Beitrag: Schaufenster Stadtgeschichte zeigt Bochum um 1800 im Modell

Das Stadtarchiv präsentiert im März ein detailreiches Stadtmodell. Es zeigt Bochum um das Jahr 1800. Gefertigt wurde es von einer Grundschulklasse.

Mit dem „Schaufenster Stadtgeschichte“ stellt das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte regelmäßig besondere Objekte aus seinen Beständen vor. Im März steht ein Modell des kleinen Städtchens Bochum um 1800 im Mittelpunkt. Besucherinnen und Besucher können das Exponat an der Wittener Straße 47 kostenfrei besichtigen. Das Modell entstand im Jahr 2004 im Rahmen eines Schulprojekts. Vorlage war ein historischer Stadtgrundriss aus dem 18. Jahrhundert.

Gefertigt wurde das Modell von der Klasse 3b der Astrid-Lindgren-Schule. Grundlage war ein Stadtgrundriss aus dem Jahr 1790, entworfen von Carl Arnold Kortum. Die Klassenlehrerin vergrößerte die historische Vorlage so, dass sie als Straßennetz in einen Schaukasten passte.

Über vier Wochen hinweg bastelten 26 Kinder im Sachunterricht kleine Häuser aus Streichholz- und Pappschachteln. Sie bemalten die Gebäude mit Fachwerk und Ziegeldächern. So entstand ein detailreiches Abbild der damaligen Stadtstruktur.

Bochum als überschaubare Stadt

Um 1800 war Bochum deutlich kleiner als heute. In seiner 1790 veröffentlichten Schrift „Nachricht vom ehemaligen und jetzigen Zustande der Stadt Bochum“ beschrieb Kortum die Stadt als unregelmäßig gebaut, mit für eine kleine Stadt ausreichend breiten Straßen.

Er zählte im Jahr 1722 insgesamt 350 Häuser, darunter zahlreiche strohgedeckte Gebäude. Ende des 18. Jahrhunderts seien die meisten Dächer durch Ziegel ersetzt worden. Zudem gab es mehrere Brauhäuser und Brandtweinbrennereien. Fünf Stadttore regelten den Zugang. Sie wurden abends geschlossen und morgens wieder geöffnet.

Historische Modelle im Stadtarchiv

Das aktuelle Modell ist nicht das erste seiner Art. Bereits um 1922 fertigte der damalige Leiter des Bochumer Heimatmuseums, Bernhard Kleff, ein Stadtmodell nach Kortums Grundriss an. Für seine Arbeit benötigte er rund zwei Jahre.

Dieses historische Modell ist heute Teil der Dauerausstellung „Bochum macht sich“ im Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte. Die Ausstellung befindet sich im ersten Stock des Hauses.

Einblick in das kulturelle Erbe

Mit dem „Schaufenster Stadtgeschichte“ will das Stadtarchiv regelmäßig auf die Vielfalt seiner Bestände aufmerksam machen. Neben bekannten historischen Ereignissen stehen dabei auch Objekte im Fokus, die einen alltagsgeschichtlichen Blick auf die Stadt ermöglichen.

Das Modell des Bochums um 1800 ist im März in den Räumen des Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte an der Wittener Straße 47 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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