Beitrag: Neuer „Tiny Forest“ entsteht neben dem Stadtgarten Wattenscheid
Pflanzaktion „Tiny Forest“

+++Foto: Dennis Yenmez/Stadt Bochum+++

Auf einer früher versiegelten Fläche in Wattenscheid wächst künftig ein kleiner Stadtwald. Schülerinnen und Schüler, Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter der Stadt pflanzten die ersten Setzlinge.

Neben dem Stadtgarten Wattenscheid entsteht ein sogenannter „Tiny Forest“. Auf einem ehemaligen Betriebshof der Stadt Bochum wurden Mitte März die ersten Setzlinge gepflanzt. Insgesamt sollen rund 5.000 Bäume und Sträucher auf der bislang versiegelten Fläche wachsen. An der Pflanzaktion beteiligten sich Schülerinnen und Schüler des Märkisches Gymnasium Wattenscheid und der Gertrudisgrundschule Wattenscheid sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger. Die Initiative für das Projekt ging auf die Bürgergruppe Tiny Forest Friends zurück.

Pflanzaktion mit Beteiligung aus der Stadtgesellschaft

Am 13. und 14. März begannen Freiwillige mit der Pflanzung der ersten Bäume und Sträucher. Die Fläche war zuvor vollständig versiegelt und wurde für das Projekt entsiegelt und vorbereitet.

Auch Jörg Lukat beteiligte sich an der Aktion. „Dass wir den ‚Tiny Forest‘ nach einem Bürgerantrag nun gemeinsam mit der Öffentlichkeit pflanzen können, zeigt, wie viel Kraft in bürgerschaftlichem Engagement steckt“, sagte der Oberbürgermeister. Der neue Wald solle Natur in den Stadtteil bringen und zugleich Menschen zusammenbringen.

Vielfalt aus Bäumen und Sträuchern

Der künftige Stadtwald besteht aus zahlreichen Baum- und Straucharten. Gepflanzt werden unter anderem Esskastanie, Hainbuche, Apfelbaum, Haselnuss, Kornelkirsche und Weißdorn.

Nach Angaben der Initiatoren soll die Fläche mehrere ökologische Funktionen erfüllen. Der Wald kann als Temperatur- und Lärmpuffer wirken, die Luftqualität verbessern und Lebensräume für Insekten und Vögel schaffen. Zudem soll der Boden mehr Wasser speichern und Kohlendioxid binden.

Forschung und Bildung begleiten das Projekt

Die Hochschule Bochum beteiligt sich mit einem Forschungsprojekt. Auf dem Gelände wurde eine Testfläche angelegt, auf der untersucht wird, wie sich Pflanzenkohle auf die Vegetation auswirkt.

Unterstützt wurde die Pflanzaktion außerdem vom Eine Weltladen Wattenscheid, der eine faire und regionale Verpflegung für die Helfenden organisierte.

Die weitere Gestaltung der Fläche übernimmt im Anschluss ein Fachunternehmen für Garten- und Landschaftsbau.

Konzept stammt aus Japan

„Tiny Forests“ basieren auf Forschungen aus Japan aus den 1970er-Jahren. Charakteristisch sind kleine Flächen mit besonders dichter Bepflanzung. Häufig stehen zwischen 0,5 und 2,5 Bäume pro Quadratmeter.

Durch diese hohe Pflanzdichte entsteht ein stärkerer Konkurrenzdruck zwischen den Pflanzen. Dadurch kann sich das Ökosystem schneller zu einem stabilen Wald entwickeln.

Mit dem neuen Tiny Forest entsteht in Wattenscheid nicht nur ein ökologischer Lebensraum, sondern auch ein Ort für Begegnung und Umweltbildung. Die Gesamtkosten des Projekts liegen nach Angaben der Stadt bei rund einer Million Euro.

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