Beitrag: CDU Bochum wählt neuen Kreisvorsitz: Andreas Bracke erhält Mehrheit
Vierer-Spitze der CDU Bochum

(c) Sebastian Sendlak

Die CDU Bochum hat auf ihrem 100. Kreisparteitag einen neuen Kreisvorsitzenden gewählt. Andreas Bracke setzte sich in geheimer Abstimmung durch. Die Veranstaltung stand im Zeichen von Geschlossenheit nach parteiinternen Diskussionen. Mehrere Redner riefen zu einem Neuanfang und stärkerem Zusammenhalt auf.

Rund 100 Parteitage hat die CDU Bochum inzwischen abgehalten. Beim Jubiläumstreffen am Samstag, 7. März, stand vor allem die Wahl eines neuen Kreisvorsitzenden im Mittelpunkt. Als Favorit galt bereits im Vorfeld der Bochumer OB-Kandidat Andreas Bracke.

Ursprünglich war eine Kampfabstimmung erwartet worden. In den Tagen vor dem Parteitag kam es jedoch zu Gesprächen zwischen Bracke und dem ebenfalls als Kandidaten gehandelten Karsten Herlitz. Beide einigten sich darauf, mit einem gemeinsamen Vorschlag in die Abstimmung zu gehen. Beobachter werteten dies als Signal für mehr Geschlossenheit innerhalb der Partei.

Reden über politische Herausforderungen

Zu Beginn des Parteitags gratulierte Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen den Bochumer Parteimitgliedern zum Jubiläum. „Mit 100. Jubiläen habe ich ja Erfahrung“, sagte er mit Blick auf ähnliche Veranstaltungen in Essen.

Kufen sprach zudem über veränderte politische Rahmenbedingungen und betonte, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD für seine Partei nicht infrage komme.

Auch der Europaabgeordnete Dennis Radtke ging in seiner Rede auf aktuelle politische Debatten ein. Er rief dazu auf, verlorenes Vertrauen in die CDU zurückzugewinnen und das politische Angebot der Partei kritisch zu überprüfen.

„Wir müssen heute und hier damit anfangen, den Laden in Ordnung zu bringen“, sagte Radtke vor den Delegierten.

Rückblick auf Parteiarbeit und Finanzen

Im Bericht des Kreisvorstandes wurde unter anderem die Zusammenarbeit im Kommunalwahlkampf hervorgehoben. Gleichzeitig bekräftigte die Partei ihr Bekenntnis zur sogenannten Brandmauer gegenüber rechtsextremen Positionen.

Der Schatzmeister berichtete von steigenden Wahlkampfkosten. Gleichzeitig gebe es weiterhin viele Mitglieder, die freiwillig höhere Beiträge zahlten und so zur Stabilisierung der Einnahmen beitrügen, obwohl die Mitgliederzahlen rückläufig seien.

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Ratsfraktion kritisiert Stadtpolitik

Für die CDU-Ratsfraktion zog Karsten Herlitz eine Bilanz der Oppositionsarbeit im Rat. Er verwies auf Projekte, bei denen die Fraktion eigene Akzente gesetzt habe, darunter Entwicklungen rund um den Klaus-Steilmann-Platz, die Einrichtung einer City-Wache sowie Planungen für eine moderne Toilettenanlage in der Innenstadt.

Zugleich übte er Kritik an der Politik der Ratskoalition aus SPD und Grünen, etwa beim Baustellenmanagement, bei Schulcontainern oder bei den Kosten rund um das geplante Haus des Wissens.

Wahl von Andreas Bracke zum Kreisvorsitzenden

In der anschließenden geheimen Abstimmung wurde Andreas Bracke mit 100 Stimmen zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt. 32 Delegierte stimmten gegen ihn, neun enthielten sich, eine Stimme war ungültig. Insgesamt nahmen 141 Delegierte an der Wahl teil.

In seiner kurzen Rede dankte Bracke für die Unterstützung und die Zusammenarbeit im Kommunalwahlkampf. Diese habe ihn ermutigt, für den Vorsitz zu kandidieren. Zugleich betonte er die Bedeutung einer konstruktiven internen Kommunikation innerhalb der Partei.

Stellvertretende Vorsitzende gewählt

Neben dem Vorsitz wurden auch drei stellvertretende Vorsitzende gewählt. In das Amt gewählt wurden Sabine Radandt-Beckmann mit 107 Stimmen, Felicitas Arndt mit 86 Stimmen sowie Karsten Herlitz mit 80 Stimmen.

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