
Rathaus und BVZ
(c) Sebastian Sendlak
Ausgehend von der Rana-Plaza-Katastrophe in Bangladesch analysiert Referent Dietrich Weinbrenner am 5. November die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie. Im Bildungs- und Verwaltungszentrum stellt er Initiativen für Menschenrechte und konkrete Handlungsoptionen für Verbraucher vor.
Billige Mode hat ihren Preis – oft bezahlt von Arbeiterinnen und Arbeitern im globalen Süden. Mit den realen Bedingungen hinter der weltweiten Kleidungsproduktion beschäftigt sich die Volkshochschule Bochum (vhs) am Donnerstag, 5. November 2026, von 18:00 bis 19:30 Uhr im Rahmen des Vortrags „Der wahre Preis der Kleidung – Einblicke in die globalisierte Textilproduktion“ (Kursnummer: N20006). Die Veranstaltung findet im Lore-Agnes-Raum des Bildungs- und Verwaltungszentrums (BVZ) am Gustav-Heinemann-Platz 2–6 statt.
Lehren aus Rana Plaza und Einsatz für Menschenrechte
Als historischer Ausgangspunkt dient das Unglück vom April 2013: Beim Einsturz des neunstöckigen Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch verloren 1.134 Textilarbeiter ihr Leben, Tausende weitere wurden schwer verletzt. Die Katastrophe rückte die gravierenden Sicherheitsmängel, existenzbedrohenden Niedriglöhne und unzureichenden Arbeitsrechte der weltweiten Bekleidungsbranche schlagartig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.
Referent Dietrich Weinbrenner, langjähriger Aktivist der internationalen „Kampagne für Saubere Kleidung“, hat Produktionsstätten in verschiedenen Herstellerländern bereist und die Situation vor Ort dokumentiert. Anhand authentischer Einblicke erläutert er, wie Lieferketten funktionieren, welche gesetzlichen und zivilgesellschaftlichen Schutzmechanismen greifen und wie internationale Konzerne zur Verantwortung gezogen werden können.
Was Konsumentinnen und Konsumenten tun können
Neben der strukturellen Kritik richtet der Vortrag den Blick auf die Verbraucherseite: Weinbrenner geht praxisnah der Frage nach, wie sich der eigene Kleiderkonsum nachhaltiger gestalten lässt, welche Siegel verlässliche Orientierung bieten und wie Bürgerinnen und Bürger Druck auf Politik und Industrie ausüben können.
Die Teilnahme am Vortrag ist kostenfrei. Da die Plätze im BVZ begrenzt sind, wird um eine vorherige Anmeldung gebeten. Interessierte können sich telefonisch unter 0234 / 910 – 15 55 oder online über das Portal vhs.bochum.de registrieren.
