Beitrag: Betzenberg-Dämpfer für den VfL Bochum
Uwe Rösler – Cheftrainer des VfL Bochum 1848

(c) Sebastian Sendlak

Trotz optischer Spielanteile und zahlreicher Flanken bleibt der VfL Bochum auch in der Pfalz ohne Zählbares. Ein unglücklicher Gegentreffer, fehlende Durchschlagskraft im Angriff und ein umstrittener Strafstoß besiegeln den Auswärtserfolg des 1. FC Kaiserslautern.

Die Reise auf den traditionsreichen Betzenberg endete für den VfL Bochum mit einer bitteren Ernüchterung. Beim 1. FC Kaiserslautern unterlag die Mannschaft von Cheftrainer Uwe Rösler mit 0:2. Während die Gastgeber wenig spielerischen Glanz versprühten, dafür aber defensiv extrem stabil agierten und ihre Gelegenheiten eiskalt nutzten, blieben die Bochumer Bemühungen in der Offensive über weite Strecken zu harmlos. Das Resultat spiegelt das aktuelle Dilemma des Revierklubs wider: Viel Aufwand bei der Ballkontrolle, jedoch ein eklatanter Mangel an Durchschlagskraft und Konsequenz in der gegnerischen Gefahrenzone.

Bitterer Nackenschlag nach kontrollierter Anfangsphase

Der VfL begann die Partie mit unveränderter Startformation und fand ordentlich in die Begegnung. Die Rösler-Elf erarbeitete sich im Mittelfeld Spielkontrolle und brachte Angreifer Christian Rasmussen mehrfach in aussichtsreiche Positionen. Allerdings fehlte in den entscheidenden Momenten das präzise Zuspiel oder der konsequente Abschluss, wie etwa bei einem von Krahl entschärften Distanzschuss oder versandeten Dribblings von Koji Miyoshi.

Mitten in dieser Phase der relativen Spielruhe fiel der Führungstreffer für Kaiserslautern wie aus dem Nichts. Nach einem weiten Schlag verschätzte sich Sean Klaiber beim Klärungsversuch gegen Ibrahim Kanaté, der frei auf das Tor zulief. Der anschließende Querpass trudelte unglücklich durch die Beine von Karol Mets hindurch genau in den Lauf von Zweitligadebütant Milos Lukovic, der Torhüter Horn aus kurzer Distanz mit einem Beinschuss überwand. Der Schock über das unglückliche Gegentor saß tief, während eigene Versuche kurz vor der Pause – unter anderem durch Rasmussen nach Hereingabe von Gerrit Holtmann – ungenutzt blieben.

Offensive Harmlosigkeit, ein umstrittener Pfiff und Wildwest-Schlussphase

Im zweiten Spielabschnitt versuchte das Bochumer Trainerteam durch personelle Wechsel zusätzliche Offensivkraft auf den Platz zu bringen. Jarne Steuckers kam für Holtmann, später ersetzten Berkan Taz und Charlie Patino das Mittelfeldzentrum. Doch statt der erhofften Wende schwand zunehmend die mannschaftliche Ordnung. Die Pfälzer lauerten auf Konter, während dem VfL im Angriffsdrittel trotz insgesamt 22 geschlagener Flanken die Durchsetzungskraft und die letzte Energie fehlten.

Die Vorentscheidung fiel schließlich nach einer äußerst strittigen Szene in der 74. Minute. In einem Luftduell im Sechzehner soll Patino Gegenspieler Jan Elvedi unabsichtlich im Gesicht touchiert haben. Schiedsrichter Wolfgang Haslberger entschied auf Strafstoß, den Semih Sahin mit einem wuchtigen Schuss ins Eck zum 2:0 verwandelte. In der Schlussphase rettete Horn zunächst bei Großchancen der Pfälzer, ehe der VfL in der Schlussminute Pech hatte: Nach einer Kopfballstafette über Hofmann und Meyer setzte Klaiber den Ball aus vier Metern knapp über die Querlatte, und mit der letzten Aktion zischte ein Taz-Fernschuss haarscharf am Torwinkel vorbei.

Trainer Rösler bemängelt fehlenden Punch im letzten Drittel

Auf der anschließenden Pressekonferenz zog Uwe Rösler ein nüchternes und selbstkritisches Fazit. Die Partie sei ein genaues Spiegelbild der vergangenen Spielwochen gewesen. Seine Mannschaft habe die taktischen Vorgaben zu Beginn gut umgesetzt, das Spiel kontrolliert und viele Eins-gegen-Eins-Situationen gesucht, doch fehle momentan schlichtweg die letzte Konsequenz und Energie, um sich vor dem gegnerischen Kasten entscheidend zu behaupten.

Den Führungstreffer der Gastgeber stufte Rösler als unglückliche Kette unglücklicher Momente nach einem simplen langen Ball ein, während er den Elfmeterpfiff als spielentscheidend und hochgradig umstritten bewertete. Durch die offensiven Umstellungen habe die eigene Struktur gelitten, was dem Gegner Räume geöffnet habe. Am Ende müsse man Kaiserslautern zu einem extrem robusten und pragmatischen Resultatsfußball gratulieren, während der VfL die eigenen Baustellen in puncto Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft dringend abstellen müsse.

Auf Social Media teilen