Beitrag: Jörg Lukat zieht Bilanz nach einem Jahr als Oberbürgermeister von Bochum
Erster öffentlicher Auftritt als OB: Jörg Lukat

(c) Sebastian Sendlak

Zwölf Monate nach seinem Amtsantritt blickt Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat auf ein intensives erstes Jahr an der Stadtspitze zurück. Neben neuen Beteiligungsformaten gegen soziale Isolation stehen Schulneubauten, die Exzellenzförderung für die Wissenschaft und die klimaresistente Stadtentwicklung im Fokus.

„Es ist kaum zu glauben, dass bereits ein Jahr vergangen ist. Es war ein intensives Jahr mit vielen Herausforderungen, wertvollen Begegnungen sowie Höhen und Tiefen. Vor allem aber habe ich jeden Tag erlebt, wie stark der Zusammenhalt in unserer Stadt ist“, erklärt Oberbürgermeister Jörg Lukat anlässlich seines einjährigen Amtsjubiläums. Das gelebte Füreinander und die breite ehrenamtliche Hilfsbereitschaft bezeichnete Lukat als unverzichtbare „DNA dieser Stadt“.

Neue Dialogkultur: Bürgernähe und Kampf gegen Einsamkeit

Sein zentrales Wahlversprechen – eine Kultur des offenen Zuhörens – übertrug Lukat über mehrere Bausteine in die tägliche Verwaltungspraxis:

  • Präsenz vor Ort: Über das Format „Mit Lukat“, Schul- und Unternehmensbesuche sowie Sprechstunden in sozialen Einrichtungen suchte der Oberbürgermeister den direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Flankiert wird dies durch eine breit angelegte städtische Bürgerbefragung.

  • Initiative gegen Einsamkeit: Unter dem Leitgedanken „Füreinander“ schlossen sich auf Initiative von Vereint Bochum e. V. über 20 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Wohlfahrt, Sport und Kirchen zur „Bochumer Verabredung“ zusammen, um Isolation abzubauen und Nachbarschaften zu festigen.

  • Gemeinsam für Bochum Stiftung: Um bürgerschaftliches Engagement niedrigschwellig zu ermöglichen, fördert die Stiftung Projekte in Kultur, Jugend, Sport, Bildung und Sozialem – Beteiligungen sind bereits ab einem Euro möglich.

  • Quartiersförderung: Mit dem Instrument Bo:StarQ (Bochum: Startchancen im Quartier) setzt die Verwaltung auf aufsuchende Beratung direkt in den Nachbarschaften, um Kinder- und Familienarmut gezielt zu bekämpfen.

Wissenschaftsmotor und europäische IT-Sicherheit

Auf wirtschafts- und forschungspolitischer Ebene markiert die gemeinsame Exzellenzverbund-Förderung der Ruhr-Universität Bochum und der TU Dortmund einen Meilenstein. Diesen wissenschaftlichen Rückenwind will die Stadt für das neu definierte Innovationsfeld „Materials“ bei der Wirtschaftsentwicklung nutzen. Internationale Beachtung erfährt Bochum zudem durch die Ausrichtung der European Cyber Security Challenge 2026, die den Ruf der Stadt als führender IT-Sicherheitsstandort festigt.

Investitionen trotz Haushaltskrise: Schulen, Sport und Handwerk

Trotz angespannter kommunaler Finanzen hält die Verwaltung an zukunftsgerichteten Bauprojekten fest. Orientierung gibt die bewährte „Bochum Strategie 2030“:

  • Bildungsinfrastruktur: Neben der Eröffnung des Schulzentrums Nord und dem Neubau an der Berliner Straße wurde der Grundsatzbeschluss für das elfte Gymnasium am City-Tor-Süd verabschiedet.

  • Wirtschaftspartnerschaft: Über den neuen Masterplan Handwerk richtete das Rathaus eine direkte Schnittstelle zwischen Handwerksbetrieben und städtischer Verwaltung ein, um Verfahren zu beschleunigen.

  • Nachwuchssport: Das traditionsreiche Nachwuchsleistungszentrum des VfL Bochum 1848 (VfL-Talentwerk) wurde baulich modernisiert und auf professionelle Anforderungen ausgerichtet.

Klimaanpassung nach dem Schwammstadt-Prinzip

Um Bochum widerstandsfähig gegen Starkregen und sommerliche Hitzeperioden aufzustellen, investiert die Stadt Millionensummen in den Umbau von Straßen nach dem Schwammstadt-Prinzip. Ziel ist es, Niederschlagswasser dezentral im Stadtraum aufzufangen, versickern zu lassen und zur Kühlung zu speichern.

Einen Wermutstropfen im Rückblick bildete das vorzeitige Ende der Olympia-Bewerbung, für die sich die Bochumer Bevölkerung in Voten ausgesprochen hatte.

In seinem Ausblick bekräftigt Jörg Lukat, den eingeschlagenen Weg entschlossen fortzusetzen: Stadtentwicklung gelinge nur im kontinuierlichen Schulterschluss mit den Bürgerinnen und Bürgern.

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