Beitrag: Jörg Lukat ist neuer Schirmherr der Gesellschaft Bochum-Donzek
Ivan Stuckert (1. Vorsitzender der Gesellschaft Bochum-Donezk e. V.) und Jörg Lukat (Oberbürgermeister der Stadt Bochum) unter dem symbolischen Schirm zur neuen Schirmherrschaft.

(c) Sebastian Sendlak

Stabwechsel bei der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V.: Oberbürgermeister Jörg Lukat übernimmt die Schirmherrschaft und setzt damit eine fast 40-jährige Tradition der Stadtspitze fort.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Gesellschaft Bochum-Donezk e. V. ist offiziell verkündet worden, was in Bochum seit der Gründung des Vereins im Jahr 1987 gute Sitte ist: Der amtierende Oberbürgermeister wird Schirmherr der Donezk-Hilfe. Jörg Lukat tritt damit in die Fußstapfen seiner Vorgänger Heinz Eikelbeck, Ernst-Otto Stüber, Ottilie Scholz und Thomas Eiskirch. Die Übernahme dieses Amtes ist mehr als eine formale Geste. Sie ist ein klares Bekenntnis zur völkerverständigenden Arbeit des Vereins, die gerade in Zeiten des anhaltenden Angriffskrieges gegen die Ukraine eine existenzielle Bedeutung gewonnen hat.

Ein Zeichen der Wertschätzung und enger Verbundenheit

Die Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. sieht in der Schirmherrschaft durch das Stadtoberhaupt eine Bestätigung ihrer langjährigen Bemühungen um den internationalen Austausch. „Die Schirmherrschaft durch den Oberbürgermeister ist für uns ein wichtiges Zeichen der Unterstützung und Wertschätzung unserer Arbeit“, sagt Ivan Stuckert, 1. Vorsitzender der Gesellschaft Bochum-Donezk e. V., während der Versammlung. In Bochum sei die Arbeit der Gesellschaft fest verankert und genieße großes Vertrauen in der Bevölkerung. Auch der neue Schirmherr findet deutliche Worte der Anerkennung: „Man weiß, wie hier gearbeitet wird und wie man hier tickt“, so Jörg Lukat.

Der Oberbürgermeister lässt Taten folgen und packt mit an. Ihm ist es wichtig, die Arbeit des Vereins nicht nur aus dem Rathaus heraus zu verfolgen, sondern aktiv mitanzupacken. Dass er tatkräftig unterstützen kann, hat Lukat schon mehrfach an der Sammelstelle beim Beladen der Hilfstransporte bewiesen. „Für mich ist es eine Ehre. Es ist eine besondere Idee, die es seit 1987 gibt, um Freundschaften zu generieren. Der Verein hat sich nie zurückgenommen“, erklärt Lukat sichtlich beeindruckt von den vielen helfenden Händen im Hintergrund. Er versprach, sein Möglichstes zu tun, um den Verein auch weiterhin intensiv zu unterstützen.

Humanitäre Hilfe statt politischer Missverständnisse

Ein wichtiges Thema der Versammlung war die Richtigstellung falscher Eindrücke, die durch eine TV-Reportage entstanden waren. Dort war bei einigen Zuschauern fälschlicherweise das Bild vermittelt worden, der Verein liefere Waffen in besetzte Gebiete. Dem tritt der Verein entschieden entgegen, indem er ausschließlich humanitäre Hilfe leistet: Der Fokus liegt seit dem 24. Februar 2022 ausschließlich auf der humanitären Hilfe für das ukrainische Volk. „Wir helfen in der gesamten Ukraine. Den Menschen auf der Flucht muss geholfen werden. In diesen schweren Momenten muss einfach geholfen werden“, stellt Stuckert klar.

Auch zur offiziellen Städtepartnerschaft mit Donezk hat es deutliche Worte vom Oberbürgermeister gegeben. „Momentan ist die Städtepartnerschaft mit Donezk ruhend, also so lange, wie das besetzte Gebiet von den Russen annektiert ist“, präzisierte Lukat die aktuelle Lage. Der Name der Gesellschaft bleibe jedoch als Identifikationsmerkmal bestehen, da sowohl er als auch die Stadtbevölkerung kein Problem mit der Bezeichnung „Bochum-Donezk“ haben. Stattdessen weiß jeder, um wen es geht, wenn von der Donezk-Hilfe gesprochen wird. Die Hilfe richtet sich heute dorthin, wo sie am dringendsten benötigt wird – fernab von militärischer Ausrüstung und direkt bei den Not leidenden Zivilisten.

Blick in die Zukunft: Persönliches Bild vor Ort geplant

Lukat plant, sein Engagement als Schirmherr über die rein repräsentativen Aufgaben hinaus auszudehnen. Um die Herausforderungen der Helfer und die Not der Menschen noch besser zu verstehen, möchte er eine Reise in die Ukraine machen. „Ich möchte selbst einmal runterfahren, um mir selbst ein Bild von der Situation zu machen. Die Sorgen der Menschen kann man sich nicht vorstellen“, sagt Lukat über sein Vorhaben.

Die Gesellschaft blickt nun gemeinsam mit ihrem neuen Schirmherrn auf die kommenden Aufgaben. Da die Unterstützung der Partnerstadt Donezk aufgrund der politischen Lage derzeit unmöglich ist, bleibt die Hilfe für Geflüchtete und Betroffene des Krieges in anderen Teilen der Ukraine das zentrale Anliegen. Mit ihrem neuen Schirmherrn stellt die Hilfsorganisation sicher, dass die enge Verzahnung zwischen bürgerschaftlichem Engagement und städtischer Unterstützung auch in diesen historisch schwierigen Zeiten fortbesteht.

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