Beitrag: Rösler: „Wir müssen ein Zeichen setzen“
Pressekonferenz Uwe Rösler

(c) Sebastian Sendlak

VfL – Chefcoach fordert vor dem Heimspiel gegen den Tabellendritten Wolfsburg ein „mutiges Auftreten“ seiner Mannschaft, die zuletzt drei Mal in Folge verloren hat.

Der Ernst der Lage war bei der heutigen Prematch-Pressekonferenz im neu gestalteten Medienraum im Ruhrstadion spürbar. Erstmals seit einem Jahr standen nicht nur die Mannschaft, sondern auch Chefcoach Uwe Rösler in der Kritik der Fans. Dieser reagierte und lud in dieser Woche Fanvertreter und den Mannschaftsrat zu einem Gespräch ein. Das Ziel war, dass Mannschaft, Trainer und Fans – insbesondere bei Spielen im Ruhrstadion – an einem Strang ziehen. Dabei wartet beim morgigen Heimspiel eine Mammutaufgabe auf das Team von Uwe Rösler: Der Tabellendritte VfL Wolfsburg, der aufgrund seines Kaders und Budgets als Bayern München der 2. Liga bezeichnet wird und zuletzt drei Mal nicht verloren hat.

Uwe Rösler zollte dem Gegner heute auch den gebührenden Respekt und hob die individuelle Qualität sowie die moderne sehr offensivstarke Spielweise hervor. Allerdings habe seine Analysen ergeben, dass die Gäste aus Wolfsburg „aber auch anfällig in der Defensive sind“. Daher zeigte sich der VfL – Chefcoach „zuversichtlich“, dass auch seine Mannschaft, die nach drei Niederlagen am Stück auf dem Abstiegs- Relegationsplatz steht und als Außenseiter ins Spiel geht, eine Chance hat. Allerdings nur, wenn seine Mannschaft „mutig spiele“ und „alles reinwerfe“.

Der Cheftrainer des Gegners Wolfsburg, Tobias Strobl, verwies in seiner Prematch-Pressekonferenz darauf, dass er in Bochum einen „emotionalen Abend“ bei einem Gegner erwarte, „der zuletzt nur 25 Prozent seiner Großchancen genutzt hat. (…) Wir lassen uns daher nicht vom Tabellenstand oder von den letzten drei verlorenen Spielen täuschen.“ Strobl lobte die „interessante Spielweise“ der Bochumer, „die sich zuletzt aber nicht belohnt haben und es am Freitag wieder versuchen.“

„Wir können keine Touristen auf dem Platz haben“

„Wir brauchen morgen eine ausgezeichnete Leistung. Wir können keine Touristen auf dem Platz haben, sondern müssen alle gegen den Ball arbeiten. Wir hatten zuletzt 60 Prozent Ballbesitz bei Heimspielen“, betonte Uwe Rösler bei der heutigen Prematch – Pressekonferenz. Ob er dabei mit einem oder mehreren Stürmern spielen werde, wollte der Coach erst nach der morgigen Trainingseinheit entscheiden. „Mindestens eine Änderung wird es geben“, kündigte Rösler an und verwehrte sich gegen die unter der Woche aufgekommene Kritik, er würde nicht allen Spielern eine Chance geben. „Ich habe Spielern immer wieder eine Chance gegeben. Aber wer spielt, entscheide ich auf Grundlage der Trainings und der Testspiele. Das habe ich schon immer so gemacht. Ich lasse mich aber nicht treiben, auch nicht von den Medien.

Aussprache zwischen Fans, Trainer und Mannschaftsrat

Auf Initiative von Uwe Rösler fand in dieser Woche (21. Oktober) ein Treffen von Fanvertretern mit dem VfL – Chefcoach und dem Mannschaftsrat statt. „Es war ein sehr positives und konstruktives Meeting. Mir ist die Meinung der Fanvertreter wichtig“, betonte Uwe Rösler und ergänzte: „Es gab dabei ein bis zwei Punkte, die ich daraus in die Mannschaft tragen will“. Auf Nachfrage erläuterte Rösler, dass sich die Fans vor allem mehr Chancen und Tore bei den Heimspielen wünschen. Dies sei auch sein Ziel, betonte der VfL – Chefcoach und verwies auf die bereits beim letzten Spiel in Kaiserslautern initiierten Umstellungen, die unter der Woche weiter trainiert wurden. Dazu gehöre vor allem, mehr Spieler und Druck in die Box bringen.

Rösler „Ich bin kein Zauberer“

Uwe Rösler wiederholte heute in der Prematch – Pressekonferenz seine Aussage zu Beginn der Zweitligasaison: „Ich bin kein Zauberer“. Der Chefcoach verwies darauf, dass der Strukturwandel und Umbau der Mannschaft Zeit benötigen. „Wir haben uns im Sommer entschieden, dass wir beabsichtigen, uns als Mannschaft und im Kader weiterzuentwickeln.“ Seitdem habe sich der Einsatz  („Grätsche“) und Körperlichkeit der Mannschaft erhöht. Allerdings benannte Rösler auch die Mängel seiner Mannschaft: „Wir machen in der Offensive die Tore nicht, und in der Defensive wenige, aber zum Teil große Fehler.“ Aber am Einsatz und Willen seiner Mannschaft fehle es nicht, betonte Rösler.

Ob es stattdessen an der Qualität des Kaders liege, bei dem es im Sommer nur 3-4 Neuzugänge mit maßgeblicher Zweitliga-Erfahrung gegeben habe, wurde Rösler heute in Prematch – Pressekonferenz gefragt. Seine Antwort: „Wir müssen dies kollektiv auswerten und dann Konsequenzen für die nächste Transferphase ziehen.“ Diese steht in der Winterpause an, doch bis dahin will und muss der VfL noch mehr Punkte sammeln.

Gegenüber defensiven Gegnern habe seine Mannschaft zuletzt Probleme gehabt, betonte Uwe Rösler. Vielleicht ist es daher gut, wenn morgen Abend (23. Oktober, 18:30 Uhr) ein echtes „Brett“ ins Ruhrstadion kommt, wofür bisher 21.250 Tickets – darunter 1.780 Wolfsburger Fans – abgesetzt wurden. 300 Sitzplatzkarten sind im Heimbereich verfügbar, für dessen Ostkurve auch bei diesem Spiel das bekannte „Hüpfverbot“ gilt.

Allerdings bittet Uwe Rösler die Fans um Geduld. „Wir müssen nicht frustriert werden, wenn es länger dauert. Aber wir müssen uns auch etwas trauen.“ Aber der Chefcoach hat auch eine klare Ansage an seine Mannschaft: „Wir müssen ein Zeichen setzen. Gleich zu Beginn des Spiels“. Das wollen auch die VfL – Fans im Ruhrstadion sehen, „dass wieder eine Festung werden soll“, wie es unter der Woche von Fans in den Social Media Kanälen hieß. Wenn dies eintritt, werden Fans und Verantwortliche Uwe Rösler und der Mannschaft auch mehr Zeit für den Wandel geben. Allerdings ist jetzt auch die Mannschaft gefragt, eine Antwort auf dem Platz zu geben. Mit Leidenschaft und Wille, auch gegen „große“ Gegner. Sonst könnte es ein sehr ungemütlicher Herbst rund um die Baustelle Ruhrstadion werden. Und das nicht nur beim Wetter.

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