Beitrag: Feuerwehr Bochum durch Paralleleinsätze und CO-Austritt im Dauereinsatz
Feuerwehr Bochum

(c) Sebastian Sendlak

Innerhalb von gut einer Stunde mussten die Einsatzkräfte vier Verletzte nach einem Kohlenstoffmonoxid-Austritt in Wattenscheid versorgen, einen Küchenbrand in Hofstede löschen und ein Feuer in einer Hiltroper Förderschule bekämpfen. Alle vier Wachen der Berufsfeuerwehr und fünf Freiwillige Einheiten rückten aus.

Eine dichte Serie zeitgleicher Notrufe forderte am Mittwochmittag, 28. Oktober 2026, die gesamten Rettungskräfte der Stadt Bochum. Zwischen 11:40 Uhr und 13:00 Uhr spitzte sich die Lage im Stadtgebiet dramatisch zu: Ein schwerer Giftgasunfall, eine Rauchentwicklung in einem Mehrfamilienhaus sowie ein Schulbrand während einer Ferienbetreuung ereigneten sich fast zeitgleich mit einem ohnehin stark ausgelasteten Rettungsdienst.

Zur Bewältigung der Notlagen wurden sämtliche vier Wachen der Berufsfeuerwehr Bochum alarmiert. Unterstützt wurden sie von den Löscheinheiten Nord, Altenbochum, SE-IuK, Bochum-Mitte und Wattenscheid-Mitte der Freiwilligen Feuerwehr.

Vier Verletzte bei Kohlenstoffmonoxid-Austritt in Wattenscheid

Der folgenschwerste Vorfall ereignete sich um 11:42 Uhr an der Bochumer Straße in Bochum-Wattenscheid. In einer Dachgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses trat aus ungeklärter Ursache Kohlenstoffmonoxid (CO) aus. Messungen der Feuerwehr ergaben lebensgefährliche Konzentrationen des farb- und geruchlosen Gases.

Vier Personen erlitten Verletzungen, darunter auch Jugendliche. Eine Person erlitt schwere Vergiftungen und wurde zur intensivmedizinischen Versorgung in eine Spezialklinik mit Druckkammer nach Gelsenkirchen transportiert; die drei leichtverletzten Bewohner kamen in umliegende Krankenhäuser. Die Heizungsanlage der betroffenen Wohnung wurde in Abstimmung mit den Stadtwerken und dem Bezirksschornsteinfeger sofort stillgelegt. Weitere Hausbewohner waren nicht gefährdet.

Angebranntes Essen in Hofstede löst Drehleiter-Einsatz aus

Noch während der laufenden Rettungsarbeiten in Wattenscheid ging um 12:33 Uhr der nächste Alarm ein: Anwohner meldeten Brandgeruch und piepende Rauchmelder aus dem ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Ernestinenstraße in Hofstede. Da die Mieter nicht zu Hause waren, stiegen Einsatzkräfte über eine Drehleiter durch das Fenster ein. Ursache war auf dem eingeschalteten Herd vergessenes Essen. Die Wehr entrauchte das Gebäude per Überdruckbelüftung; Verletzt wurde hier niemand.

Alarmstufe „Menschenleben in Gefahr“ bei Brand in Förderschule Hiltrop

Um 12:55 Uhr schrillte schließlich die Brandmeldeanlage der Förderschule an der Eifelstraße in Hiltrop. Da die Hausmeisterin der Leitstelle zeitgleich telefonisch meldete, dass ein Abstellraum im ersten Stock brannte und sich Kinder im Rahmen der Ferienbetreuung im Gebäude aufhielten, erhöhte der Einsatzleitdienst die Alarmstufe sofort auf „Feuer mit Menschenleben in Gefahr“.

Vor Ort zeigte sich das vorbildliche Handeln des Schulpersonals: Die Betreuer hatten das Gebäude bereits komplett evakuiert. Die neun Kinder und sieben Erwachsenen blieben unverletzt und wurden vor Ort vom Rettungsdienst betreut. Unter schwerem Atemschutz löschten zwei Trupps mit einem C-Rohr den brennenden Abstellraum. Wegen der massiven Rauchentwicklung bleibt das gesamte erste Obergeschoss der Schule vorerst unbenutzbar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen.

Trotz der extremen personellen und organisatorischen Belastung zwischen 12:30 Uhr und 13:45 Uhr blieben die Hilfeleistungen im Stadtgebiet lückenlos gewährleistet.

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