Beitrag: Bewaffneter bedroht Reinigungskraft – Seniorin erhält Schockanruf
Polizei

Gleich zwei gravierende Vorfälle vom Montag, 21. September 2026, beschäftigen die Ermittler in Bochum: Am Hauptbahnhof musste die Bundespolizei einschreiten, nachdem ein Mann eine Reinigungskraft mit einem Einhandmesser und Tierabwehrspray bedroht hatte. Nur wenige Stunden später fiel eine 76-jährige Seniorin im Stadtteil Weitmar auf die perfide Masche von Telefonbetrügern herein und übergab ihren gesamten Goldschmuck an einen unbekannten Abholer.

Am frühen Montagmorgen wurden Einsatzkräfte der Bundespolizei gegen 6:15 Uhr durch lautes Geschrei unmittelbar vor ihrer Wache im Bochumer Hauptbahnhof aufmerksam. Vor Ort trafen die Beamten auf eine sichtlich mitgenommene 57-jährige Reinigungskraft sowie einen 54-jährigen Mann aus Hattingen. Nach Angaben der Frau war es zuvor zu einer Konfrontation gekommen, bei der der Mann sie erst mit einem Messer und kurz darauf mit einem Reizgasspray bedroht haben soll.

Die Polizisten durchsuchten den Tatverdächtigen umgehend und fanden in dessen Hosentaschen sowohl ein einsatzbereites Einhandmesser – dessen Klinge sich über eine integrierte Öffnungshilfe einhändig ausklappen und arretieren lässt – als auch eine Dose Tierabwehrspray. Beide Gegenstände wurden beschlagnahmt. Der Hattinger behauptete nach seiner Belehrung, die Waffen lediglich zur Selbstverteidigung bei sich zu tragen, schwieg ansonsten jedoch. Nach Erteilung eines sofortigen Platzverweises für den Bahnhofsbereich leiteten die Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung sowie Verstoßes gegen das Waffengesetz ein und sicherten Aufnahmen der Überwachungskameras.

Falscher Kautions-Notruf: Goldschmuck an der Wohnungstür übergeben

Am Montagnachmittag schlug dann die berüchtigte Schockanruf-Masche im Bochumer Südwesten zu: Gegen 14:30 Uhr klingelte das Festnetztelefon einer 76-jährigen Bochumerin. Am anderen Ende meldete sich ein vermeintlicher Amtsträger mit einer Schreckensnachricht: Ihr Sohn habe einen verheerenden Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Frau getötet und ein Kind lebensgefährlich verletzt worden sei. Um eine sofortige Inhaftierung des Sohnes abzuwenden, müsse dringend eine hohe Kaution hinterlegt werden.

Unter Schock und enormem psychischen Druck stehend, willigte die gutgläubige Seniorin ein. Bereits rund 20 Minuten nach dem Telefonat erschien ein fremder Abholer an ihrer Wohnanschrift an der Straße „Am Bleckmannshof“. Die 76-Jährige händigte dem Unbekannten eine Dose mit wertvollem Goldschmuck aus, den dieser angeblich direkt an einen zuständigen Richter übergeben wollte. Anschließend flüchtete der Betrüger mit der Beute.

Täterbeschreibung und Zeugenaufruf:

Die Kriminalpolizei sucht nach dem Abholer und beschreibt ihn wie folgt:

  • 23 bis 28 Jahre alt

  • Dunkle, kurze Haare

  • Bekleidet mit dunkler Kleidung, die auffällige bunte Akzente aufwies

Hinweise auf verdächtige Beobachtungen, Fahrzeuge oder Personen im Bereich Am Bleckmannshof nimmt die Kriminalpolizei unter den Rufnummern 0234 909-4135 oder 0234 909-4441 (Kriminalwache) entgegen.

Die Polizei warnt erneut eindringlich: Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft oder Gerichte fordern jemals Kautionszahlungen, Bargeld oder Schmuck telefonisch ein oder schicken Boten an die Haustür, um Wertgegenstände in Empfang zu nehmen. Betroffene sollten bei derartigen Anrufen sofort auflegen und eigenständig unter der 110 den Notruf wählen.

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