
Bochum im Spaetherbst 10.12.2020 –
Deutsches Bergbau-Museum (Foto: Sebastian Sendlak)
Von spektakulären archäologischen Grabungsfunden im Ennepe-Ruhr-Kreis über exklusive Einblicke ins Archiv bis hin zu abwechslungsreichen Kultur- und Familienformaten: Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum (DBM) startet mit einem dichten Programm und spannenden Forschungsergebnissen in den November.
Unter dem Titel „ÜBER & UNTER TAGE“ informiert das Deutsche Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen – über aktuelle wissenschaftliche Projekte, Neuzugänge aus dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum (montan.dok) und bevorstehende Veranstaltungen.
Archäologische Sensation in Sprockhövel: Stollenbau älter als gedacht
Gemeinsam mit der LWL-Archäologie für Westfalen und dem GeoPark Ruhrgebiet erforscht das Bochumer Museumsteam seit 2025 die Ursprünge des Steinkohlenbergbaus im Revier. Bei aktuellen Grabungen in Sprockhövel-Haßlinghausen legte das Team um DBM-Archäologin Dr. Jennifer Garner Ausgrabungsschnitte an zwei Schachtöffnungen an und analysierte Haldenkörper mittels Bohrungen.
Das Ergebnis markiert einen montanhistorischen Meilenstein: Den Forschenden gelang erstmals der wissenschaftliche Nachweis, dass in diesem Kleinrevier bereits vor dem 18. Jahrhundert gezielter Stollenbau betrieben wurde. Die Funde dokumentieren den enormen technischen Arbeitsaufwand, mit dem frühe Bergleute den Übergang von einfachen Schürfgruben zu komplexen untertägigen Fördersystemen bewältigten.
Kultur-Highlights im November: Von Silber-Mythen bis zum Klima-Quiz
Das Veranstaltungsprogramm im November spannt einen weiten Bogen von historischer Sachliteratur bis hin zu interaktiven Mitmachformaten:
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Bestseller-Lesung „Die Spur des Silbers“ (Donnerstag, 05.11.2026):
Spiegel-Bestsellerautor Tillmann Bendikowski zeichnet den faszinierenden Weg des Silbers vom Mittelalter bis in die Gegenwart nach. Die Lesung beleuchtet globale Lieferketten, künstlerische Meisterwerke, königliche Schätze und Piratenzüge, verschweigt aber auch Ausbeutung und koloniales Elend nicht.
Zeit: Einlass ab 17:30 Uhr, Beginn um 18:00 Uhr | Eintritt: 8 Euro.
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Klima à la carte – Das große Essen-und-Trinken-Pubquiz (Freitag, 13.11.2026):
Im Rahmen eines Aktionswochenendes zur Nachhaltigkeit lädt das Museum zum thematischen Pubquiz in die Gastronomie „Kumpels im Deutschen Bergbau-Museum“ ein. Teams rätseln über die Zusammenhänge von Ernährung, Konsum und Klimawandel.
Zeit: Einlass ab 18:30 Uhr, Beginn um 19:00 Uhr | Eintritt: frei (begrenzte Plätze, vorherige Online-Anmeldung erforderlich).
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Familien- und Kinderformate:
Neben den regulären Führungen bietet das Museum spezielle Termine wie „Mit den Grubis unter Tage“ (Do., 05.11., 13:15 Uhr), Kleinkind-Führungen unter dem Motto „Brabbeln und anderes erlaubt!“ (Di., 10.11., 10:30 Uhr) sowie den handwerklichen Workshop „Schwarzes Gold & Arschleder“ (So., 29.11., 14:00 Uhr).
Blick ins Archiv und Nachwuchsförderung: montan.dok & Winkelmann-Stipendium
Das Montanhistorische Dokumentationszentrum (montan.dok) kürt im November ein historisches Fotoalbum aus dem Jahr 1947 zum Objekt des Monats. Das Werk dokumentiert das Führungspersonal der Westfälischen Berggewerkschaftskasse (WBK) in den unmittelbaren Nachkriegsjahren – jener Trägerorganisation, aus der das heutige Museum hervorging.
Für promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schreibt das Museum zudem erneut das renommierte Heinrich-Winkelmann-Stipendium für 2027 aus. Seit 2014 werden jährlich zwei Forschungsaufenthalte in den Bereichen Bergbaugeschichte, Montanarchäologie, Material- und Konservierungswissenschaft, Archäometallurgie oder im montan.dok vergeben.
Rückblick und Gesichter: Metal-Legenden und Ausstellungsmanagement
Auf erfolgreiche Veranstaltungen blickt das Haus ebenfalls zurück: Zur Lesung der offiziellen Bandbiografie „Auf Kohle geboren“ der Ruhrpott-Thrash-Metal-Pioniere SODOM füllten zahlreiche Fans den Saal. Autor Dr. Holger Schmenk und Frontmann Tom Angelripper gaben gut gelaunt Anekdoten aus der Ära des legendären Schlagzeugers Chris Witchhunter zum Besten. Parallel dazu dokumentierte das Social-Media-Team des Museums bei einer viertägigen Recherchereise durch die Lausitz (u. a. Tagebau Welzow-Süd und Senftenberger See) den dortigen Strukturwandel für eine anstehende Videoreihe.
Hinter den Kulissen sorgt unterdessen Thomas Obländer als Ausstellungsmanager und Registrar für den reibungslosen Museumsbetrieb. Nach Stationen im Volontariat, Archiv und bei der Konzeption des neuen Rundgangs koordiniert der Historiker heute Sonderausstellungen: „Am Anfang existieren Ideen nur in Excel-Tabellen und Plänen. Am ersten Aufbautag stehen sie plötzlich greifbar vor dir“, so Obländer. Sein Anliegen an die Besuchenden: Zu verstehen, dass Geschichte – von der Kohleentstehung bis zur Gegenwart nach dem Zechenende 2018 – stets von handelnden Menschen gestaltet wird.
Informationen zu allen Programmpunkten, Stipendienbewerbungen und Vorverkaufstickets finden sich online unter www.bergbaumuseum.de.
