
Sturmschäden
Foto Feuerwehr Bochum
Ein heftiges Sturmtief hat die Einsatzkräfte von Freitag bis Samstag in Atem gehalten. Neben einem umgestürzten Baum auf einem Wohnhaus und einer brennenden Hochspannungsleitung an der Autobahn fahndet die Kriminalpolizei nach einem rücksichtslosen Raubüberfall auf eine 86-jährige Fußgängerin.
Das Sturmtief, das seit Freitagnachmittag über das Ruhrgebiet zog, hat im gesamten Stadtgebiet erhebliche Schäden hinterlassen. Zwischen dem 23. und dem 24. Oktober 2026 registrierte die Feuerwehr Bochum insgesamt 70 wetterbedingte Einsätze. Um die Vielzahl an Notrufen zu bewältigen, richteten die Verantwortlichen in der Leitstelle frühzeitig eine eigene Führungsorganisation ein. Rund 100 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr arbeiteten ununterbrochen umgestürzte Bäume, abgerissene Äste und lose Bauteile ab. Zwei Einsatzstellen erforderten dabei ein massives Aufgebot.
Baum stürzt auf Wohnhaus – Brand und Vollsperrung der A43
An der Elsa-Brandström-Straße krachte ein massiver Baum direkt auf das Dach eines Wohngebäudes, in dem sich zum Unglückszeitpunkt noch Personen aufhielten. Die Feuerwehr evakuierte die Bewohner unverzüglich und sperrte den Gefahrenbereich ab. Verletzt wurde niemand, die Betroffenen kamen vorübergehend bei Angehörigen unter. Da der anhaltende Sturm den Einsatz eines schweren Bergungskrans zunächst unmöglich machte, musste die Sicherung des Daches aufgeschoben werden.
Noch gravierender gestaltete sich die Lage im Bereich „Zu den Kämpen“. Dort riss eine Hochspannungsleitung ab und entzündete entlang der Trasse ein Bodenfeuer auf einer Länge von rund 70 Metern. Wegen der akuten Lebensgefahr durch herabhängende Leitungen sperrten Polizei und Feuerwehr die Autobahn 43 zwischen dem Autobahnkreuz Bochum und der Anschlussstelle Bochum-Laer für den gesamten Verkehr voll ab. Spezialisten des Netzbetreibers übernahmen die Gefahrenbeseitigung und Reparaturarbeiten vor Ort.
Seniorin an der Universitätsstraße attackiert: Kripo sucht Zeugen
Abseits des Unwetters ereignete sich am Freitagmittag ein schwerer Raubüberfall im Innenstadtbereich. Eine 86-jährige Bochumerin war gegen 12:00 Uhr zu Fuß auf dem Gehweg im Kreuzungsbereich Universitätsstraße und Oskar-Hoffmann-Straße unterwegs, als unmittelbar neben ihr ein beige-graues Auto stoppte.
Zwei Frauen stiegen von der Rückbank des Wagens aus, traten sofort an die gehbehinderte Seniorin heran und griffen ihr unvermittelt an den Hals. Mit brachialer Gewalt rissen die Täterinnen ihr die Halskette vom Hals, sprangen zurück ins Auto und flüchteten mit hoher Geschwindigkeit in unbekannte Richtung. Auf den Vordersitzen des Fluchtfahrzeugs saßen nach Zeugenangaben zwei Männer. Die beiden Täterinnen werden auf 40 bis 50 Jahre geschätzt, hatten helle Haare und ein mitteleuropäisches Erscheinungsbild. Das Kriminalkommissariat bittet Zeugen, die die Tat oder das auffällige Fahrzeug beobachtet haben, um Hinweise unter den Rufnummern 0234 909-8105 oder 0234 909-4441.
