles aus dem Jahr 1939 – ein Stück, das wie kaum ein anderes für das Wiedersehen und die Hoffnung in dunklen Zeiten steht.

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