Beitrag: Pokal-Drama an der Lohrheide
Lohrheidestadion

SG Wattenscheid 09 schnuppert an der Sensation gegen Münster

Ein aufopferungsvoller Auftritt der Schwarz-Weißen bleibt unbelohnt: Trotz früher Führung durch Illia Poliakov und furioser Schlussoffensive unterliegt die SG 09 dem favorisierten Drittligisten Preußen Münster mit 2:3. Höchst umstrittene Schiedsrichterentscheidungen erhitzen die Gemüter.

Großer Pokalfight im modernisierten Lohrheidestadion: Vor 3.138 Zuschauern lieferte die SG Wattenscheid 09 dem Drittligisten SC Preußen Münster im Krombacher Westfalenpokal einen packenden Schlagabtausch auf Augenhöhe. Über weite Strecken brachte die Elf von Cheftrainer Przemek Czapp den Favoriten an den Rand einer Niederlage, musste sich am Ende jedoch nach einem dramatischen Spielverlauf denkbar unglücklich mit 2:3 (1:0) geschlagen geben.

Traumstart und leidenschaftliche erste Hälfte

Die Hausherren zeigten sich unbeeindruckt von einer extrem frühen Verwarnung gegen Illia Poliakov, der bereits nach 120 Sekunden für ein harmloses Foulspiel von Schiedsrichter Cengiz Kabalakli mit Gelb belegt wurde – der Auftakt einer Serie fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen an diesem Abend. Die Sportgemeinschaft spielte mutig nach vorn: In der 14. Minute bediente Robert Nnaji nach starker Vorarbeit mustergültig Poliakov, der vor Gästekeeper Matthis Harsman die Nerven behielt und zur umjubelten 1:0-Führung einschob.

Wattenscheid kontrollierte die Partie mit aggressiver Zweikampfführung und setzte brandgefährliche Nadelstiche. Nicolas Hirschberger scheiterte nach einem Traumpass von Poliakov aus kurzer Distanz an Harsman (29.), ehe er wenig später eine Hereingabe von Tom Sindermann an das Außennetz setzte (33.). Defensiv ließ die 09-Abwehr um Torhüter Joshua Mroß kaum etwas zu – die verdiente Konsequenz waren stehende Ovationen der Fans beim Gang in die Kabinen.

Münster dreht die Partie nach der Pause – Schiedsrichter im Fokus

Münsters Trainer Thomas Wörle reagierte zur zweiten Hälfte mit einem Dreifachwechsel sowie einer Systemumstellung, um den Drittligisten ins Spiel zu bringen. Nach einem unzureichend geklärten Abstoß nutzten die Gäste die kurzzeitige Unordnung der 09-Hintermannschaft: Charalambos Makridis glich nach Zuspiel von Romario Rösch zum 1:1 aus (56.).

Nur sechs Minuten später kochten die Emotionen an der Lohrheide hoch: Nach einem klaren Foulspiel von Münsters Adeh an Poliakov im 09-Strafraumbereich verweigerte der Unparteiische den fälligen Pfiff. Münster nutzte die Verwirrung eiskalt aus, und der eingewechselte Joshua Mees vollendete zum höchst umstrittenen 1:2 (62.). Als Niklas Varelmann in der 79. Minute nach einem Wattenscheider Stellungsfehler auf 1:3 erhöhte, schien die Begegnung entschieden.

Aufholjagd in der Schlussphase: Schacht trifft, Elfmeterpfiff verwehrt

Die Czapp-Elf steckte jedoch keineswegs auf und warf alles nach vorn. Nachdem Thomas Gösweiner im Sechzehner der Gäste zu Fall gebracht worden war, trat Ex-Preuße Kevin Schacht an und verwandelte den Foulelfmeter in der 87. Minute sicher zum 2:3-Anschluss.

In der hitzigen Nachspielzeit peitschte das Publikum die Sportgemeinschaft nach vorn. Für zusätzliches Entsetzen bei den 09-Anhängern sorgte die 93. Minute: Bei einem Freistoß hielt Münsters Torge Paetow den eingewechselten Stürmer Gösweiner über mehrere Sekunden hinweg im Strafraum unübersehbar fest. Der geforderte Pfiff zum zweiten Elfmeter blieb jedoch erneut aus.

Trotz des bitteren Ausscheidens verabschiedeten die Zuschauer die Mannschaft mit lautstarkem Applaus für eine leidenschaftliche Pokalschlacht, bei der am Ende nur Nuancen und unglückliche Schiedsrichterentscheidungen den Einzug ins Viertelfinale verhinderten.

Spielstatistik

SG Wattenscheid 09: Mroß – Tunga (66. Gösweiner), Ali, Schulte-Kellinghaus – Kurt, Adamski, Sindermann, Wortmann (83. Arifi) – Hirschberger (83. Nwachukwu), Nnaji (76. Schacht), Poliakov (76. Renke)

SC Preußen Münster: Harsman – Koulis (46. Varelmann), Zeller, Dietrich – Kolbe, Adeh, Preißinger (46. Higl), Rösch (90.+2 Paetow) – Ndikom (18. Mees), Schulz II (46. Maier), Makridis

  • Tore: 1:0 Poliakov (14.), 1:1 Makridis (56.), 1:2 Mees (62.), 1:3 Varelmann (79.), 2:3 Schacht (87., Foulelfmeter)

  • Gelbe Karten: Poliakov, Wortmann, Adamski, Sindermann, Imran / Adeh, Kolbe, Zeller, Maier, Rösch

  • Schiedsrichter: Cengiz Kabalakli

  • Zuschauer: 3.138 (Lohrheidestadion)

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