
Adam Touray (Uni Baskets Münster) gegen Malek Green (VfL SparkassenStars Bochum) unterm Korb am 33. Spieltag in der 2. BARMER Basketball Bundesliga ProA
Foto: Jenny Musall
Die VfL SparkassenStars Bochum schlagen die Uni Baskets Münster mit 96:84, doch nach dem Abpfiff dominiert die Trauer über das vorerst letzte Duell der beiden Rivalen.
Es war ein Derby, das alles bot, was Basketball-Fans lieben: Eine furiose Anfangsphase, ein fast schon verloren geglaubtes Spiel und eine Aufholjagd, die die Zuschauer in der Rundsporthalle den Atem anhalten ließ. Die SparkassenStars starteten wie entfesselt in die Partie und erarbeiteten sich zwischenzeitlich einen massiven 31-Punkte-Vorsprung. Doch Münster bewies Moral und kämpfte sich im dritten Viertel bis auf wenige Punkte heran, bevor Bochum den Sack schließlich zumachte. Trotz des Heimsiegs schwang bei den Protagonisten beider Seiten eine ordentliche Portion Wehmut mit, da der Abstieg der Uni Baskets das Ende dieser emotionalen Duelle in der ProA bedeutet.
Duell zwischen SparkassenStars und Uni Baskets hat zwei Gesichter
Der Start in das Derby verlief für die Gäste aus Münster katastrophal. „Wir haben das erste Viertel ganz gut verschlafen. Bochum ist dann richtig heißgelaufen und hat alles reingeschmissen“, analysierte Baskets-Cheftrainer Götz Rohdewald nach der Partie. Zeitweise stand es 48:17 für die Hausherren, die ihre offensive Identität früh fanden. VfL-Coach Petar Topalski zeigte sich mit diesem Abschnitt hochzufrieden: „Ich bin sehr zufrieden, dass wir wieder so früh zu unserer Identität gefunden haben.“ Dass es am Ende dennoch spannend wurde, lag an einer müde werdenden Bochumer Defensive und dem unbändigen Willen der Gäste.
Münsters Kapitän Cosmo Grühn fand deutliche Worte für den Start: „Wir starten in das Spiel absolut unterirdisch.“ Er lobte jedoch die Reaktion seines Teams, insbesondere die Leistung von Jason und Thore, der sein erstes Double-Double in der ProA erzielte. „Dann sah es bei uns richtig aus wie Basketball und wir haben uns hinten raus noch einmal richtig eng herangekämpft“, so Grühn weiter. Auch Topalski zollte dem Gegner Respekt für diese Mentalität, gab aber zu, dass die Schlussphase für seine Nerven eine Herausforderung war: „Vielleicht gut für die Zuschauer, aber für mich war das nicht so einfach.“
Niklas Geske: „Ich drücke die Daumen, dass es schnell wieder hochgeht.“
Jenseits des sportlichen Ergebnisses stand die Bedeutung des Westfalenderbys im Fokus. Sowohl Spieler als auch Trainer betonten, wie sehr diese Paarung der Liga fehlen wird. „Das Derby werde ich sehr vermissen“, sagte Götz Rohdewald wehmütig. Die Stimmung sei in Münster wie in Bochum stets hervorragend gewesen, geprägt von einer positiven Rivalität und Kampfgeist. „Die zweite Liga braucht Derbys wie dieses hier. Wir werden die Bochumer vermissen“, ergänzte der Münsteraner Coach.
Bochums Niklas Geske schloss sich diesen emotionalen Worten an und bezeichnete die Duelle als „absolute Highlights“. Für ihn seien die Spiele in Münster, vor oft 3.000 Zuschauern, immer mit großen Emotionen verbunden gewesen. „Es ist super, super schade. Die Uni Baskets Münster sind echt ein Team, das die Liga vermissen wird“, so Geske, der den Baskets zudem eine schnelle Rückkehr in die ProA wünschte: „Ich drücke die Daumen, dass es schnell wieder hochgeht.“
Blick nach vorn: Saisonabschluss gegen die Giganten
Während die SparkassenStars den Sieg im Derby als Rückenwind für die letzte Phase der Saison nutzen wollen, bereitet sich Münster auf einen harten Abschied vor heimischer Kulisse vor. Am kommenden Samstag empfangen die Uni Baskets den Tabellenführer aus Hagen. „Ich hoffe, dass die Halle gegen Hagen noch einmal richtig voll wird, ein letztes Mal in der Saison“, formulierte Cosmo Grühn seinen Wunsch für das Saisonfinale.
Die VfL SparkassenStars Bochum hingegen müssen zum Saisonabschluss am Samstag, 2. Mai 2026, zum BBC Bayreuth. Tipp-off beim Tabellenzwölften ist um 19:30 Uhr.
