
Polizeipräsidium Bochum
Die Bundespolizei stoppt einen 29-Jährigen nach einer Attacke auf einen Bahnreisenden. Gleichzeitig sucht die Kriminalpolizei nach flüchtigen Jugendlichen am Wallbaumweg sowie nach einem falschen Handwerker, der von einer Seniorin energisch vor die Tür gesetzt wurde.
Ein gewalttätiger Übergriff in der Bochumer Bahnhofshalle sowie zwei Straftaten im Stadtgebiet beschäftigen derzeit die Ermittlungsbehörden. Am späten Sonntagabend, 25. Oktober, schlug ein alkoholisierter und mutmaßlich berauschter Mann unvermittelt auf einen Passanten ein. Bereits am Freitag, 23. Oktober, vereitelte ein aufmerksamer Nachbar einen Einbruchsversuch im Stadtteil Querenburg, während eine 72-jährige Bochumerin am selben Tag einen dreisten Betrüger an ihrer Wohnungstür entlarvte.
Attacke im Hauptbahnhof: Streit verlagert sich in Kiosk
Gegen 21:40 Uhr alarmierte ein Angestellter einer Bahnhofsfiliale die Bundespolizei über eine körperliche Auseinandersetzung. Wie die spätere Auswertung der Videoüberwachung belegte, saß ein 35-jähriger Bochumer zunächst auf einer Sitzbank in der Haupthalle, als sich ein 29-Jähriger zu ihm setzte. Nach einem kurzen Gespräch packte der 29-jährige syrische Staatsbürger sein Gegenüber plötzlich am Jackenkragen und versetzte ihm einen Schlag gegen die Schulter.
Als der 35-jährige afghanische Staatsangehörige aufstand, um der Konfrontation zu entgehen, folgte ihm der Angreifer bis in ein nahegelegenes Kioskgeschäft. Über die Reflexion der Kühlregale beobachtete der Verkäufer, wie der Tatverdächtige den Verfolgten weiter mit Faustschlägen und Fußtritten malträtierte. Der mutige 27-jährige Filialmitarbeiter griff ein, packte den Angreifer am Arm und drängte ihn aus dem Geschäft. Einsatzkräfte der Bundespolizei stellten den Flüchtigen kurz darauf im Rahmen einer Nahbereichsfahndung auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Der 35-jährige Geschädigte musste mit Schmerzen per Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Tatverdächtige wies einen Atemalkoholwert von 1,6 Promille auf, klagte seinerseits über angebliche Atemnot nach vorangegangenem Drogenkonsum, verweigerte jedoch eine medizinische Behandlung. Gegen ihn wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt; zudem erhielt er ein sofortiges Hausverbot für das Bahnhofsareal.
Jugendliche zerschlagen Fensterscheibe am Wallbaumweg
Am Freitagabend verhinderte die Wachsamkeit eines Anwohners einen vollendeten Einbruch in ein Einfamilienhaus. Gegen 21:30 Uhr schreckte ein Bewohner am Wallbaumweg durch das Geräusch von klirrendem Glas auf. Beim Blick aus dem Fenster bemerkte er mehrere Jugendliche, die eilig vom Nachbargrundstück flüchteten. Vor Ort eingetroffene Streifenwagenbesatzungen stellten fest, dass eine Fensterscheibe des Gebäudes gewaltsam zerstört worden war. Ins Innere gelangten die Täter nicht. Das Kriminalkommissariat bittet Nachbarn oder Passanten, die verdächtige Personen im Umfeld beobachtet haben, um Mithilfe.
Resoluter Rauswurf: 72-Jährige stoppt falschen Handwerker
Ebenfalls am Freitagvormittag versuchte ein Trickbetrüger, sich unter einem Vorwand Zutritt zu den privaten Räumlichkeiten einer Seniorin an der Schulte-Hordelhoff-Straße zu verschaffen. Gegen 9:40 Uhr klingelte der Unbekannte an der Wohnungstür des Mehrfamilienhauses und behauptete, routinemäßig die Fenster kontrollieren zu müssen. Nachdem ihn die 72-Jährige eingelassen hatte, forderte der Mann plötzlich Zugang zum Badezimmer, um angeblich auch den Wasserhahn zu prüfen. Die Seniorin erkannte die Masche, forderte den Fremden lautstark zum Verlassen der Wohnung auf und setzte ihn eigenhändig vor die Tür, bevor Wertgegenstände entwendet werden konnten.
Der Tatverdächtige wird als schlank, zwischen 30 und 40 Jahre alt, mit kurzen dunklen Haaren und südländischem Erscheinungsbild beschrieben. Er sprach akzentfreies Deutsch, trug eine hellgraue Hose, eine schwarze Jacke sowie weiße Schuhe mit drei blauen Streifen und führte eine kleine schwarze Dokumentenmappe mit sich.
Die Kriminalpolizei nimmt Zeugenhinweise zu beiden Freitagstaten unter den Rufnummern 0234 909-4135 oder 0234 909-4441 entgegen. Zudem mahnen die Ordnungshüter erneut zur Vorsicht: Fremden Personen sollte niemals voreilig Zutritt zur Wohnung gewährt werden; in Verdachtsfällen ist sofort der Polizeinotruf 110 zu wählen.
