
2. Frauen Bundesliga
(c) Christian Schnaubelt
Endstand 3:0 beim Eröffnungsspiel der 2. Frauen-Bundesliga – Meisterschale im Ruhrstadion
Die Frauen des VfL Bochum gewannen ihr Auftaktspiel gegen Hertha BSC Berlin am gestrigen Sonntag im Ruhrstadion mit 3:0. Die Tore für den VfL schossen Nina Lange und Adrienne Jordan in Durchgang eins, in dem die VfL-Frauen zudem Pech bei drei Pfosten- und Lattentreffern hatten. In Durchgang zwei erzielte Anna Marques das dritte Tor für Bochum und es gab zudem eine umstrittene Entscheidung der Schiedsrichterin Sina Gieringer. Ein rundum verdienter Auftaktsieg für den VfL vor 2002 Zuschauerinnen und Zuschauern, die am Ende „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey“ sangen und sich darüber freuten, dass die Meisterschale (wegen der Eröffnungsfeier) in Bochum war.
Druckvoller Beginn des VfL: Bereits in der 3. Minute traf Adrienne Jordan den Pfosten und die Heimmannschaft überzeugte in der Anfangsphase des Saisonauftaktspiels durch weitere Offensivaktionen. So traf Nina Lange in der 10. Minute den Außenpfosten. Nur drei Minuten später war Inga Lux im Herthaner Tor beim nächsten Versuch von Nina Lange aber geschlagen: 1:0 für den VfL. Nach dem Rückstand kamen die Gäste aus Berlin, die mit einer kleinen, aber lautstarken, Fangruppe mit Trommeln angereist waren, etwas besser ins Spiel, aber die nächsten Chancen hatte wieder der VfL (Nina Lange per Kopf, 20. Minute, Bente Fischer per Fernschuss, 24. Minute, Nina Lange, 27. Minute). Und dann hatte der VfL erneut Pech. Dieses Mal bei einem Lattentreffer von Nina Lange, Herthas Torhüterin Inga Lux hatte noch entscheidend abgelenkt (30. Minute). Kurz vor dem Ende der ersten Hälfte erhöhte Adrienne Jordan zum 2:0 für den VfL (43. Minute).
Bochum hatte das Spiel in der ersten Halbzeit fest im Griff und hätte wegen der Pfostentreffer und des Lattentreffers höher führen können. Berlin kam nur auf einen Torschuss und fiel vor allem durch Abseitsstellungen auf, so auch in der 45. Minute, sodass der vermeintliche Anschlusstreffer berechtigterweise nicht zählte.
Verdiente Bochumer Halbzeitführung
Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es auf beiden Seiten einen Wechsel (beim VfL ging Adrienne Jordan raus, dafür kam Dörthe Hoppius ins Spiel). Die Gäste aus Berlin versuchten durch frühes Pressing, die Bochumer Spielerinnen unter Druck zu setzen. Berlin hatte mehr Ballbesitz und wechselte in der 56. Minute erneut. Kurz danach konnte sich zum ersten Mal Bochums Torhüterin Anne Moll auszeichnen und den Herthaner Anschlusstreffer verhindern (60. Minute). Auf der Gegenseite kam Bochum zur Chance.
In der 70. Minute wechselten die Gäste doppelt und kurz danach auch die Heimmannschaft doppelt (beim VfL kamen Anna Marques und Alina Angerer neu ins Spiel, Lara Kirby und Totschützin Nina Lange verließen den Platz). Direkt danach verfehlte Lilith Schmidt – nach einem schnellen VfL‑Konter – knapp. Bei der anschließenden Ecke war es dann aber so weit: Die gerade eingewechselte Anna Marques bejubelte lautstark ihr vorentscheidendes 3:0 (75. Minute). Und Bochum blieb am Drücker (78. Minute).
Umstrittene Schiedsrichterentscheidung sorgt für Diskussionen
Jeweils Berlin und Bochum wechselten zu Beginn der Schlussphase noch mal. Der VfL doppelt. Das 3:0 für Bochum hatte den Gegenwillen bei Berlin gebrochen, der VfL spielte den verdienten Auftaktsieg runter und hatte weitere Offensivaktionen (89. Minute). Kurz vor Schluss gab es noch einen Aufreger im Berliner Strafraum, der VfL – Trainerin Kyra Malinowski auch nach dem Abpfiff noch bewegte. Herthas Torhüterin Inga Lux nahm den Ball – nach einem Rückpass einer eigenen Mitspielerin – in die Hände. Doch der Pfiff von Schiedsrichterin Sina Gieringer blieb aus. Alle Proteste des VfL blieben umsonst, stattdessen sah der Bochumer Co-Trainer Christian März die Gelbe Karte wegen Meckerns.
Alle drei anderen Partien des gestrigen 1. Spieltags endeten 3:1 für die Heimmannschaften (Essen, Sand, Viktoria Berlin). Somit übernimmt der VfL – zumindest vorerst – die Tabellenführung. Am zweiten Spieltag geht es für Bochum zu Viktoria Berlin. Nach dem DFB-Pokal ist das nächste Heimspiel der VfL-Frauen am 23. August in Wattenscheid.
Stimmen zum Spiel
Kyra Malinowski: „Die erste Halbzeit war sehr dominant von uns.“
Nach dem Abpfiff sagte VfL – Trainerin Kyra Malinowski zu den Medien: „Das Wichtige war, dass wir einen guten Start hinlegen, und das ist uns heute hier im Ruhrstadion definitiv gelungen. Die erste Halbzeit war sehr dominant von uns. Wir haben ein zwei Dinger in der ersten Halbzeit liegengelassen, da wäre die Sache noch ruhiger verlaufen. In der zweiten Halbzeit wollten wir defensiver stehen, um uns nicht totzulaufen. “
Im Hinblick auf die umstrittene Situation im Herthaner Strafraum zum Schluss des Spiels, bei der der Pfiff der Schiedsrichterin Sina Gieringer ausblieb, sagte Kyra Malinowski auf Bochum-Journal-Nachfrage: „Es wäre ein sicheres Tor für uns geworden, die Torhüterin nimmt den Rückpass der Mitspielerin auf. Fehler passieren. Aber solche Fehler dürfen nicht passieren auf solchem Niveau. Es ist schade, dass wir dann nicht eventuell mit einem 4:0 das Spiel beendet haben.
Nina Lange: „Wir wollen dem Gegner unser Spiel aufdrücken.“
Auch Torschützin Nina Lange stellte sich den Medienfragen und betonte dabei: „Wir wollten versuchen, dem Gegner unser Spiel aufzudrücken. Das hat gut funktioniert. (…) Es war heute ein besonderes Spiel im Ruhrstadion und wir konnten dies sehr genießen.“
Im Hinblick auf das Spiel bei Viktoria Berlin sagte Nina Lange auf Bochum Journal–Anfrage: „Motivation haben wir glaube ich unendlich, auch durch die guten Testspiele. Wir haben uns, glaube ich, in den letzten Wochen gefunden. Wir möchten dem Gegner unser Spiel aufdrücken, und das wollen wir dann auch gegen Viktoria versuchen.“
