
Ulrich Liebert (stellvertretender Vorsitzender Stadtsportbund), Jolina Ernst (Leichtathletin TV Wattenscheid), Amélie Blumenthal Haz (Synchrinschwimmerin), Viktoria Witzorek (TV Wattenscheid), Jörg Lukat (Oberbürgermeister Stadt Bochum), Annike Krahn (ehemalige Olympionikin)
Foto: Sebastian Sendlak
In einer emotionalen Diskussionsrunde im Vorfeld des Ratsbürgerentscheids am 19. April haben Bochumer Athletinnen und Sportfunktionäre ihre Vision von Olympischen Spielen im Ruhrgebiet geteilt. Dabei wurde deutlich: Für die Aktiven geht es um weit mehr als nur Medaillen.
Während Oberbürgermeister Jörg Lukat die infrastrukturellen Vorzüge Bochums – sowie das „Schmuckkästchen“ Lohrheide-Stadion – in den Vordergrund stellt, bringen die Sportlerinnen die menschliche Seite des Großereignisses ein. Annike Krahn, Goldmedaillengewinnerin von Rio 2016, beschreibt die einzigartige Atmosphäre: „Eine Olympiamedaille ist schon etwas sehr Besonderes. Ich glaube, so eine Geschichte kann man vorher nicht schreiben.“ Besonders der Austausch im Olympischen Dorf und die Sichtbarkeit für Randsportarten sind ihr in Erinnerung geblieben.
Heimvorteil als Motivationsschub
Die 18-jährige Synchronschwimmerin Amélie Blumenthal Haz, schielt bereits auf die Spiele in Los Angeles 2028. Sie sieht in einer möglichen Heim-Olympiade einen enormen Antrieb: „Natürlich blicken wir auch auf die Zukunft und olympische Spiele in unserem Gebiet. Da bleibt man motiviert, einfach weiterzumachen.“
Auch die Leichtathletin Jolina Ernst (TV Wattenscheid 01) räumte mit dem Klischee auf, Athleten wollten immer nur in die Ferne reisen. Inspiriert von den Erzählungen ihrer Mutter über die WM in Stuttgart, schwärmt sie vom Heimpublikum: „Das war die beste Meisterschaft, die sie je hatte, einfach wegen der Stimmung. Die Leute supporten dich extra mehr. Es ist ein kleiner Traum, vor so einem Publikum eine Olympiade zu bestreiten.“
Begeisterung in der Breite und im Nachwuchs
Für den organisierten Sport in Bochum ist Ulrich Liebert vom Stadtsportbund vor Ort gewesen. Er vertritt 350 Vereine und über 100.000 Sportler: „Was Besseres kann uns in Bochum nicht passieren, als dass wir die Olympiade bekommen. Wir sind bereit und bemühen uns, dass alle unsere Sportler diese Bewerbung unterstützen.“
Selbst die jüngste Teilnehmerin, die zwölfjährige Viktoria Witzorek, blickt bereits hoffnungsvoll in die Zukunft. Sie findet, dass die Spiele eine Vorbildfunktion haben: „Ich glaube schon, dass, wenn andere Leute sehen, was man alles leisten kann, sie sich dann vielleicht auch noch mehr anstrengen in ihrem Sport.“
Nachhaltigkeit ohne „weiße Elefanten“
Oberbürgermeister Jörg Lukat versicherte, dass die Region aus den Fehlern anderer Austragungsorte gelernt habe. Man setze konsequent auf vorhandene Sportstätten wie das Ruhrstadion oder die Jahrhunderthalle. „Alles, was wir bauen, wird entweder dauerhaft genutzt oder ist temporär und wird wieder abgebaut. Es gibt nichts, was später ohne Nachnutzung herumsteht“, so Lukat.
Der Fokus liege auf der „Massierung“ der Spielstätten im Herzen Europas, was das Ruhrgebiet von Standorten wie Paris oder Peking unterscheide. Nun liegt es an den Bürgern, am 19. April per Briefwahl darüber zu entscheiden, ob dieser Traum für Viktoria, Amélie und Jolina in greifbare Nähe rückt.
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