
G.A.R.T.E.N.
(c) pbb – Postmigrantische Bildung und Beratung gUG
Mit einem Vortrag über Gärten im Krieg und einem Künstlerinnengespräch schließt die Kunstinitiative am Samstag, 7. November, ihre Bochumer Station ab. Der Abend fragt nach Sichtbarkeit, Teilhabe und verloren gegangenen Freiräumen im Ruhrgebiet.
Gärten sind Rückzugsorte, Orte des Austauschs und lebendige Archive migrantischer Familiengeschichten. Dennoch sind von Arbeitsmigrantinnen und -migranten bewirtschaftete Parzellen im kollektiven Gedächtnis des Ruhrgebiets kaum dokumentiert – viele dieser Areale verschwanden in den 1990er-Jahren im Zuge expandierender Gewerbe- und Logistikflächen. An diese Lücke knüpfte das Kunstprojekt G.A.R.T.E.N. (GegenwartsAneignung: Räume, Teilhabe, Erinnerung & Neuordnung) an, das im September mit einer einwöchigen Freiluft-Ausstellung am Springorum-Radweg in Bochum-Süd für Aufmerksamkeit sorgte.
Zum Projektabschluss in Bochum lädt die Trägerin pbb – Postmigrantische Bildung und Beratung gUG am Samstag, 7. November 2026, zu einer Bilanz- und Vernetzungsveranstaltung in die Oval Office Bar (Saladin-Schmitt-Straße 2) ein. Einlass ist ab 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei und ohne Voranmeldung für alle Interessierten offen.
Das Programm: Vom Iran ins Ruhrgebiet
Der Abend verbindet geopolitische Analysen mit lokalen künstlerischen Reflexionen:
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19:15–20:00 Uhr – Vortrag „Gärten im Krieg – Zur aktuellen Situation im Iran“:
Die Iran-Forscherin Dr. Donja Hodaie beleuchtet die ökologischen, gesellschaftlichen und politischen Realitäten im Iran sowie die Auswirkungen von Konflikten auf Freiräume. Hodaie forscht seit vielen Jahren zu juristischen sowie staatlichen Machtstrukturen und setzt sich intensiv mit den Rechten von Frauen, queeren Menschen und Minderheiten auseinander.
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20:15–21:30 Uhr – Künstlerinnengespräch zur migrantischen Teilhabe:
Drei der an der Ursprungsausstellung beteiligten Künstlerinnen geben Einblicke in ihre Arbeiten und diskutieren mit dem Publikum über Selbstermächtigung und Raumaneignung im Revier:
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Lisa Jarzynski spricht über ihre Soundinstallation „Wiem że dzwoni ale nie wiem w którym kościele“, die biografische Kindheitserinnerungen an familiäre Schrebergärten zwischen Zugehörigkeit und Antislawismus verwebt.
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Yasemin Bertel stellt ihr Werk „Unkraut / Beikraut – was trotzdem wächst“ vor, das interkulturelles Pflanzenwissen und Samowar-Gespräche mit Fragen kleingärtnerischer Normen verknüpft.
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Alla Zhyvotova erörtert ihre partizipative Performance „Tränke brauen – Pflanzen, Wünsche und Erinnerungen“, die traditionelles Heilkräuterwissen ihrer ukrainischen Großmutter als Ausgangspunkt für Wünsche und kollektives Erinnern nutzt.
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Ab 21:30 Uhr: Offener Ausklang, Raum für Vernetzung und Ausblick auf künftige Projekte; die Bar ist bis 24:00 Uhr geöffnet.
Solidarischer Rahmen und überregionale Fortsetzung
Die gastgebende Oval Office Bar wird vom Kollektiv des KosmoPolis e.V. betrieben und arbeitet nach solidarischen, spendenbasierten Grundsätzen. Kuratiert wurde die Gesamtausstellung von Hamide Sauer. Nach dem Finale in Bochum wandert der Diskurs weiter in die Nachbarstadt: Am 26. November 2026 gastiert das Format im makroscope in Mülheim an der Ruhr.
Gefördert wird die Reihe durch Interkultur Ruhr, den Regionalverband Ruhr sowie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
