Beitrag: Kommunalpolitik in Bochum: Straßen, Stadion und Querung
Choreo der VfL Fans

(c) Sebastian Sendlak

Die Bochumer Kommunalpolitik befasst sich mit mehreren Brennpunkten: vom Parkplatzstreit an der Rottstraße über das Hüpfverbot im Stadion bis zur Verkehrssicherheit am Dückerweg.

Die Ratsgremien der Stadt Bochum behandeln derzeit eine Reihe von verkehrs- und sportpolitischen Anliegen, die das Alltagsleben direkt berühren. Im Fachausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur fiel die Vorentscheidung über den anstehenden Großumbau der Rottstraße. Gleichzeitig fordert die Kommunalpolitik Aufklärung über die umstrittene behördliche Einschränkung für Fans auf der Osttribüne des Ruhrstadions. Darüber hinaus rückt eine unklare und potenziell gefährliche Fahrbahnüberquerung in das Blickfeld der Verwaltung. Die Initiativen spiegeln das breite Spektrum an städtischen Infrastrukturfragen wider, die die Parteien in den Fachausschüssen vorantreiben.

Neugestaltung der Rottstraße: Räte fordern Parkplatzerhalt

Der Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur hat im Technischen Rathaus den Grundsatzbeschluss zur Umgestaltung der Rottstraße auf den Weg gebracht. Ein gemeinsamer Änderungsantrag von CDU, SPD und Grünen sichert dabei ab, dass mehr öffentliche Parkflächen erhalten bleiben als ursprünglich angedacht. Laut bisherigem Planungsstand drohte eine Reduzierung von gegenwärtig 88 Stellplätzen auf lediglich 28 Parkplätze zuzüglich dreier Ladezonen. Nun soll die Verwaltung vertiefend prüfen, wie weitere Stellplätze gesichert werden können, wobei auch Modelle wie Feierabendparken oder Quartiersgaragen in Betracht kommen. Dr. Stefan Jox, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion, betont, dass eine ausreichende Anzahl an Stellplätzen für die Anwohner in einem Quartier mit hohem Parkdruck unverzichtbar sei, weshalb man das Zeitfenster bis zum finalen Beschluss für Nachbesserungen nutzen müsse.

Der umfassende Ausbau der Rottstraße dient mehreren verkehrsplanerischen und ökologischen Zielen für die kommenden Jahre. Vorrangig geht es um den baulichen Schutz vor Starkregenereignissen sowie um eine grundlegende Modernisierung der Geh- und Radwege. Entlang des Straßenzugs plant die Verwaltung unter anderem neu angelegte Grünstreifen, zusätzliche Baumpflanzungen sowie durchgehende Radfahrstreifen. Durch den interfraktionellen Beschluss soll der verkehrliche Klimaschutz nun mit den berechtigten Interessen der Anwohnerschaft an ortsnahem Parkraum harmonisiert werden. Das zuständige Planungsdezernat arbeitet die beschlossenen Prüfaufträge nun bis zur Ausbauentscheidung aus.

Kritik am Hüpfverbot im Vonovia Ruhrstadion

Für deutlichen Unmut in der Kommunalpolitik sorgt weiterhin das behördlich verhängte Hüpfverbot in der Ostkurve des Bochumer Ruhrstadions. Die CDU-Fraktion richtet dazu eine detaillierte Anfrage an den Planungsausschuss, der im Technischen Rathaus zusammenkommt. CDU-Ratsherr Dr. Daniel Obitz kritisiert, dass in der offiziellen Kommunikation des VfL Bochum und der Besitzgesellschaft lediglich von möglichem Unwohlsein durch rhythmisches Hüpfen gesprochen worden sei, was Unverständnis und Spott geerntet habe. Die Stadt habe ein klares Anrecht auf die Information, ob konkrete Bedenken an der Standsicherheit der Tribüne bestünden, worauf die Fraktion unverzüglich Antworten verlange. Stefan Klapperich, planungspolitischer Sprecher der Union, hinterfragt zudem, warum das Bauordnungsamt nach jahrzehntelangem Stadionbetrieb gewissermaßen von Gefahr im Verzug ausgehe und drastische Maßnahmen ohne Einbindung der Politik erlasse.

Die Christdemokraten möchten erfahren, unter welchen baulichen oder organisatorischen Voraussetzungen die Beschränkung wieder aufgehoben werden kann und ob geplante Sanierungsschritte vorgezogen werden können. Zudem fordert die Fraktion eine vollständige Offenlegung der behördlichen Ordnungsverfügung gegenüber dem Planungsausschuss. Abseits des Stadions mahnt die Ratsgruppe UWG Freie Bürger Sicherheitsmängel vor dem Babypark am Dückerweg an. Dort vermitteln abgenutzte Fahrbahnmarkierungen ohne offizielle Beschilderung fälschlicherweise das Bild eines Fußgängerüberwegs, den zahlreiche Familien auf dem Weg von den Parkplätzen nutzen. Fraktionsvertreter Jens Lücking fordert deshalb von der Stadtverwaltung Klarheit über den rechtlichen Status der Überquerung, die rasche Entfernung irreführender Reste oder eine zeitnahe Aufwertung zu einer sicheren Querungsstelle für Kinderwagen und Passanten.

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