Beitrag: NS-Verbrechen in Bochum: Vortrag im Stadtarchiv
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Stadtarchiv Bochum

Das Stadtarchiv Bochum beleuchtet am 21. Oktober Zwangssterilisationen und Euthanasie im Nationalsozialismus. Referent ist Prof. Dr. Georg Juckel.

Das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte an der Wittener Straße 47 setzt seine stadtgeschichtliche Vortragsreihe mit einem zentralen Thema der Erinnerungskultur fort. Am Mittwoch, 21. Oktober, spricht Prof. Dr. Georg Juckel um 19 Uhr über die Zwangssterilisation und sogenannte Euthanasie psychisch kranker Bürgerinnen und Bürger in Bochum. Auch mehr als neun Jahrzehnte nach dem Beginn der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bleibt die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels eine fortdauernde ethische Verantwortung. Während die staatlichen Eingriffe in das Leben erkrankter Menschen grundsätzlich erforscht sind, schließt das aktuelle Projekt Wissenslücken über die konkreten Schicksale auf lokaler Ebene. Die Veranstaltung vermittelt beklemmende Einblicke in die bürokratisch organisierte Verfolgung vor Ort.

Über 3.000 Zwangssterilisationen und 366 Euthanasie-Opfer

Im Rahmen des Forschungsprojekts ließen sich bisher über 3.000 Bochumer Bürgerinnen und Bürger identifizieren, die aufgrund einer angeblichen oder tatsächlichen psychischen Erkrankung zwangssterilisiert wurden. Mindestens 366 Patientinnen und Patienten aus dem Stadtgebiet wurden aus den Provinzial-Heilanstalten in Tötungsanstalten deportiert und dort im Zuge der NS-Krankenmorde ermordet. Die historischen Transportlisten wurden durch einen Abgleich mit Aufnahme- und Abgangsbüchern, Sterberegistern sowie Patientenakten akribisch verifiziert. Durch die Auswertung der städtischen Erbgesundheitsakten konnten die Forschenden zudem nachvollziehen, welche der ermordeten Personen zuvor bereits Opfer von Zwangssterilisationen geworden waren. Das Untersuchungsprojekt bildet zugleich eine fachliche Grundlage für die lokalen Gedenkinitiativen und die Verlegung weiterer Stolpersteine im Stadtgebiet.

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