
13569057_10206584645910305_5279502692958607671_o
Feuerwerk - Symbolbild
Die Diskussion um Pyrotechnik zu Silvester bleibt in Bochum präsent. Mit einem neuen Antrag stößt die Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt eine erneute politische Debatte an. Im Fokus steht ein mögliches Verbot von Böllern in bebauten Gebieten. Gleichzeitig werden Alternativen wie zentrale Laser- oder Drohnenshows thematisiert. Eine Entscheidung soll im Umweltausschuss vorbereitet werden.
Antrag zielt auf Knallkörper in Wohngebieten
Die Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt fordert ein Verbot von Pyrotechnik mit ausschließlicher Knallwirkung in bebauten Gebieten Bochums. Ratsmitglied Nadja Zein-Draeger, auf Vorschlag der Partei Volt in den Rat gewählt, erklärt: „Die Stadt soll das Abbrennen von Pyrotechnik mit ausschließlicher Knallwirkung auch zu Silvester in bebauten Gebieten in Bochum gemäß Sprengstoffverordnung verbieten.“ Zusätzlich solle geprüft werden, privates Silvesterfeuerwerk nur noch in ausgewiesenen Bereichen zuzulassen.
Ähnliche Forderungen wurden in der Vergangenheit unter anderem von der Gewerkschaft der Polizei sowie von Umweltverbänden erhoben.
Belastung für Einsatzkräfte und Umwelt
Zur Begründung verweist Zein-Draeger auf wiederkehrende Einsätze von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei. „Je näher Silvester rückt, desto häufiger werden Böller illegal im ganzen Stadtgebiet gezündet“, so das Ratsmitglied. Bereits zu Halloween habe es 17 Brandeinsätze gegeben.
Zum vergangenen Jahreswechsel bilanziert Zein-Draeger 47 Brandeinsätze und 122 Rettungseinsätze im Bochumer Stadtgebiet. Darunter seien auch Fahrzeugbrände gewesen. Neben der Belastung für Einsatzkräfte sieht sie Risiken für Menschen sowie Beeinträchtigungen für Wild- und Haustiere.
Müllmengen als weiteres Argument
Ein weiterer Aspekt ist die Verschmutzung des öffentlichen Raums. Nach Angaben der Stadt wurden zum Jahreswechsel 2023/2024 allein in der Innenstadt 4,9 Tonnen Straßenkehricht aufgenommen. Der überwiegende Teil sei Silvesterabfall gewesen. „Auch die Müllbelastung durch das Silvesterfeuerwerk ist erheblich“, sagt Zein-Draeger.
Drohnen- und Lasershows als Alternative
Als mögliche Alternative schlagen STADTGESTALTER und Volt eine zentrale, von der Stadt organisierte Laser- und Drohnenshow vor. Diese könne ein gemeinsames Erlebnis bieten und die Zahl privater Feuerwerke reduzieren. Zein-Draeger verweist dabei auf Beispiele aus anderen Städten und Regionen.
Nach Angaben aus der Veranstaltungsbranche sind professionelle Drohnen-Shows derzeit jedoch deutlich kostenintensiver. Auf Nachfrage liegen die Kosten etwa beim Dreifachen eines klassischen, professionell organisierten Feuerwerks.
Entscheidung frühestens in einem Jahr
Über den Antrag soll zunächst der Umweltausschuss beraten. Eine mögliche neue Regelung würde frühestens zum Jahreswechsel 2026/2027 greifen. Damit bleibt die Debatte um Böller, Alternativen und Zuständigkeiten auch über den aktuellen Jahreswechsel hinaus ein politisches Thema in Bochum.
