
Ausgegrillt am Ümminger See
Foto: Sebastian Sendlak
Bevor das Grillverbot am Ümminger See in der 6. Ratssitzung im Bochumer RuhrCongress beschlossen wurde, wurden andere Möglichkeiten diskutiert. Doch ohne erfolgreiche Alternativen.
Eines der Themen, das in Bochum schon seit mehr als 20 Jahren diskutiert wird und für das es keine adäquate Lösung gibt, hat nun endlich eine Entscheidung des Rates der Stadt Bochum erhalten: Das Grillverbot am Ümminger See ist beschlossen. Und doch sind Alternativen wie Grillstationen diskutiert worden. Ausschlaggebend für das Verbot ist eine Übernutzung des „Ümmi“ sowie das damit einhergehende Problem der Müllbeseitigung.
An vielen Orten in Bochum existiert bereits ein Grillverbot
„Die Grillsaison startet immer eher. Daher soll am Ümminger See das Grillen verboten werden“, sagt Dr. Sonja Knobbe von „Die Linke“ bei der sechsten Ratssitzung am vergangenen Donnerstag in ihrer Ansprache über ein Grillverbot am Ümminger See. Knobbe begründet dies damit, dass in Bochum bereits ein Grillverbot herrsche. „Das Problem ist umfassender: Der Graslandindex ist entscheidend“, so Knobbe weiter. Ab der Stufe 3 ist das Grillen verboten, da eine Brandgefahr nicht auszuschließen sowie eine sichere Entsorgung der heißen Glut nicht gewährleistet sind. Und doch müssen Alternativen für Bürger her, die keinen Schrebergarten, Balkon oder Garten haben.
Auch die CDU ist überzeugt, dass mit den Menschen gesprochen werden müsse, um eine Alternative zum Grillen im Freien anbieten zu können. „Aber nicht, wenn in die Hecken von Anwohnern uriniert wird oder diese vor lauter Rauch den Park an der Schmechtingwiese nicht mehr sehen können“, so Dr. Daniel Obitz von der CDU. Eine weitere Bedingung sei, dass auch der Müll entsorgt werden kann und muss. Genau hier scheitert es oft am Ümminger See.
„Ümminger See wird in Grillguides angepriesen und ist daher ein Grillhotspot“
Parteiübergreifend sind sich die Redner einig: „Der Ümminger See wird in Grillguides angepriesen, weshalb viele Menschen auch außerhalb von besonderen Feiertagen die Flächen in Bochum nutzen und dann nicht ihren Müll und die Grillglut entsorgen.“ Ein weiterer Tenor in der Diskussion ist gewesen: „Wie soll der Graslandindex kontrolliert und die Menschen auf einen hohen Index hingewiesen werden?“ Dies sei personell nicht zu schaffen. Dennoch sei der Index ein Anzeichen dafür, ob gegrillt werden kann oder nicht. Fritjof Schmidt von „Die Grünen“ weist darauf hin, dass gewisse ethnische Gruppen besonders von dem Angebot des öffentlichen Grillens in Bochum Gebrauch machen.
Entsprechend wird nach Lösungen gesucht. Ein Lösungsvorschlag der Stadtgestalter sieht Grillstationen nach norwegischem Vorbild vor. Steude weist in seinem Plädoyer zwar darauf hin, dass er davon ausgeht, dass die Menschen nicht mehr so deutlich gestört werden und der Müll auch entsorgt wird. Allerdings wird dieser Änderungsantrag in der späteren Abstimmung einstimmig abgelehnt, da auch hier nicht sichergestellt werden kann, wo eben solche Stationen entstehen sollen.
Bezirksvertretung Bochum-Ost plädiert für ein Grillverbot am Ümminger See
Zuvor ist ein Grillverbot auch in der Bezirksvertretung Ost diskutiert worden. Im Osten wird sich für ein generelles Grillverbot am Ümminger See ausgesprochen. „Es ist ein wichtiges Thema für die Menschen im Bochumer Osten. Wir haben uns bemüht, das Grillen am Ümmi in geregelte Bahnen zu lenken. Aber es hat nichts gebracht“, sagt Bezirksbürgermeister Dirk Meyer. Bis zu 150 Grills seien bei gutem Wetter dort zu sehen. „Feste Installationen sind nicht möglich. Am Ümminger See herrscht eine Übernutzung“, so Meyer weiter. Größere Müllkörbe seien nicht möglich. Zwar habe der Graslandindex etwas geholfen, das hohe Aufkommen an Grillfreunden zu senken, aber diese Maßnahmen sind zu aufwendig. „Wir in der Bezirksvertretung Ost sind mehrheitlich für ein Grillverbot am Ümminger See. Das ist besser umsetz- und kontrollierbar“, so Meyer weiter, „es geht nicht darum, etwas wegzunehmen. Es geht darum, den See allen zugänglich zu machen.“
So ist ein generelles Grillverbot am Ümminger See im Rat der Stadt Bochum nach einer umfangreichen Diskussion, in der es viele Für- und Widersprecher gegeben hat, am Ende doch einstimmig beschlossen worden. Wer sich nicht an das Verbot hält, riskiert ein Ordnungsgeld.
