Beitrag: Das Oktober-Programm im Planetarium Bochum
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Zeiss Planetarium Bochum

Ein facettenreicher Spielplan zwischen Hochkultur, Spitzenforschung und elektronischen Beats erwartet die Besucherinnen und Besucher im Planetarium Bochum: Im Oktober 2026 spannt das Sterntheater am Castroper Hellweg den Bogen von einer poetischen Weltpremiere über die Würdigung des aktuellen Physik-Nobelpreises bis hin zu interaktiven Kuppel-Games und immersiven Clubnächten.

Weltpremiere: „Hymnen an die Nacht“ vereint Poesie und Klaviermusik

Mit der neuen Fulldome-Produktion „Hymnen an die Nacht“ schließt das Planetarium eine Lücke in der 360-Grad-Kulturlandschaft. Kaum eine geistesgeschichtliche Epoche setzte sich so intensiv mit Mond, Sternen und der Nacht auseinander wie die deutsche Romantik. In der Inszenierung treffen Verse von Dichtern wie Novalis, Joseph von Eichendorff, Matthias Claudius, Ludwig Tieck und Annette von Droste-Hülshoff auf Meisterwerke der Klavierliteratur von Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy sowie Robert und Clara Schumann.

Das Konzept stammt aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Berliner Filmemacher Rüdiger Sünner (Auswahl von Text und Musik) und Tobias Wiethoff, dem künstlerischen Leiter des Planetariums, der die Visualisierungen für die Projektionskuppel schuf. Eingesprochen wurden die Gedichte von der prägnanten Stimme des Schauspielers und Sprechers Hans-Peter Bögel („Terra X“); die Klaviermusik spielte der Pianist Danang Dirhamsyah exklusiv ein. Nach der geschlossenen Vorpremiere am Dienstag, 13. Oktober 2026, läuft die rund 60-minütige Show regulär im Programm (Tickets: 13,00 Euro, ermäßigt 9,00 Euro).

Physik-Nobelpreisträger 2026 war im Mai zu Gast am Castroper Hellweg

Große Freude herrscht im Planetarium auch über eine hochaktuelle wissenschaftliche Nachricht aus Stockholm: Der Nobelpreis für Physik 2026 wurde an Francis Halzen verliehen. Halzen leitet das IceCube-Observatorium am Südpol und spürt tief im ewigen Eis hochenergetische Neutrinos aus den Tiefen des Weltalls auf. Erst im Mai dieses Jahres war der frisch gekürte Nobelpreisträger gemeinsam mit der internationalen IceCube-Kollaboration im Bochumer Planetarium zu Gast und wurde von Planetariumsleiterin Prof. Dr. Susanne Hüttemeister empfangen.

Die Forschung rund um die Geisterteilchen spiegelt sich direkt im aktuellen Spielplan wider:

  • Show „Unser exotisches Universum“: Entwickelt mit Forschenden aus der Region, visualisiert das Programm die Entdeckung der kosmischen Boten im ewigen Eis. Termine: Sonntag, 11. Oktober (19:00 Uhr) und Freitag, 30. Oktober (18:00 Uhr; Eintritt: 12,00 Euro, ermäßigt 9,00 Euro).

  • Vortrag „Botschaften aus dem extremen Universum“: Am Mittwoch, 14. Oktober 2026, um 20:00 Uhr erläutert Prof. Dr. Christian Glaser von der TU Dortmund, wie die Neutrinojagd nach der Auszeichnung weitergeht und welche Schlüsselrolle Künstliche Intelligenz künftig dabei spielt (Tickets: 7,00 Euro).

Interaktives Gaming, Kinderlesung und Clubkultur

Ergänzt wird der Spielplan durch mehrere Sonderformate für unterschiedliche Zielgruppen:

  • Familienlesung bei der lit.kid.RUHR (11. Oktober, 11:00 Uhr): Im Rahmen des Literaturfestivals lesen der renommierte Astrophysiker Heino Falcke und Grundschulpädagogin Dagmar Falcke aus ihrem Buch „Kekskrümel unterm Himmelszelt. Wie entstand unsere Erde?“. Auf der Kuppel und der Bühne reisen Kinder ab sieben Jahren per Rad und Zelt durch die Vulkaneifel bis zu den Anfängen unseres Planeten (Eintritt: 9,50 Euro).

  • Gaming unter der Kuppel: „Im Orbit“ (Dienstag, 20. Oktober, 17:00 Uhr): Das Smartphone wird zum Steuerknüppel: Bis zu 250 Mitspielende lenken gleichzeitig in Echtzeit ein Raumschiff über die Kuppel. Auf Basis realer Live-Daten weicht die Gruppe Trümmerteilen aus und thematisiert so spielerisch das ernste Problem des Weltraumschrotts (Dauer: ca. 40 Minuten; Tickets: 7,00 Euro; eigenes, geladenes Smartphone erforderlich).

  • ELECTRIC LIGHTS – Women in Electronic Music (Mittwoch, 28. Oktober, 20:00 Uhr): Zum Monatsende verwandelt sich der Kuppelsaal in einen audiovisuellen Electro-Club. Die Hamburger Fotografin und DJane Katja Ruge eröffnet den Abend mit einem cineastischen Set und schwebenden Porträtinstallationen, bevor DJ Mell G (Frankfurt, JUICY GANG RECORDS) mit kraftvollen Sounds aus Electro, Breakbeat, Techno und EBM übernimmt (Dauer: ca. 3 Stunden; Tickets: 29,00 Euro, ermäßigt 24,00 Euro).

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